Ägyptischer Imam: Mädchen dürfen gleich nach der Geburt verheiratet werden

Symbolfoto: Pixabay
Werden in Ägypten so die Babys auf die Hochzeit vorbereitet? (Symbolfoto: Pixabay)

Das Alter, in dem Mädchen verheiratet werden dürfen, sorgt in Ägypten immer wieder für heftige Kontroversen. Jetzt sorgt erneut ein ägyptischer Abgeordneter für Streit. Er hatte gefordert, das Heiratsalter von 18 auf 16 Jahre herabzusetzen.

Von Marilla Slominski

In Ägypten sind Kinderehen verboten. Erst 2008 wurde das Mindestalter, von dem an Mädchen heiraten dürfen, von 16 auf 18 Jahre erhöht. Trotzdem sind Kinderehen in dem 80-Millionen-Einwohner-Land gängige Praxis.

Der ägyptische Parlamentsabgeordnete Ahmed Samih das nun wieder rückgängig machen.

Auf seine Seite schlägt sich ein Imam, der in  einer Fernsehdebatte mit seinen Aussagen erneut Öl ins Feuer gießt. Seiner Meinung nach sollte es Eltern erlaubt sein, ihre Töchter schon nach der Geburt, im Alter von einem Tag, zu verheiraten.

Der islamische Prediger Muftah Mohammad Maarouf alias Abu Yahya sagte während einer Fernsehsendung, dass Alter der Mädchen sollte so niedrig angesetzt werden, dass sogar Neugeborene Ehefrauen werden könnten.

In der Sendung hatte er erklärt, solange dem Kind „kein Leid“ zugefügt werde, gäbe es keinen Grund ein Mädchen vor der Heirat zu bewahren.

Auf die Nachfrage des Moderators, wenn das der Fall sei, könnten ja Mädchen jeden Alters von 2 Monaten bis zu einem Jahr nach islamischem Recht verheiratet werden, antwortete der Korangläubige Abu Yahya „auch wenn sie nur einen Tag alt ist“.

Es ist nicht das erste Mal, dass islamische Geistliche in Ägypten mit derartigen Äußerungen an die Öffentlichkeit gehen.

Für Aufsehen sorgte im April der Fall einer 19-Jährigen, der von hunderten von Männern die Kleider vom Leib gerissen wurden, als sie die Hochzeit einer Freundin verließ. Der Polizei gelang es nur mit Schüssen in die Luft, dem Mob Einhalt zu gebieten und die junge Frau vor Schlimmerem zu bewahren.

Sameh Abdel Hamid, ein salafistischer Imam, machte im Fernsehen das Opfer für den brutalen sexuellen Übergriff verantwortlich. Sie habe durch ihre Kleidung „provoziert“. Sie hätte eben kein Kleid in den Straßen der nordöstlich von Kairo gelegenen Stadt Zagazig tragen dürfen.

„Hat diese junge Frau keine Mitschuld verdient? Sie ging auf der Straße mit provozierender Kleidung und trug keinen Hijab. Auch ihr muss man den Vorwurf machen, schließlich ist sie in einem Arbeiterbezirk der Stadt unterwegs gewesen, wo Frauen nicht so herumlaufen“, so die Überzeugung des islamischen Geistlichen Sameh Abdel Hamid.

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