BILD muss Zahnbürsten, Kondome und die Bibel verkaufen. Aber Döpfner jubelt

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Vorstand und Ramschladen (Foto: Collage)

Mathias Döpfner, Chef aller Chefs bei SPRINGER hat vor den deutschen Verlegern in Stuttgart eine Rede gehalten. Machiavelli hätte gegrinst. CICERO, Roms größter Redner zu Caesar Zeiten, hätte sein Haupt verhüllt …

Von Peter Bartels

Dabei legt der Lulatsch, der mal Querflöte gelernt hat, wie Cato gegen die Karthager los: „Drei Wochen aus diesem Sommer: Ende Juli ersticht Ahmad A., ein Palästinenser, in einem Edeka-Supermarkt in Hamburg einen 50-jährigen Mann. Sieben weitere verletzt er schwer. Am 9. August, überfährt Hamou Benlatrèche, ein 36-jähriger Algerier, sechs Soldaten in der Stadt Levallois-Perret bei Paris. Drei Tage zuvor versucht ein Islamist vor dem Eiffelturm mit einem Messer Menschen zu erstechen. Am 18. August tötet ein junger Mann namens Abderrahman Mechkah zwei Menschen in der finnischen Stadt Turku. Einen Tag zuvor ermorden zwölf Terroristen 13 Menschen in Barcelona.

Und am Freitag explodierte eine Bombe in der U-Bahn in London. Und in Paris attackierte ein weiterer Attentäter mit einem Messer Soldaten, die durch die französische Hauptstadt patrouillieren…“

Mal ehrlich, hat das jemand derart Fraktur in BILD gelesen? In der WELT? Konnte keiner. Stand nicht drin! Und wenn, dann verschwiemelt, vernebelt, mit unverhohlenem „Verständnis“ für die armen Verzweifelten von Euphrat, Tigris und Sambesi. Aber Döpfner plustert sich vor den Verlegern auf, die sich wie ihre Redakteure längst dem Sprech-Diktat des Deutschen Presserats unterworfen haben:

„Der Terror ist in Europa alltäglich. Und zwar schon seit 16 Jahren. 2001 war Nine Eleven, Terroristen ermordeten 3000 Menschen. Die Frequenz der Anschläge nimmt seither zu. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht bald in der Welt wieder finden, die Michel Houellebecq in seinem Buch „Unterwerfung“ beschreibt. Eine Welt, in der Anschläge in Europa Alltag sind. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen. In Houellebecqs ‚Unterwerfung‘ geschieht das. Die Franzosen passen sich an: Es beginnt schleichend, Frauen tragen keine Miniröcke mehr, immer mehr treten zum Islam über. Soweit ist es bei uns nicht, aber wir sehen die ersten Vorboten.“

„Vorboten“? In welcher gepanzerten Luxuslimousine fährt der Mann auf Abbeit?? Aber auch was er dann sagt, wird keiner in BILD oder WELT gelesen haben. Nur auf FACEBOOK bei JOUWATCH …ACHGUT … TICHY …  PI-NEWS:

„Lidl bedruckt traditionell mehrere Produkte mit einem Bild aus Griechenland. Darauf sind auch Kirchen zu sehen. Um keine Kunden zu ‚beleidigen‘, hat Lidl die Kreuze der Kirchen (auf den Bildern)  entfernt… Erst vor ein paar Wochen berichtete der „Nordkurier“ aus Neuss, die traditionelle Bockwurst im Freibad sei abgeschafft worden. Grund: Schweinefleisch … Mögen die Leute Insekten, Vegetarisches, Veganes, Schnecken, Innereien, halal oder koscher essen. Sorgen macht mir … das Ende der Vielfalt. Am schlimmsten ist die Streichung aus Angst. Der Beginn der Unterwerfung …“

Nicht der Beginn, lieber Döpfner, das Ende, das IST längst die UNTERWERFUNG. Er kommt dann auch im nächsten Satz der Sache näher …

„Nicht nur beim Essen laufen wir Gefahr, Rechtsstaat und Kultur den Vorstellungen einer kleinen, radikalen Minderheit zu opfern. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, warnte vergangenes Jahr vor einem generellen Verbot von Kinderehen. Ernsthaft. Um den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani nicht zu brüskieren, sind auf dem Kapitol in Rom nackte Statuen in sargähnlichen Holzkisten versteckt worden. Temporär begraben wurde damit auch abendländisches Kulturverständnis…“

