Die Sache mit den Minaretten

Collage: Autor
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Vor einigen Tagen las ich bei dpa folgende Meldung (im Interesse der Geschlossenheit, gebe ich lediglich die wesentlichen Passagen wieder):

Das Wahlprogramm der AfD verstößt nach Ansicht von Bundesjustizminister Heiko Maas in mehreren Punkten gegen das Grundgesetz.

 Mit der AfD könnte erstmals seit 1949 eine Partei die 5-Prozent-Hürde überspringen, deren Programm in Teilen verfassungswidrig ist”, schreibt der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Rundschau” (Montagausgabe). Die AfD fordere unter anderem in ihrer Religions-, Familien-, Strafrechts- und Europa-Politik klare Verletzungen der Grundgesetz-Artikel 1, 3, 4 und 23, die die Würde des Menschen schützen sowie die Unschuldsvermutung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die Freiheit der Religion.

 Nicht mit der Verfassung vereinbar seien etwa Forderungen nach einem pauschalen Verbot von Minaretten und Muezzin-Rufen. “Selbstverständlich muss jede Religion unsere Verfassungsordnung einhalten”, so der Minister. Das Grundgesetz schreibe jedoch “die Religionsfreiheit und das Verbot der Diskriminierung wegen des Glaubens oder der religiösen Anschauungen in den Artikeln 3 und 4 fest”. Dies sei eine Lehre aus dem Rassenwahn der Nazis, der zur Ermordung von sechs Millionen Juden führte ….

 (Die Hervorhebungen stammen von mir.)

Herr Maas lenkt zwar scheinbar in der weiteren Folge ein:

 „Ich halte nichts davon, irgendetwas zu verändern, nur damit die AfD kleingehalten wird“, kritisierte Maas. Das verschaffe der AfD die Möglichkeit, sich in „diese Opferrolle hinein zu interpretieren und damit zu zeigen, dass man anders ist als die anderen Partien und dass die anderen Parteien sich alle gegen sie verbündet haben“, warnte er.

 Aber er hat es trotzdem wieder geschafft, der mit Riesenschritten für die System-Parteien zum Alptraum werdenden AfD das Kainsmal eines Kapital-Vergehens – das des Angriffs auf das Grundgesetz – anzuhängen, eine Anschuldigung, die, aus dem Mund eines Justizministers natürlich besonders publikums- (und wahlwerbungs-)wirksam sein muss.

Werter Herr Maas, lassen Sie mich Ihnen zunächst zu der (für Sie höchst ungewöhnlichen) Konzilianz meine Anerkennung aussprechen, welche aus der Einleitung der letzten Passage Ihrer Stellungnahme zu sprechen scheint – auch wenn Sie diesen positiven Eindruck im Nachfolgenden gleich wieder zerstören.

Lassen  Sie mich dann, zum Thema „Minarette“ folgenden Text zitieren:

„Die Minarette sind unsere Bajonette, die Kuppeln [der Moscheen; meine Anmerkung] unsere Helme, die Moscheen unsere Kasernen ….  die göttliche Armee ist bereit.“

Dieses Zitat stammt ursprünglich von Mehmed Ziya Gökalp, einem türkischen Dichter, Journalisten und Politiker, der zu Ende des 19. und währende des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts einen starken Einfluss auf das politische Leben der Türkei ausübte. Während die obigen Worte – was ihn betrifft – nicht expressis verbis Ausdruck einer Eroberungs-Politik in Richtung des abendländischen Westens waren (sich richteten sich vielmehr auf die den Türken verwandten Völkern Zentralasiens), sind sie dies sehr wohl und in unmissverständlicher Weise im Munde des derzeitigen türkischen Präsidenten (und Sultan-Aspiranten) Recep Tayyip Erdogan, der nicht müde wird, sie zu zitieren (und sich dafür eine Freiheitsstrafe sowie einen temporären Ausschluss von politischen Ämtern einhandelte, als in der Türkei noch rechtsstaatliche Verhältnisse herrschten).

Darf ich Sie vielleicht auch dran erinnern, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der in der BRD operierenden Moscheen unter der direkten Kontrolle von DITIB (dem Dachverband der türkisch-islamischen Moscheen-Gemeinden in der BRD) stehen, der wiederum seine Anweisungen aus Ankara von dem staatlichen Präsidium für religiöse Angelegenheiten der Türkei empfängt. Und wenn Sie, Herr Maas, über die letzten Jahre hinweg in Bezug auf die Entwicklungen in der Türkei nicht geschlafen haben, müssten Sie eigentlich wissen, wer – hinter den Kulissen – bei dieser letzteren Institution das Kommando führt.

In Bezug auf deutsche Moscheen, die von saudi-arabischen Interessen (oder solchen diverser Golfstaaten) gesponsert werden, herrschen analoge Verhältnisse.

Aber Minarette sind natürlich nur eine Bereicherung der (ohne sie so drögen) architektonischen Landschaft Deutschlands und mitnichten (wie die perfide AfD es sehen will) sichtbare Symbole des islamischen Alleinherrschafts-Anspruchs (s. o.).

Und wie darf ich Ihre obigen Verweise auf die „Würde des Menschen“ sowie die „Gleichberechtigung von Mann und Frau“ verstehen? Von Ihrer Warte sind es offensichtlich die Mitglieder der AfD – und nicht die Anhänger (zumindest der konservativeren Ausprägung) des Islam – die, dort wo sie das Heft in der Hand haben, alle Nicht-Muslime zu Menschen zweiter Klasse degradieren sowie das weibliche Geschlecht als Nutz- und Zuchttiere behandeln.

Herr Maas, wenn ich nicht wüsste, dass Ihre – inzwischen ins Inkohärente spielenden – Anwürfe gegen die AfD von dem Muffensausen inspiriert sind, welches Ihnen die rasanten Bodengewinne dieser „Konkurrenz“ verursachen, würde ich Ihnen raten, sich eingehender mit dem Islam, seinen Welteroberungszielen sowie der Symbolik des Minaretts als Flagge zu befassen.

Von Quo usque tandem

 

 

 

 

 

 

 

 

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