Mieter sind arm dran, haben aber Sand im Kopf

(Bild: JouWatch)
Sand in der Birne (Bild: JouWatch)

Die Zeiten, in denen der rote Berliner Partylöwe Klaus Wowereit Sozialbauten an US-Hedgefonds verkauft hat, sind lange vorbei. Ob das auch  gut so ist, sei einmal dahingestellt. Außerdem gibt es nix mehr zu verkaufen. Sozialer Wohnungsbau ist so selten geworden, wie eine zu Ende geführte Gerechtigkeitsdebatte im Roten Rathaus. 

Von Schlaglicht

Fest steht, dass ausgerechnet in Deutschlands Hauptstadt die Eigenheimquote trotz Betongold-Boom unter 24 Prozent liegt. Heißt: Rund drei Viertel der Berliner zahlen Miete. Und das immer heftiger. In den letzten zehn Jahren hat sie sich verdoppelt. Und das ist nur ein Indikator mehr für eine noch schneller verarmende Bevölkerung.

Die einen reden noch davon, doch endlich was zu kaufen. Die anderen fragen: „Von was bitte? Ich komm doch so schon kaum über die Runden!“

Besonders eng wird es, wenn die Schere zwischen arm und reich gerade in dieser wohl gehüteten Subventionsstadt immer weiter auseinander spreizt.

Laut einer aktuellen Studie der Humboldt-Universität aus der rot-rot-grün regierten Bundeshauptstadt, die im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erstellt wurde, müssen gut eine Million Haushalte mit rund 1,6 Millionen Menschen in 77 untersuchten Großstädten  mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Etwa 1,3 Millionen Großstadt-Haushalte haben nach Abzug der Miete deutlich weniger, als den Hartz-IV-Regelsatz.

Sicher kann man das alles für Fake News halten. Man kann auch jubeln wie die Altparteien und erklären, die Rente ist sicher, die Bildung werde immer besser, und die Exportnation durch professorale Zuwanderung zahlreicher Ärzte und anderer Akademiker aus Nahost in ein paar Jahren den Mangel an Fachkräften endgültig beseitigen.

Man kann es machen, wie der Vogel Strauß. Kopf in den Sand. Die Würmer da unten bieten auch ein interessantes Programm. Laut SPD-Parteiprogramm-Sprech ein „Innovationsprogramm,“ dieses setzt natürlich eine „Innovationsofenheit“ voraus oder nur den gleichnamigen Dialog. „Qualitätsanreize“ werden gesetzt, „Integrationseingangsphasen für den Kopf im Sand ausgeweitet. Oder in der FDP-Sprache „Wurm-Empowerment“ vorangetrieben, „Vectoring neuer Gesellschaftswohnmodelle“ mit –Vorsicht ist jetzt das grüne Lieblingswort – „enomer Mediationskapazität“ freigesetzt.

Entweder verblöden wir ultraschnell und merken in der Real Reality unsere Armut nicht mehr. Oder wir machen es wie Lothar Matthäus und stecken einfach etwas Sand in den Kopf. Das hilft.

Wandere aus, solange es noch geht!
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