Angst essen Journalisten-Seele auf!

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Die Mainstream-Medien gehen den Bach runter - und das ist gut so (Foto: Collage)

Es soll ja Gerüchte geben, dass es in Deutschland noch eine freie Presse gibt. Wer heute durch den welken Blätterwald marschiert, kommt zu einem anderen Ergebnis. Die Reihen fest geschlossen, stehen fast sämtliche Journalisten hinter der Kanzlerin und ihre Schergen in den anderen Systemparteien.

Von Thomas Böhm

Hier eine Auswahl, die uns zeigt, dass die Chefredakteure überall Windeln verteilt haben, so groß ist die Angst der paramedialen Armee vor einer echten Oppositionspartei:

Spiegel:

…Natürlich gibt es, wie für jede andere Entscheidung auch, Gründe, das zu tun. Die Kollegen beim „Tagesspiegel“ und bei Bento haben da dankenswerterweise schon einiges zusammengetragen. Damit Sie selbst, wenn Sie dann in der Wahlkabine stehen, sich das leicht bewusst machen können, hier ein paar Gründe, für die AfD zu stimmen, in Frageform. Stimmen Sie hier zu?

Glauben Sie, dass es Ihr Leben und das Ihrer Verwandten und Freunde verbessern wird, wenn wir alle jetzt anfangen, „stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“, so wie AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland?

Oder glauben Sie, so wie der Kaiserslauterner AfD-Direktkandidat Stefan Scheil, dass Polen eigentlich Deutschland erobern wollte, damals, 1939? Dass Hitler dem Feind bloß zuvorkam?

Glauben Sie, so wie zum Beispiel der niedersächsische AfD-Kandidat Wilhelm von Gottberg, der Holocaust werde hierzulande wie ein „Mythos“ behandelt, als „ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt“?

Möchten Sie, so wie Björn Höcke, eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“?

Glauben Sie, wie von Gottberg und viele seiner Parteifreunde, dass es einen „Kult mit der Schuld“ gibt hierzulande, und dass es Ihnen, Ihren Freunden und Verwandten besser ginge, wenn der beendet würde?

Kurz: Finden Sie auch, dass das ganze Erinnern an den von Deutschen verübten industriellen Massenmord jetzt aber mal beendet gehört?…

 

…Glauben Sie, so wie zum Beispiel der bayerische AfD-Kandidat Peter Boehringer, dass sowohl die Bundesregierung als auch die Uno in Wirklichkeit von einer geheimnisvollen Organisation namens New World Order – das ist das neue Wort für die jüdische Weltverschwörung – gesteuert werden?

Glauben Sie, so wie Boehringer, aber zum Beispiel auch der sächsische AfD-Kandidat Göbel und diverse andere in der Partei, dass solche dunklen Mächte eine „Umvolkung“ Deutschlands anstreben?

Und zudem mit aktiver Hilfe der etablierten Bundestagsparteien die Bevölkerung austauschen wollen?

Fürchten Sie sich, so wie der hessische AfD-Kandidat Martin Hohmann, vor einem „Austausch der Bevölkerung“?

Finden Sie Theorien verbreitenswert, so wie der manchmal AfD-„Parteiphilosoph“ genannte Marc Jongen, nach denen dunkle Mächte eine „Mischbevölkerung“ schaffen wollen, um Deutschland zu schwächen?

Halten Sie es, so wie Göbel, für gerechtfertigt, Menschen ausländischer Herkunft als „Schmarotzer“ und „Parasiten“ zu bezeichnen?

Finden Sie, so wie der Berliner AfD-Kandidat Nicolaus Fest, dass man alle Moscheen in Deutschland schließen sollte?

Oder, so wie der hessische AfD-Kandidat Albrecht Glaser, dass Muslimen nicht das Grundrecht auf Religionsfreiheit zusteht?

Würden Sie am liebsten, so wie der sächsische Kandidat Jens Maier, der fast sicher in den Bundestag einziehen wird, Muslime künftig als „Gesindel“ bezeichnen?

Oder den Islam, wie der niedersächsische AfD-Kandidat Nicolas Lehrke, „europaweit“ einfach verbieten?

Wenn Sie mehrere der obigen Fragen ohne zu Zögern mit „Ja“ beantworten können, sind Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rechtsradikaler mit Hang zu paranoiden Verschwörungstheorien. In diesem Fall wäre es mir persönlich am liebsten, Sie gingen einfach gar nicht zur Wahl. Aber wenn es unbedingt sein muss: Machen Sie mal, wählen Sie die AfD, dann wissen wir wenigstens, mit wie vielen von Ihrer Sorte wir es hierzulande tatsächlich zu tun haben. So zu tun, als gäbe es Sie nicht, hilft ja auf die Dauer auch nichts…

Süddeutsche Zeitung

…Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren wird wieder eine nationalistische, rechtsradikale, in weiten Teilen rassistische Partei im Bundestag sitzen. Sie wird Vorsitzende in Ausschüssen stellen, und möglicherweise wird sie sogar stärkste Oppositionsfraktion. Im Wortsinn kann dann die AfD die Agenda der Politik mitbestimmen. Das ist traurig, beschämend und wird das Klima im Land verändern.

