Wie Christian Lindner 1,4 Millionen Euro Steuergelder verbrannte

Foto: AfD
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Mit Christian LindnersWutrede“ im Düsseldorfer Landtag begann das Comeback der FDP, und Lindner profilierte sich als Unternehmer und Wirtschaftsexperte. Was viele nicht wissen: Seine erste Firmenpleite ging mit 1,4 Millionen Euro auf Kosten des Steuerzahlers.

„Ich habe schon mal in der Hochphase der New Economy ein Unternehmen gegründet, und dieses Unternehmen war damals nicht erfolgreich. Heute hier hat die Ministerpräsidentin (Hannelore Kraft) gesagt, man soll auch Scheitern von Pionieren nicht ein Leben lang biografisch als Stigma verwenden. Da haben Sie einen in den eigenen Reihen (Zwischenrufe Volker Münchow), Frau Ministerpräsidentin, das ist ihr Kollege. Das ist einer der Gründe warum heute die Menschen lieber in der öffentlichen Dienst gehen, da haben Sie ja auch gearbeitet, statt sich zu gründen. Weil man nämlich, wenn man Erfolg hat, in das Visier der sozialdemokratischen Umverteiler gerät, und wenn man scheitert, ist man sich Spott und Häme sicher. Das ist doch der Grund… Es ist meistens solche Sozialdemokraten, die das ganze Erwerbsleben im Staat gearbeitet oder vom Staat gelebt haben, die anderen unternehmerisches Engagement vorwerfen.“

Es war eine beeindruckende Wutrede, die Christian Lindner am 29.1.2015 im Landtag von Nordrhein-Westfalen hielt. Sie erhielt über 1 Million Klicks und machte Lindner zum ersten YouTube-Star der deutschen Politik. Sie begründete den Wideraufstieg der FDP, die 2013 mit 4,8% aus dem Bundestag geflogen war, und Lindners Ruf als Unternehmer und Wirtschaftsexperte.

Was viele nicht wissen: Christian Lindners Start-Up Unternehmen Moomax wurde mit 1,4 Millionen Euro der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau gegründet, die in der Insolvenz verloren gingen. Seitdem lebt der Lehrersohn aus Wermelskirchen „im Staat oder vom Staat“ – seit über 15 Jahren.

Christian Lindner wurde 1979 als Sohn eines Lehrers in Wuppertal geboren. Als die Eltern sich trennten, zog er mit seiner Mutter nach Wermelskirchen. 1998 machte er Abitur und kaufte sich seinen ersten Porsche. Es war die Zeit des NEMAX, der New Economy und des schnellen Geldes. Noch während der Schulzeit teilte Lindner als Unternehmensberater seinen Erfahrungsschatz mit der Welt, worüber das Jugendmagazin der Deutschen Welle auch berichtete. Am Steuer einer gemieteten Mercedes-Limousine erklärt der 18-Jährige Lindner: „Viele haben nicht das Selbstbewusstsein, einem 50-jährigen Geschäftsführer zu sagen: ‚Das was Sie gemacht haben bisher, das sind überkommene Strukturen. Die haben in der Vergangenheit Erfolg gesichert, können ihn in der Zukunft aber nicht mehr garantieren. Sie müssen umdenken’.“ Gemeinsam mit Schulfreund Christopher Peterka wirkt Lindner im neuen Anzug und der gemieteten Limousine wie etwas aus einem Tom-Cruise-Film aus den 90ern, Titel: „Das schnelle Geld.“

Am 29.5.2000 gründete Lindner mit Peterka und dem Parteifreund und ex-Genscher-Referenten Dr. Hartmut Knüppel die Moomax GmbH mit einem Stammkapital von 30.000. Ein vierter, privater Investor stellte rund zwei Millionen Euro Risikokapital zur Verfügung. Ein Großteil des Geldes stammte von der staatlichen Förderbank KfW. Moomax wollte Avatare entwickeln, um Kunden zum Online-Shoppen zu verleiten. Das Risiko, so ein Branchenkenner in der RP Online, sei damals zu Lasten der Förderbank gegangen: „Heute würde die KfW solche Geschäfte sicherlich nicht mehr machen.“

Foto: Screenshot/Youtube
Jungunternehmer Christian Lindner brachte 1,4 Millionen Euro Steuergelder durch (Foto: Screenshot/Youtube)

Nach Recherchen der Südwest Presse „lag der Eigenanteil von Lindner als finanzielle Unternehmens-Beteiligung bei lediglich 8000 Euro. Zugleich erhielt er als einer von drei Geschäftsführern der Moomax ein Monatsgehalt von 5000 Euro und bezog bereits zu dieser Zeit regelmäßige Landtagsdiäten in Höhe von etwa 6000 Euro.“

Als die New-Economy-Blase platzte erwies sich das Geschäftsmodell als unausgereift, im Januar 2002 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. „Moomax war pleite und zwei Millionen Euro futsch. Ein Großteil davon waren öffentliche Fördergelder, die der Investor in Moomax investiert hatte. Aus Lindners Sicht ist die Sache unangenehm. Kein Politiker lässt sich gerne vorwerfen, er habe öffentliche Mittel verschleudert“, so RP Online.

Zu dieser Zeit war Lindner schon nicht mehr im Unternehmen, er wurde im Jahr 2000 zum jüngsten Mitglied in der Geschichte des Landtages von Nordrhein-Westfalen gewählt. Seitdem war Lindner nicht mehr unternehmerisch tätig. Der Fraktionschef der Landtags-Grünen in NRW Reiner Priggen kritisiert nach der „Wutrede“, Lindner sei „bei seinem 2001 pleitegegangenen Internet-Unternehmen weder mutig gewesen, noch habe er Risiko getragen. Seit 15 Jahren bestreite Lindner seinen Lebensunterhalt als Parlamentarier und Parteifunktionär ‚ununterbrochen aus öffentlichen Geldern inklusive eines Dienstwagens’,“ so die Südwest Presse.

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