Scham oder Angst? Hat der Mann, der angeblich täglich die Bibel auf Polnisch liest, um Polnisch zu lernen, vergessen, wie sich die beiden höchsten deutschen Kirchen-Heuchler ihre Bischofs-Kreuze am Tempelberg in Jerusalem von der Brust rissen? Wie sie unterwürfig vor den Moslems in der Moschee zu Kreuze zu krochen, ihren Jesus Christus 2000 Jahre „danach“ verleugneten? Wie sie „Gottes Sohn“ selbst im christlicheren Abendland verleugnen, zu eine Art Sandalen-Sozialisten geschrumpft haben? Aber weiter ungeniert ihren fetten Gehälter im Namen dieses Jesu kassieren? Die Klingelbeutel an verlogene Seelenfänger auf dem Mittelmeer schleppen, damit sie sich selbst und die Schlepper weiter bezahlen können?

Er hat. Aber an anderer Stelle gibt der Herr Döpfner weiter den Cato Porcius: „Anfang dieses Monats wurde eine Frau in Leipzig vergewaltigt. Ein Sprecher der Polizei sagte: „Es wäre besser, zu zweit joggen zu gehen…“ Diese Ansage ist eine Unterbrechung des Rechtsstaates im Leipziger Rosental. In Hamburg versetzten linke Gewalt-Kriminelle beim G 20-Gipfel eine ganze Stadt in den Ausnahmezustand. Die Polizei war phasenweise nicht mehr in der Lage, ihre Bürger zu schützen.“

Und wieder macht der SPRINGER-Schamane artig seinen Diener vor Merkels Hof- und Schreibschranzen:

„Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht rechtsradikale Gewalttaten und antisemitische Ausfälle das Land erschüttern … Die „FAZ“ berichtet über eine Studie, für die über 500 Juden in Deutschland befragt wurden. Alleine aus dem letzten Jahr berichteten 29 Prozent von Beleidigungen und Belästigungen. Und drei Prozent waren innerhalb der vergangenen zwölf Monate körperlich attackiert worden. Weil sie Juden sind … In Berlin Mitte sagt ein Imbissverkäufer zu einem Gast, er bediene Juden nicht. In Kreuzberg bespucken Jugendliche einen Kippa-Träger. Auch das ist das Deutschland der Gegenwart. Erst vor ein paar Tagen haben Deutsche in Prag beim Länderspiel der Nationalmannschaft „Sieg Heil“ ins Stadion gegrölt. Währenddessen hat die AfD Spitzenkandidatin Alice Weidel wohl eine E-Mail geschrieben, die so staatsfeindlich und völkisch-verschwörungstheoretisch ist, dass man nicht weiß, ob dieses Denken noch AfD oder schon NPD ist, beziehungsweise, was genau der Unterschied ist.“

Nein, Leute, der Herr ist nicht doof, er hat mal Musik studiert, durfte sogar mal für die FAZ schreiben, als dahinter noch mindestens ein kluger Kopf steckte. Nein, Döpfner weiß genau, dass die allermeisten Anschläge auf die Juden von CDU-Merkels Gästen verübt werden (selbst die paar „geborenen“ Nazis trauen sich das nicht). Und er weiß, dass schon immer bekloppte Fans in allen Fußballstadien der Welt „Sieg Heil“ gelallt und gebrüllt haben. Auf Deutsch, auf Englisch, auf Russisch.

Und Döpfner weiß noch genauer, dass die Mail von Alice Weidel auf mieseste Weise getürkt wurde, weil die Ehefrau des FDP-Vorsitzenden (der mit dem eingepflanzten Mopp auf‘m Kopp), stellvertretende Chefredakteurin der WELT ist. Weil Döpfner dieser „seiner“ WELT zu Recht nicht traut, schwurbelt er ja sicherheitshalber im juristischen Konjunktiv „Hat … WOHL… eine E-Mail geschrieben“. Vulgo: Nix beweisen kann er nix. Und dann tut Döpfner, was er gerade selbst pharisäerhaft aber pathetisch gepredigt hat: Er zieht aus „gefühlten Fakten“ den „faktischen Schluss“: Man „weiß“ nicht, ob das noch AfD oder schon NPD sei.

Döpfner, das ist einfach erbärmlich!!