Seit zwölf Jahren versucht die Opposition in wechselnder Besetzung Kanzlerin Merkel etwas entgegenzusetzen. Wie das funktioniert hat, zeigt eine SZ-Datenauswertung. Von Stefan Braun und Martina Schories mehr …

Der Wahlkampf hat hierauf bereits einen Vorgeschmack gegeben. Die Aggressivität und der Hass, mit denen die AfD und manche der mit ihr sympathisierenden Pöbler insbesondere die Kanzlerin angegriffen haben („Lügnerin“ „Volksverräterin“, „Eidbrecherin“), werden ins Parlament einziehen. Die anderen Parteien dürften sich schwertun, mit dieser Verachtung demokratischer Gepflogenheiten umzugehen. Aber gerade jetzt kommt ihnen die Aufgabe zu, die AfD mit parlamentarischen Mitteln zu stellen. Geschäftsordnungstricks wie der, mit dem Union und SPD verhindern wollen, dass ein AfD-Mann Alterspräsident wird, reichen nicht aus. Sie nützen der AfD…

Welt

…WELT AM SONNTAG: Die AfD wird in den Bundestag einziehen. Inwieweit ist diese Tatsache Teil einer globalen Entwicklung, inwieweit ein deutsches Problem?

Winkler: Vom bloßen Umfang her ist das Problem in anderen europäischen Ländern ernster. Auf der anderen Seite verkörpert die AfD inzwischen ein solches Maß an reaktionär-rechtsradikalen Tendenzen, dass man durchaus Parallelen zu der Zeit vor 1933 erkennen kann, nämlich bei den Deutschnationalen, die in ihrer Opposition gegen Weimar den Nationalsozialisten vorgearbeitet haben. Wenn es überhaupt einen intellektuellen Überbau der AfD gibt, dann ist es ein müder Abklatsch der abgestandenen Parolen der Konservativen Revolution aus den Jahren vor 1933. Dazu gehört auch der Gedanke einer deutsch-russischen Seelenverwandtschaft. Der Beifall, den solche Parolen finden, zeigt, dass es Denktraditionen gibt, die wir in der alten Bundesrepublik für überwunden hielten…

Frankfurter Rundschau

…Zugegeben, es gab Wahlen, die wesentlich spannender waren, deren Ausgang jedenfalls offener schien als dieses Mal. Aber selbst wenn es nur auf die Frage hinauslaufen sollte, wer unter Merkel künftig die Republik mitregiert: Der Unterschied ist allemal den Gang ins Wahllokal wert. Ganz abgesehen von dem Wunsch, mit einer hohen Wahlbeteiligung das Gewicht der AfD-Stimmen möglichst klein zu halten.

In der FR werden keine Wahlempfehlungen gegeben. Aber eine Nicht-Wahl-Empfehlung: Hetzer und Nationalisten dürfen nicht durch Decke-über-den-Kopf-ziehen und schon gar nicht mit Ihrer Stimme unterstützt werden. Da jedenfalls halten wir es mit dem Kandidaten Schulz: „Leute, geht wählen!“ Apropos Schulz. Der hatte einigermaßen Pech mit seinem Wahlkampf. Er enttäuschte viele Wählerinnen und Wähler, weil er in ihren Augen ein Versprechen brach, das er jedoch nie gemacht hatte. Viele hielten den SPD-Kandidaten offenbar für jemanden von außerhalb des Politikbetriebs: frisch, unverbraucht, ungebunden. Für viele Wählerinnen und Wähler ist das offenbar schon eine Qualifikation – auch das sollte zu denken geben…

Die Zeit

Ja, wir reden hier nicht nur, aber auch über den wahrscheinlichen Einzug der AfD in den Bundestag – mit einem möglicherweise zweistelligen Ergebnis. Von der einst in Teilen durchaus gemäßigten Bewegung, die eine Reaktion war auf eine CDU, welche sich um den konservativen Flügel nicht mehr kümmern wollte, ist in diesem Wahlkampf so gut wie nichts mehr übrig geblieben. Ihre Spitzenpolitiker überbieten einander mit radikalen, revisionistischen und rassistischen Provokationen. Die AfD hätte, wenn sie die größte Oppositionspartei werden sollte, traditionell das Anrecht auf den Vorsitz des Haushaltsauschusses und durch ihren Einzug in den Bundestag eine ganz andere Resonanz, von der finanziellen Ausstattung ganz zu schweigen.

Wer AfD wählt, ist nach wie vor nicht zwangsläufig ein Rechtsradikaler, aber er tut es in Kenntnis oder mit Sympathie für diese Radikalisierung und für Kandidaten, deren persönliche und politische Biografien bei keiner anderen Partei oder bürgerlichen Organisation akzeptabel wären…

Es ist das letzte Aufbäumen einer sterbenden Zunft, denn mit Journalismus hat das nichts mehr zu tun. Das sind alles Muttersöhne, die am Rockzipfel der Kanzlerin (und ihren anderen missratenen Kindern bei der SPD, FDP und den Grünen) hängen und nun aus Angst in die Windeln mache. Doch eins muss man den linken Zeilenschindern zugute halten. Sie bleiben, wie ihre großen Vorbilder beim Stürmer und dem Neuen Deutschland treu an der Seite derjenigen, die bald in die Geschichte eingehen.

 

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