Die Demagogie der politischen Beta-Männchen

(Bild: JouWatch)
Wenn den Grünen die Panik im Nacken sitzt (Bild: JouWatch)

In der letzten Phase eines Wahlkampfs, in dem nur noch das Rennen um die drittstärkste Kraft im künftigen Bundestag spannend wirkt, agieren drei Politiker von drei Beta-Parteien besonders aggressiv gegen die AfD, den derzeitigen Favoriten für diese parlamentarisch wie symbolisch wichtige und vorteilhafte Rolle. Da ist einmal der smarte Feinrippfan Christian Lindner von der FDP, dann der verhinderte Gebrauchtwagenverkäufer Cem Özdemir von den Grünen und schließlich der doktorlose Schlossherr Karl-Theodor zu Guttenberg.

Von Wolfgang Hübner (P.I.)

Keines der drei Beta-Männchen aus der schon ziemlich erschöpften Reservekiste der politischen Klasse hat echte politische Substanz, von bereits unter Beweis gestelltem Charakter mal ganz zu schweigen. Lindner hat schon geschäftliche Pleiten hingelegt, für ihn ist die Politik auch materiell ein Rettungsanker. Özdemir, der Karriere bei den Grünen mit dem Migrantenticket machen konnte, hätte gewiss einen begnadeten Verkäufer von Daimler-Ladenhütern abgegeben. Doch in der grellbunten Republik war es für einen solchen Schummler wie ihn viel leichter und lukrativer, den jetzigen Weg einzuschlagen, um vielleicht sogar noch Minister zu werden.

Was Özdemir mit Guttenberg verbindet, ist die zeitweilige Flucht in die noch trumplosen USA nach allzu heftigen Skandalen in Deutschland. Bei Özdemir führte die Bonusmeilen-Affäre zum vorübergehenden amerikanischen Exil, bei Guttenberg war es der erschwindelte Doktortitel, der die umschwärmte Lichtgestalt nach Washington in einen sogenannten „Thinktank“ vertrieb. Nun ist der fränkische Freiherr auf Betreiben Horst Seehofers wieder in der deutschen Politik aktiv und verdient sich neue Meriten als CSU-Magnet in rechtspopulistisch bedrohten Zeiten der bayerischen Parteiendomina.

Alle drei haben nur einen Auftrag: Die Diffamierung der AfD!

Alle drei Beta-Männchen haben im Rahmen des Altparteienkartells und mit kräftiger Unterstützung der diesem verhafteten Altmedien tatsächlich nur einen, allerdings sehr wichtigen, sehr dringlichen Auftrag: die Schwächung und möglichst effektive Diffamierung der neuen politischen Kraft, also der AfD. Wer das am besten vollbringt, hat glänzende Aussichten, demnächst in Berlin eine herausgehobene Rolle zu spielen. Derzeit liegt der FDP-Retter Lindner in diesem Rennen deutlich vor Özdemir und dem allerdings gut in Fahrt gekommenen Guttenberg.

Lindners Strategie ist ebenso durchtrieben wie durchschaubar: Er mimt in der „Flüchtlingsfrage“, die trotz aller gegenteiligen Anstrengungen der Altparteien den Wahlkampf beherrscht, mit einigen AfD-Entleihen den moderaten Merkel-Kritiker, überlässt die Grobattacke auf die AfD aber Wolfgang Kubicki. Der ausgebuffte norddeutsche Wirtschaftsanwalt fürchtet offenbar nicht mehr wie vor einigen Jahren noch, in Berlin zum „Trinker“ und „Hurenbock“ zu werden. Lindner selbst fabuliert munter vom Segen der Digitalisierung. Dabei kann er hoffen, dass sowohl die Wähler als auch die Medien genau so wenig von diesem Thema verstehen wie er selbst. Und er kann komfortabel stets auf kostenlose Reklame mittels seiner bei der Springer-Presse prominent angestellten Ehefrau zählen.

Özdemir muss bei den im Abstieg befindlichen Grünen schon selbst den Holzhammer gegen die AfD schwingen und darf dabei selbstverständlich den „Nazi“-Vorwurf nicht scheuen. Doch bei allen Özdemir-Auslassungen haben selbst unvoreingenommene Zuhörer stets das Gefühl fehlender Glaubwürdigkeit und Authentizität. Auch das erzwungene transatlantische Intensivtraining hat aus dem türkischstämmigen Schwaben keinen Politiker werden lassen, dem außer den völlig anspruchslos gewordenen Grünen jemand über den Weg trauen mag.

Guttenberg spricht von “teilweise braunen Zecken“ in der AfD

Guttenberg hingegen genießt trotz seines entlarvten Betruges bei einem breiten Publikum Sympathien und Beachtung. Denn immerhin hat er ja weder seinen Adelstitel samt Ländereien noch sein gutes Aussehen verloren. Und wenn er bei einer Wahlveranstaltung in Niederbayern kritisiert, dass „wir manchmal geradezu ersaufen im Gutmenschentum“, dann freut sich der Saal. Jedoch kann Guttenberg dabei sicher sein, nicht von Claus Kleber und Co. für eine solche Äußerung an den elektronischen Pranger gestellt zu werden. Der CSU-Mann mit USA-Wohnsitz darf auch ungestraft in Richtung AfD sagen, man habe es dort mit “teilweise braunen Zecken“ zu tun.

Sprächen Gauland oder Höcke von teilweise linken, grünen oder linksliberalen „Zecken“ wäre die Aufregung bis in die eigenen AfD-Reihen schnell riesengroß. Bei Guttenberg hingegen wird die faschistoide Brandmarkung politischer Gegner als Blutsauger und Infektionsverursacher, die es zu vernichten gilt, mit gar nicht klammheimlichen Beifall selbst im FAZ-Feuilleton hingenommen.

Halten wir fest: Alle drei Beta-Männchen, die Alpha-Männchen in Beta-Parteien sind, handeln ausschließlich im eigenen und im Interesse der sich bedroht fühlenden politischen Klasse. Die Sorgen und Nöte des deutschen Volkes sind keinem Lindner, keinem Özdemir, keinem Guttenberg ein echtes, sondern nur ein vorgetäuschtes Anliegen. Deshalb sind alle drei typische Demagogen unserer Zeit. Immerhin tröstlich ist jedoch, dass keiner dieser Demagogen ein Format hat, das länger als eine Wahlperiode die meisten Bürger wird narren können.

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