Aber jetzt kommt er zielstrebig zum WELT-Reporter Deniz Yücel, der seit einiger Zeit im Türkenknast von Erdowahn sitzt, weil er mit Kurden gesprochen hat. Kein Wort von Döpfner, dass der Türke Yücel, dem die Gnade des deutschen Personalausweises widerfuhr, Jahre für die taz gekeift hat, dem ewigen linkslinken Bettel-Blatt in Berlin. Dass er sich vor Begeisterung in die Hose machte und jubelte:“ Danke! Danke! Danke! Die Deutschen schaffen sich ab … Sie zeugen keine Kinder mehr … Nicht mal in der DDR … “ Nein, Döpfner sagte kein einziges Wort. Stattdessen bläst er greinend in den Latte-Strohhalm seines Welt-Vernichters Ulf „Poschi“ Poschardt, den die Süddeutsche Zeitung einst wegen erfundener Interviews feuerte:  Aus der Demokratie (Türkei) ist eine Autokratie geworden. „Diktatur“, die schlichte Wahrheit, traut der Herr sich dann aber doch nicht zu sagen. Man macht ja immer noch Geschäfte im Kalifat des Sultans … Wie übrigens einst die Nazis auch. Aber Döpfner gibt jetzt Neros heuchelnden Arschkriecher Seneca:

 „Auch in unserer Nachbarschaft ist die Autokratie als Staatsform auf dem Vormarsch: Neben der Türkei verabschieden sich immer mehr Länder Osteuropas von freiheitlichen, demokratischen Grundwerten und erklären kritische Berichterstattung zum Störfaktor … Noch viel schlimmer ist die Lage beim großen Nachbarn im Osten: Allein dieses Jahr wurden drei Journalisten ermordet …Wir verneigen uns vor ihrer Tapferkeit und vor ihrem Mut … Was tun wir?“

Ja, was tat der Multi-Multi-Millionär von Friede Springers Gnaden, als ein „CDU-Merkel-Gast“ auf dem Berliner Weihnachtsmarkt zwölf Menschen mit dem LKW abschlachtete? Wahrscheinlich hat er in seinem SPRINGER-Kämmerlein ausnahmsweise eine Seite mehr in der Polen- Bibel gelesen. Vielleicht hat er sogar auf dem großen Flügel im Springer-Club das „Requiem Aeternam“ von Dvorak gespielt, wenigsten drei statt der elf Minuten? Ich fürchte, er hat weder noch. Aber er ist  „vor ein paar Wochen in Gedenkstätten der Konzentrationslager in Polen gereist“:

„Allein in Belzec wurden in wenigen Monaten mehr als 500 000 Juden ermordet – aus den Zügen direkt in die Gaskammern getrieben. Ein wirkliches Lager gab es da gar nicht. Hier wurde sofort getötet – nicht mehr als drei Deportierte sollen überlebt haben. In Majdanek steht die Gaskammer noch. Ein Raum, eng wie ein Schuhkarton. Ein Dreckloch. Wenn man dort steht, gibt es nur noch ein Gefühl: Abscheu. Ich bitte Sie: Fahren Sie hin.“

Auch ohne Döpfners Flehen – die Deutschen werden auch dann noch hinfahren, wenn es sie, wie Özoguz, Özdemir und die anderen Özis längst vorbereiten, längst nicht mehr gibt.

So kann Döpfner selbstgefällig Amerika für Freiheit und Einheit danken, aber gleichzeitig  Trump hochmütig an den Pranger stellen: “Er ist erratisch, narzisstisch, journalistenfeindlich und demokratiegefährlich.“ Nein, der Herr Döpfner hält nur selbstgefällige Reden, irrlichtet nur ein bisschen um Machiavelli rum:

 „Populisten, Autokraten und Diktatoren sind global auf dem Vormarsch und werden jeden Tag stärker. Orban hat sein Land im Griff. Kaczyńskis Zustimmungswerte steigen in Polen …Und Putin führt mit seiner völkerrechtswidrigen Annexions-Strategie und Digital-Propaganda eine westliche Demokratie nach der anderen am Nasenring durch die Manege…“ Und was tun wir? Haben wir dem etwas entgegenzusetzen?“

Er sagt Demokratie,  meint natürlich nur die Autokratie der Eliten, der Selbstbediener. Nicht die Mehrheit der Menschen in Ungarn, der Polen, der Krim (die immer zu Russland gehörte, wie Preußen oder Bayern zu Deutschland). Döpfner beklagt den Splitter im Auge der Putins, schielt und lügt am Balken der deutschen „Eliten“ vorbei. Und macht mephistophelisch weiter:

„Journalisten … springen manchmal zu schnell, wenn uns ein Politiker ein Stöckchen hinhält. Wir veröffentlichen zu viele Interviews, in denen solange autorisiert und redigiert worden ist, bis mit vielen Worten nichts gesagt wird. Und wenn einer doch mal etwas Kantiges sagt, fallen wir Sprachpolizisten gerne hysterisch über ihn her. Wir lassen zu viele Leserinnen und Leser mit ihren wahren Problemen alleine, weil wir uns auf den Lebensstil urbaner Eliten konzentrieren …“

