Abgeordnete saßen nur Stunden im Bundestag und bekommen dafür 9.541 Euro pro Monat

(Bilder Deutscher Bundestag: © Markus Uhl/Carsten Simon; li: © Thomas Jepsen/ Förde-Fotograf Fischer GmbH)
CDU-Politiker nehmen von "dem deutschen Volke" in vollen Zügen Markus Uhl (CDU) (re.) und Thomas Jespen (CDU) (Bilder Deutscher Bundestag: © Markus Uhl/Carsten Simon; li: © Thomas Jepsen/ Förde-Fotograf Fischer GmbH)

Drei CDU-Politiker sind kurz vor Ende der Legislaturperiode noch in den Bundestag reingerutscht. Obwohl sie nur eine einzige parlamentarische Debatte mitmachten, bekommen sie ein eigenes Büro, Visitenkarten, Kostenpauschalen und die volle Abgeordnetendiät von 9.541 Euro monatlich. Die CDU-Politiker finden daran „nichts Anrüchiges“.

„Für mich hat das nichts Anrüchiges“, so Markus Uhl (CDU), der am 18. Juli 2017 für den ausgeschiedenen Abgeordneten Alexander Funk die Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag erworben hatte. Der 37 Jährige bekam als Abgeordneter gerade einmal eine Sitzung mit, so Focus Online.

Eine hochgezogene Neiddebatte

Uhl argumentiert, dass er ja auch viel Zeit darauf verwenden haben müssen, um sich in Themen einzuarbeiten. Auch um Anliegen von Bürgern habe er sich gekümmert. Die Diskussion darüber, ob seine Bezüge für die kurze Zeit nicht zu hoch seien, hält er für ungerecht. Das sei eine hochgezogene Neiddebatte, so der seit Jahren im Staatsdienst tätige Uhl.

Er habe die Bezüge für den Juli schließlich nur anteilig bekommen. Für den August und den September bekäme er aber genauso viel wie andere Abgeordnete. Außerdem würde sich der Steuerzahler ja im Vergleich zu seinem Vorgänger geradezu Geld sparen, da er lediglich drei nebenberufliche Angestellte in seinem Bürobetrieb beschäftige. Einem Bundestagsmitglied würden aber normalerweise sechs Mitarbeiter zustehen, so Uhl laut dem Focus weiter. „In Sachen Abgeordnetendiät stellen sich doch andere Fragen“, sagt er.

Kein Interesse an nochmaliger Kandidatur

Sein Parteifreund, der 44-jährige, ehemalige Immobilienmakler Thomas Jepsen (CDU), der ebenfalls den Geldsegen einstreichen konnte, obwohl er bei seiner  einzigen Plenarsitzung nicht einmal eine Wortmeldungen zustande brachte, will im Gegensatz zu Uhl nicht mehr für den Bundestag kandidieren. Die knapp 10.000 Euro bekam Jespen für das Schreiben von zwei Briefen an das Verkehrsministerium, das Beantworten von ein paar Bürgeranfragen und der Teilnahme an einer Fraktionssitzung. (SB)

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