Infektionsalarm: Katzenpilz aus dem Mittelmeerraum

(Bild: gemeinfrei)
„Micsoporum canis“ - hoch ansteckende Pilzerkrankung aus dem Mittelmeerraum (Bild: gemeinfrei)

Niedersachsen / Lilienthal : An der Lilienthaler Schroeterschule wurde bei einem Kind der Katzenpilz diagnostiziert. Das Rathaus rät allen Eltern, auf Symptome zu achten. Im Mittelmeerraum ist das hoch ansteckende „Micsoporum canis“ besonders weit verbreitet.

Infektionsalarm gab es am Montag in der niedersächsischen Lilienthaler Schroeterschule. Dort wurde bei einem Kind der Katzenpilz diagnostiziert, so der Weser-Kurier. Wie der zuständige Fachbereichsleiter am Montag in einer dringenden Mitteilung des Lilienthaler Bürgermeisters bekannt gab, seien alle verfügbaren Hausmeister und Reinigungskräfte zusammengezogen worden, um die Schroeterschule umfassend zu desinfizieren. Damit soll eine Schließung der Grundschule verhindert werden. In der Einrichtung werden zudem Desinfektionseinrichtungen aufgebaut.

Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich bereits andere Kinder angesteckt hätten. Es werde allen Eltern geraten, auf eventuelle Symptome zu achten und bei entsprechenden ersten Anzeichen  sofort einen Hautarzt aufzusuchen.

Kopfpilz: Juckreiz, abbrechende Haare, kahle Stellen

Mikrosporie canis, wie der hoch ansteckende Katzenpilz medizinisch heißt, ist im Mittelmeerraum besonders weit verbreitet und springt schon nach kurzem Hautkontakt von Tieren auf den Menschen über. Die Folge: Es juckt, schuppt, und zerstört die Kopfhaare.

Ist die Kopfhaut infiziert (Tinea capitis), verursacht der Katzenpilz runde Stellen, bei denen die Haare kurz über der Hautoberfläche abbrechen, bis sich kahle Flächen ergeben.  Oft ist an der Kopfhaut außerdem eine Rötung samt feiner weißlicher Schuppung zu erkennen. Meistens kommt es auch zu starkem Juckreiz. Selten entwickeln sich gelbliche Bläschen (Pusteln).

Hat der Pilz eine Hautstelle am restlichen Körper befallen (Tinea corporis), bildet sich ebenfalls eine gerötete Stelle mit weißlicher Schuppung – als sei sie mit Mehl bestäubt. Zunächst ist sie meist punktförmig und ähnelt vage einem Insektenstich, bis sie sich dann ausbreitet zu einer juckenden randbetonten ringförmigen Rötung, eventuell auch mit kleinen Knötchen und Wasserbläschen. Das ist dann meist das Stadium, in dem die Betroffenen den Hautarzt aufsuchen.

Möglichst schnell zum Hautarzt

Der Hautarzt stellt die Diagnose aufgrund der mikroskopischen Untersuchung einer Haar- oder Hautprobe und dem Anlegen einer Pilzkultur, die aber einige Wochen dauert. An spezialisierten Einrichtungen kann eventuell mit einem molekularbiologischen Nachweis von Erbmaterial des Erregers der Pilz schnell und sicher bestimmt werden.

Handelt es sich um einen Katzenpilz, sollten auch sämtliche Familienmitglieder und Haustiere auf mögliche Infektionsherde untersucht werden. Bei den Haustieren sehen diese ähnlich aus wie auf der Kopfhaut des Menschen. Berücksichtigt man die Angehörigen nicht, könnte ein Ping-Pong-Effekt auftreten, bei dem sich nahestehende Personen und Tiere immer wieder gegenseitig anstecken. (BS)

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