Leben und sterben in Nordkorea

"Heldenverehrung" in Nordkorea (Foto: Von Uwe Brodrecht - 0921 - Nordkorea 2015 - Pjöngjang - Public Viewing am Bahnhofsplatz, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47776775
"Heldenverehrung" in Nordkorea (Foto: Von Uwe Brodrecht - 0921 - Nordkorea 2015 - Pjöngjang - Public Viewing am Bahnhofsplatz, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47776775

Es gibt ja in Deutschland Politiker und Journalisten, die mit nordkoreanischen Imperator Kim Jong-un sympathisieren, nur um weiterhin gegen Donald Trump anstinken zu können. Für diese haben wir hier einen interessanten Bericht:

Ein ehemaliges Mitglied der nordkoreanischen Elite gibt in einem Interview einen kleinen Einblick in das tägliche Leben zwischen Glanz und Terror in der Hauptstadt Pjönjang.

Von Marilla Slominski

Die Abtrünnige, die aus Sicherheitsgründen unter dem Namen Hee Yeon Lim bekannt ist, enthüllt, unter welcher Angst der innere Zirkel um den verrückten Diktator Kim Jong-Un Tag für Tag leben muss.

Mit einem General als Vater wuchs die 26jährige Hee Yeon Lim priviligiert in der Hauptstadt auf und musste nicht die grausame Armut erfahren, unter der der größte Teil der Bevölkerung leidet.

Lim floh zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder aus der Militärdiktatur, nachdem sie grausame öffentliche Hinrichtungen gesehen hatte und ihre Klassenkameradinnen als Sexsklavinnen missbraucht wurden.

„Ich hatte Freunde, wie jedes andere Kind. Aber ich wusste von frühester Kindheit an, was ich sagen durfte und was nicht. Nie durfte der damalige Führer Kim Jong Il infrage gestellt werden“, berichtet die britischen Tageszeitung The Express.

Ihre Aussagen kommen zum selben Zeitpunkt, an dem Präsident Trump in seiner ersten Rede vor der UN, den Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms forderte.

Als Generalstochter wuchs Lim mit zahlreichen Vergünstigungen, wie Sonderzahlungen, einer vom Staat zur Verfügung gestellten Wohnung und einem Chauffeur auf, der sie jeden Tag zur Schule fuhr.

„Auch als ich älter wurde, dachte ich immer noch, ich würde ein normales Leben führen. Natürlich immer unter der Einschränkung, öffentlich das Regime zu verehren. Doch trotz unserer privilegierten Situation, lebten wir in Angst. Ich habe schreckliche Dinge in Pjöngjang gesehen“, erzählt die 26-Jährige.

So wurden sie und ihre Mitschüler eines Tages von Soldaten aus der Schule abgeholt, um der Hinrichtung von 11 Musikern beizuwohnen, denen vorgeworfen worden war, ein Pornovideo gedreht zu haben. 10 000 Menschen hatten sich versammelt, um sich die Ermordung der Musiker anzusehen.

„Das, was ich an diesem Tag gesehen habe, hat mich krankgemacht. Die Musiker wurden mit Flugabwehrgeschützen einer nach dem anderen erschossen. Das Geräusch der Schüsse war ohrenbetäubend. Die Körper der Musiker wurden in winzige Stücke gerissen, Körperteile und Blut flogen durch die Luft. Als ihre Reste am Boden lagen kamen Panzer und fuhren über sie hinweg“, schildert Lim das schreckliche Ereignis, dass kurz nach der Machtergreifung des jetzigen Diktators Kim Jong-un in der Militärakademie in Pjöngjang stattgefunden haben soll.

Durch den Schock konnte das Mädchen tagelang keine Nahrung mehr zu sich nehmen.

Sie musste auch mit ansehen, wie Mädchen aus dem Unterricht geholt wurden, um als Sex-Sklavinnen in den zahlreichen Häusern des Diktators missbraucht zu werden.

„Funktionäre kamen in die Schule und suchten die hübschesten Mädchen mit geraden Beinen aus. Ihnen wurde beigebracht, ihm Kaviar und andere seltene Delikatessen zu servieren. Ihnen wurde auch gezeigt, wie sie ihn zu massieren hatten. Sie wurden seine Sex-Sklavinnen“, erzählt die junge Frau in ihrem südkoreanischen Versteck in Seoul.

Der nordkoreanische Machthaber genießt 1000 Euro teure Mahlzeiten und lebt in luxuriösen Häusern, während die Bevölkerung vor seinen Augen verhungert.

Hee Yeon Lim beschreibt den 33jährigen Diktator als paranoid, bereit jeden, einschließlich seiner Familie, zu töten, wenn es seinem Machterhalt dient. Ihre Aussage deckt sich mit den Anschuldigungen um den Tod seines Halbbruders am 13. Februar dieses Jahres.

Kim Jong Nam war auf dem Internationalen Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur das Nervengift VX  ins Gesicht gerieben worden. Wenige Tage später wurden zwei verdächtige Frauen verhaftet, gegen die inzwischen Anklage wegen Mordes erhoben worden ist. Im Falle einer Verurteilung droht den beiden Frauen, die beteuern, sie hätten nichts von dem Gift gewußt und gedacht, sie hätten an einer Reality-TV-Show teilgenommen, die Hinrichtung. Für Südkoreanische und US-Regierungsvertreter ist klar, dass der Mord vom nordkoreanischen Machthaber inszeniert wurde.

„Kim Jong-un droht, weil er sich in die Ecke getrieben fühlt und keine Möglichkeit hat, zu entkommen. Er hat Angst, dass seine Regierungszeit bald vorbei sein könnte und er weiß nicht, wo er dann hin soll. Ich konnte entkommen, aber er weiß, er kann das nicht, deshalb versucht er, stark auszusehen“, erklärt Hee Yeon Lim.

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