ZDF lud Berliner Terroropfer aus Show mit Merkel aus

(Bild: Breitscheidplatz: Andreas Trojak; Terroranschlag-Berlin-Breitscheidplatz-2016; CC BY 2.0; siehe Link - Hintergrund: Screenshot, Merkel: JouWatch)
Kurzfristig ausgeladen (Bild: Breitscheidplatz: Andreas Trojak; Terroranschlag-Berlin-Breitscheidplatz-2016; CC BY 2.0; siehe Link - Hintergrund: Screenshot, Merkel: JouWatch)

Eine Hinterbliebene des islamischen Terroranschlags vom Breitscheidplatz sollte in ihrer Funktion als Hinterbliebenensprecherin zur Sendung „Klartext, Frau Merkel“, kommen – dann folgte jedoch die Ausladung.

Astrid Passin hatte ihren Vater bei dem dschihadistischen Anschlag am Breitscheidplatz verloren. Verübt durch einen Dschihadisten, der durch die Politik von Angela Merkel ungehindert in unser Land einreisen und morden konnte.

Nach den schrecklichen Geschehnissen – hinzu kam noch der menschenunwürdige Umgang der Behörden mit den Hinterbliebenen –  wurde Passin Sprecherin der Hinterbliebenen des Terroranschlags und sollte am Donnerstag bei der – mittlerweile als Merkle-Fake-Show entlarvten – ZDF-Produktion „Klartext, Frau Merkel“ – mitwirken. Doch Stunden vorher wurde ihr telefonisch abgesagt.

Fadenscheinige Begründung

Wie Passin gegenüber der Berliner Morgenpost angibt, sei sie bereits am 24. Juli vom ZDF per Email angeschrieben und gefragt worden, ob sie bei der Merkelshow auftreten wolle. Man habe sie in einer TV-Reportage gesehen und ihr Auftritt in einem Beitrag von Spiegel TV habe sehr eindrücklich vermittelt, welche Gefühle sie durchleben musste, nachdem sie in der schwierigen Zeit nach dem Anschlag von Politik und Behörden alleingelassen wurde. Nachdem Passin die Einladung mit den Hinterbliebenen besprochen hatte, sagte sie ihr Kommen zu.

Am Donnerstag dann der Anruf vom ZDF. Sie solle nicht kommen. Es habe nach der zwei Tage zuvor ausgestrahlten TV-Sendung „Klartext, Herr Schulz!“ Probleme gegeben. Bürger, die Fragen stellten, seien von Medien und in sozialen Netzwerken attackiert worden und dies wolle man ihr ersparen.

Obwohl sie sehr klar kommunizierte, dass sie als Sprecherin der Hinterbliebenen es gewohnt sei, von Medien bedrängt zu werden und es sehr schade finde, Merkel ihre Frage nicht stellen zu dürfen, folgte von Seiten des ZDFs immer wieder die gleichen Erklärungen. Sie habe gespürt, dass es nicht gewollt war, dass sie an der Sendung teilnehme.

„Ich denke, meine Fragen wären denen zu unbequem gewesen“

Dies sei bereits die zweite negative Erfahrung im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit und der Bundeskanzlerin. Denn bereits Ende März sei der durch ihren Anwalt übersendeten Brief an Merkel, indem sie um ein Treffen mit ihr und den Hinterbliebenen des islamischen Terroranschlags gebeten habe, abgesagt worden. „Wir möchten schon gern wissen, warum sie sich als Bundeskanzlerin noch nicht die Zeit genommen hat, uns kennenzulernen, und warum von ihr nicht wenigstens ein persönliches Kondolenzschreiben kam“, so die Hinterbliebenensprecherin. „Ich denke, meine Fragen wären denen zu unbequem gewesen“, so Passin nach der letzten, aktuellen Enttäuschung.

Wie die Morgenpost abschließend mitteilt habe ein CDU-Sprecher zu Ausladung erklärte: „Wir haben die Gäste nicht ausgesucht, hatten keinerlei Zugang zum Auswahlverfahren und keine Kenntnis, wer als Gast erscheinen und was er fragen wird.“

Eine Farce, wenn nicht gar eine handfeste Lüge angesichts der jüngsten Erkenntnisse, wie in der angebliche Livesendung „Klartext“ verfahren wurde: Wie JouWatch berichtete, scheinen Fragesteller und deren Fragen dem Moderator der Show, dem ZDF-Chefredakteur Peter Frey und somit mutmaßlich auch Angela Merkel bekannt gewesen zu sein. (BS)

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