Mittelsachsen: Kostenexplosion durch „unbegleitete Minderjährige“

Foto: Durch Giannis Papanikos/Shutterstock
Nicht allein, aber unbegleitet (Foto: Durch Giannis Papanikos/Shutterstock)

Unbegleitete minderjährige Asylbewerber, kurz Uma genannt, kosten den Landkreis Mittelsachsen in diesem Jahr 2,3 Millionen Euro mehr, so der aktuelle Jugendhilfebericht. Damit ist nicht nur der Haushalt an seiner Grenze angelangt. Auch personell wirkt sich die hohe Zahl von Uma aus. So werden die Vollzeitstellen im neugegründeten Bereich „Besondere Soziale Dienste“ von 106  auf 116 aufgestockt.

Im Haushaltsplan des Freistaates waren für das laufende Jahr Kosten für rund 110 dieser „Flüchtlingskinder“ eingeplant, zugewiesen wurden aber 237 Uma.

Für die Betreuung der Uma sind 2016 insgesamt rund 6,9 Millionen Euro nötig gewesen. Fast 6,8 Millionen Euro hat der Kreis für Ausgaben in dem Bereich erstattet bekommen. Die Gesamtausgaben der Abteilung Jugend und Familie für die Leistungen für deutsche und ausländische Kinder zusammen lag bei fast 35 Millionen Euro.

Für die Unterbringung der Uma komme meist nur die stationäre Unterbringung in einer Jugendhilfeeinrichtung in Betracht, so Heidi Richter, die Leiterin der Abteilung Jugend und Familie im Landratsamt.

Deshalb sind die Kosten für stationären Hilfen im Heim oder anderen Wohnformen wie Pflegefamilien im vergangenen Jahr stark gestiegen.

„23 Kinder und Jugendlichen haben dabei einen Platz in einer Familie gefunden“, erklärt Heidi Richter.

Die Mehrheit der Jugendlichen war Ende 2016 zwischen 15 und 17 Jahren alt. Sie kamen meist aus Afghanistan und Syrien. Auch die Zahl der Uma aus afrikanischen Ländern nimmt weiter zu.

Zurzeit werden 166 Uma im Landkreis Mittelsachsen betreut. Bis Ende August gab es 29 neue Zuweisungen.

Ab November können die Uma eine neue Unterkunft in Flöha beziehen. Dort wurde eine ehemalige Kita für rund 1,4 Millionen Euro umgebaut. Entstanden sind 24 Plätze in zwei Einheiten.

Geplant ist, dass auch deutsche Kinder in der ehemaligen Kita untergebracht werden. „In anderen Einrichtungen hat man damit gute Erfahrungen gemacht“, so Frank Ziller, Leiter des Referates besondere soziale Dienste. (MS)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.