Wie heißt es beim Faust so teuflisch richtig: Das ist des Pudels Kern: Döpfner weiß es genau, aber er heuchelt eiernd in die Spur zurück: „Wir sollten bei Berichterstattung über Kriminalität deutlicher auf die Herkunft der Täter hinweisen … auch, um rechten Hetzern die Verschwörungstheorie von der Political Correctness-Mafia zu zerstören. Wir müssen, um mit Rudolf Augstein zu sprechen, schreiben, was ist und nicht schreiben, was sein sollte…“

Das sagt die Pfeife, die dafür verantwortlich ist, dass seine Redakteur/Innen nicht mal mehr rot werden, wenn sie ein „Mann“ schreiben, ein „südländischer Typ“, ein Mann mit „dunklem Teint“, wenn wieder mehrere eine am liebsten deutsche Ungläubige vergewaltigt haben. Für seine Redakteur/Innen, für die es Juden-Hasser grundsätzlich nur von rechts gibt, manchmal  ein „bisschen“ von links. Aber nie (!!) aus der riesigen Mitte der Moslems.

Und dann gibt er wieder ein bisschen den maliziösen Polit-Büßer: „Manche von uns haben die Wahl von Donald Trump zu kategorisch für unmöglich gehalten und dann im Eifer gegen die schlechte Sache einseitig und unfair über ihn berichtet. Und manche von uns lagen beim Brexit komplett daneben, weil das, was nicht sein darf, nicht sein kann. Ärgerlich. Aber: Bei uns sichert Wettbewerb die Selbstkontrolle…“

Ach so, die Adepten von Goebbels und Honeckers Rotem Kloster in Leipzig  „lagen“ ausnahmsweise nicht im Weinfass, nur etwas „daneben“. Darauf einen Trump! Prost Brexit. Tschullergung, Selbstkontrolle. BILD Dir meine Meinung!! Bis es wieder „passt“. Und bis dahin: „Ruhig, rot-grüner Brauner!“ Oder: „Fass,  Wotan Wagner; aber vergiss die Kukident Haftcreme nicht!!“

Döpfner döpfert: „Ja, wir machen Fehler. Auch ganz simple Recherche-Fehler. Aber wir schreiben nichts Falsches, um damit Geld zu verdienen. Wie die Produzenten von Fake News. Oder um propagandistisch zu manipulieren wie autokratische Politiker. Wenn ein Journalist einen Fehler macht, dann wird er korrigiert, entweder durch die Konkurrenz oder weil er ihn erkennt und sich entschuldigt. Transparent und öffentlich.“

Nein, der Herr haben nicht geruht zu Lachen, als er das sagte, wird glaubhaft aus dem Saal in Stuttgart berichtet, nicht mal gegrinst habe er. Er habe wieder nur wie Nick Knatterton, der berühmte QUICK-Detektiv, geguckt („Ich kombiniere…) als er sagte: „ Investieren Sie in Reporter, die dahin gehen, wo es brennt. Investieren Sie in investigative Recherchen und in Reisen … Und investieren Sie in kritische Querköpfe, die … manchmal nerven, die aber oft den Finger in die Wunde legen. Und vor allen Dingen investieren Sie in exzellente Autoren, die so schreiben, dass die Menschen weiterlesen müssen…“

Das alles sagt einer, der zuließ, dass der wunderbare Schreiber, Philosoph und Journalist Matthias Matussek von einer Niete gefeuert wurde. Grund: Matussek hatte ein Smiley gepostet, das der Depp nicht verstand. Das sagt einer, der die Auflagen seiner Zeitungen seit 17 Jahren gegen jede Wand fahren ließ, die sie suchten. Allein BILD stürzte von über 5 Millionen auf unter 1,5 Millionen … Das alles sagt einer, der längst Heino und andere Heinis Zahnbürsten, Kondome und Bibel verkaufen lassen muß, um Frieden mit Friede zu haben. Schließlich hatte er ihr mal versprochen, aus Gehirn Geld zu machen …

Döpfner schlußendlich: „Die Zeiten sind ernst. Es geht um zu viel … Das Schöne: Für exzellenten Journalismus waren die Zeiten noch nie so gut wie heute…“

Sing, Heino, sing: Die blauen Dragoner sie reiten, mit klingendem Spiel bald zur Wahl …“ Noch fünf Tage bis Buffalo!

 

 

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