Alltagsreaktionen: Der Tag nach der Wahl

Der doofe Max (Foto: Jouwatch)

Heute habe ich mir einen Spaß daraus gemacht, überall dort, wo ich eine Tür öffnete, ein herzhaftes und fröhliches: „Grüß Gott schön an diesem wunderschönen Tag!“, in die Runde zu rufen. Wenn Blicke töten könnten. Ein Erlebnisbericht.

von Max Erdinger

Üblicherweise öffne ich an Werktagen vormittags eine ganze Menge von Türen. Nie habe ich so viele mißmutige Gesichter gesehen wie heute. Da kam ich mit meiner Fröhlichkeit gerade noch rechtzeitig. Bißchen Geplänkel hier, kleines Gespräch da – Erkenntnis: Wenigstens einer hatte mich bisher für einen intelligenten Menschen gehalten. Jetzt halten mich ausnahmslos alle für doof. Zum Glück hat mich die Mehrheitsmeinung noch nie interessiert. Was jeweils richtig und was falsch ist, was wahr und was nicht wahr ist, das fand ich interessant. Über den Wahlerfolg der AfD hat sich in meinem persönlichen Umfeld niemand so gefreut wie ich.

Um nun auch noch den letzten Irrtum auszuräumen, der bei der Mehrheit besteht: Die Bundestagswahl gestern war nicht das Ding. Beziehungsweise, sie war lediglich das Ding im Vordergrund, das Symptom, sozusagen. Symptom von was? – Wir haben Kulturkampf und die Wahl war nur eine siegreiche Schlacht im Krieg. Schlacht ist Symptom von Krieg. Wer kämpft gegen wen? Traumtänzer und Ideologen samt aller Meinerleins & Finderleins gegen die Realisten. Es ist ein Kampf um das Wesentliche, um die Grundsätze unserer Kultur, um die Wurzeln unserer Identität. „Was wahr ist, muß wahr bleiben“, kämpft gegen „es gibt keine Wahrheit.“ Darum geht es im Kern. Das haben auch heute noch die Wenigsten begriffen. Man kann die Realität leugnen, sie verdrängen, sie ignorieren und was auch immer, aber sie geht davon nicht weg.

Für die Verwirrten, die Schulz gewählt haben: Was habt ihr euch eigentlich dabei gedacht, jemandem eure Stimme zu geben, der im Wahlkampf plakatierte: „Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit!“ – ? Was habt ihr gedacht, was das heißen soll? Daß es auch Zeiten für weniger Gerechtigkeit gibt? Daß sich Gerechtigkeit abstufen läßt? Mehr oder weniger gerecht – und für eines von Beidem sei es an der Zeit? – Und ich bin doof? – Hallo?

Oder wer für die Grünen gestimmt hat: „Zukunft wird aus Mut gemacht!“ – ? Wird Zukunft gemacht? Das ist doch Kleinkindersprache! Lieder machen, Möbel machen, Gesellschaft machen, Zukunft machen, Lulu und Kacka machen. Mach mich nicht schwach! Die Göring-Eckardt gestern in der „Berliner Runde“ gesehen? Wie sie Herrn Profesor Meuthen erklären wollte, daß die AfD nicht das Volk repräsentiere, sondern eine Minderheit? Die 9-Prozent-Frau erklärt dem 13-Prozent-Mann, daß er nicht das Volk repräsentiere? Wieviel Realitätsverlust geht denn noch? Und wieso überhaupt „Volk“? Hätten es denn den sprachlichen Gepflogenheiten bei den Grünen und sonstwo zufolge nicht heißen müssen, die AfD repräsentiere „die Menschen“ nicht? Sind sie jetzt alle „völkisch“ geworden, oder betrifft das nur die Frau Katrin? Ihr habt die Grünen gewählt, aber ich wäre der Doofe? – Im Leben nicht.

Ihr werdet alle miteinander solange nicht klüger werden, wie ihr euch weigert, anzuerkennen, daß -nur eine kleine Auswahl – die richtige Antwort auf die folgenden Fragen nicht davon abhängt, wie ihr sie gerne beantworten wollt.

  1. Sind alle Menschen gleich?
  2. Ist die Analphabetismusrate in der islamischen Welt exorbitant?
  3. Gibt es eine Umwelt?
  4. Gibt es einen Plural von „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“?
  5. Gibt es kulturelle Überlegenheit und kulturelle Unterlegenheit?
  6. Hängt das, was wahr ist, davon ab, ob man erkennt, was wahr ist?
  7. Interessiert sich der dschihadistische Kopfabschneider dafür, wie schön ihr denken könnt?
  8. Ist der „Gefällt mir“ – Button ein Demokratiebutton?
  9. Waren die Nazis Rechtsextremisten?
  10. Haben die Russen 800 Militärbasen rund um den Globus verteilt?
  11. War die NATO-Osterweiterung eigentlich eine Russland-Westerweiterung?
  12. Wird bei Annexionen vorher durch die zu Annektierenden abgestimmt?
  13. Ist der Durchschnitts-IQ überall auf der Welt derselbe?
  14. Sind die Frauen der westlichen Welt benachteiligt?

Ich schwöre es euch: Solange ihr nicht wahrhaben wollt, daß das Maß aller Dinge nicht eure Vorlieben, eure Träume und Visionen sind, oder euer Gemeine und Gefinde – und daß Zukunft nicht „gemacht“ werden kann, so lange werdet ihr immer wieder von Politikern hinter das Licht geführt werden. Der Kardinalirrtum von der Relevanz eurer persönlichen Träume ist die Daseinsgrundlage dieser Individuen. Und ich bin selbstverständlich der Doofe. Geschenkt!

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.