Kafe Marat: „Wo zeigt der Bulle sein wahres Niveau? Im Kessel, im Kessel!“

Um zu dieser Veranstaltung zu kommen, konnte man sich im Kafe Marat das entsprechende Busticket kaufen: Der Schwarze Block bei der "Wellcome to Hell" Demonstration. Dieses und das Bild "Hass auf Schweine" sind die einzigen Bilder in dem Beitrag, die nicht am Donnerstag aufgenommen wurden. (Bild: JouWatch)

Die CSU im Münchner Stadtrat will dem Stützpunkt der autonomen Antifa in der Bayerischen Landeshauptstadt die öffentlichen Gelder streichen. Über 40.000 Euro erhält das Kafe Marat, das in einer städtischen Immobilie beheimatet ist, jährlich aus der Stadtkasse. Die CSU hat sich dabei eines Bildes aus der Dokumentation „Der Links-Staat“ bedient. Die Antifa und ihre Unterstützer heulen auf. Das Plakat käme aus einer fragwürdigen Quelle und außerdem sei das schon lange her. Doch brandaktuelle Veranstaltungen zeigen, dass dem „Hass auf Schweine“, womit die Antifa die Polizei meint, beständig freier Lauf gelassen wird.

Von Christian Jung

Das fragliche Bild zeigt die Aufschrift „Hass auf Schweine – Kämpf mit uns“. Darunter ist die Attacke auf einen Polizeiwagen zu sehen. Glas splittert. Man ahnt die Gefährlichkeit des gezeigten linksextremen Angriffs auf die „Schweine“, womit ohne jeden Zweifel Polizisten gemeint sind.

Das Bild, das den Hass der Linken auf die Polizei zeigt: „Hass auf Schweine – Kämpf mit uns“. Zum Nachweis, dass dieses Bild wirklich an der Fassade des Kafe Marat hing: siehe Video unten. Zum Vergrößern anklicken. (Bild: JouWatch)

Wohl nicht zuletzt wegen der bürgerkriegsähnlichen Zustände in Hamburg während des G-20 Gipfels und der vielen dabei verletzten Polizisten, will die CSU nun Härte zeigen. Nicht die Tatsache, dass man im Kafe Marat die Bustickets für gemeinsame Fahrten zu den gewalttätigen Ausschreitungen anlässlich der EZB-Eröffnung In Frankfurt erstehen konnte, hat die CSU zum Einschreiten veranlasst. Ebenso wenig die wiederholte Funktion als Reisebüro zu den bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen in Hamburg anlässlich des G-20 Gipfels mochte die CSU zum Nachdenken anregen.

Eine Veranstaltung zum „Tag der politischen Gefangenen“ (!) am 18. März 2016, an dem die Rote Hilfe teilnahm, war augenscheinlich der CSU keine Aufregung wert (siehe Dokumentation „Der Links-Staat – Die Kommunalen Netzwerke). Immerhin unterstützt die Rote Hilfe Gewalttäter, die Polizeibeamte verletzen. Aber nur dann, wenn die Täter sich von ihrer Tat nicht distanzieren (JouWatch berichtete).

AfD: „CSU muss Worten Taten folgen lassen“ 

Schon diese kleine Auswahl an Vorfällen hätte – jeder für sich – die Streichung der öffentlichen Gelder zur Folge haben müssen.

Erst jetzt, nachdem Bundestagswahlen anstehen, beantragt die ehemalige Partei des Franz Josef Strauß im Stadtrat die Streichung der Steuergelder. In den Jahren zuvor hatte die CSU die Finanzierung des Extremistentreffs und Münchner Gegenstücks zur Roten Flora in Hamburg abgenickt. Petr Bystron, Landesvorsitzender der AfD in Bayern, traut der aus dem Nichts kommenden „harten Linie“ der vormals Konservativen nicht so recht: „Die CSU muss jetzt zeigen, dass sie jetzt auch mal den Taten Worten folgen lässt.“

Kultur wie sie dem Steuerzahler für sein Geld im Kafe Marat geboten wird: Von der Band „Cocktailbar Stammheim“, der offensichtlich auf die Terroristen der R.A.F. Bezug nimmt bis hin zu „scheissediebullen“ durften beim Jubiläum des Freitagskafes ihre Musik spielen. Hassparolen inklusive. (Bild: JouWatch)

Angesichts der vielen Argumente gegen das Kafe Marat ist der vorgebliche Anlass tatsächlich zumindest überraschend. Die CSU will von einem „Privatmann“ das Bild zugeschickt bekommen haben. Nun ja…. Tatsächlich stammt es aus dem Film „Der Links-Staat – Die Kommunalen Netzwerke“.

Lässt die Union die Polizeibeamten im Stich?

Das Bild geistere schon seit 2012 auf „rechtsradikalen“ Seiten durch das Internet und niemand wisse, ob es wirklich jemals am Kafe Marat hing, machen die Verteidiger, wie etwa der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Ritter geltend (Zum Nachweis, dass dieses Plakat am Kafe Marat angebracht war, siehe Video unten). Auch die Grüne Jugend sprang sogleich dem Kafe Marat mit denselben Scheinargumenten zur Seite.

Richtig ist, dass die Stadt München schon seit Jahren, letztlich Jahrzehnten, das Kafe Marat deckt. Ebenso richtig ist, dass vor dem Jahr 2012, nach dem Jahr 2012 und auch gegenwärtig jede erdenkliche linksextremistische Propaganda im Kafe Marat verbreitet wurde und wird. Immer und immer wieder wird auch dem Hass auf Polizeibeamte das Wort geredet; was letztlich Teil dieser extremistischen Propaganda ist. Beamte dieses Staates, die auch CSU-Veranstaltungen schützen, werden so auf Steuerzahlerkosten verunglimpft und zur Gewalt gegen sie aufgerufen. Wie glaubhaft ist also der Dank, den Kanzlerin Merkel den Polizisten für den Schutz ihrer Wahlkampfveranstaltungen ausspricht, wie etwa am Dienstag in Augsburg?

Nicht zuletzt die Union hatte nach Hamburg ein härteres Vorgehen gegen solch offen extremistische Strukturen wie in Berlin, Hamburg oder auch München gefordert. Jedem sei klar, mit wem man es zu tun habe, meint Bystron: „In diesen Vereinen tummeln sich Linksextremisten, die Polizisten angreifen und verletzen.“

20 Jahr Feier wird mit Hetze gegen Polizei begangen

Plakat zur eigenen Veranstaltung, das wohl auch dieses Mal von einem „Unbekannten“ gegen den Willen und das Wollen des Vereins „Zeit, Schlacht & Raum“, der Träger des städtisch finanzierten Kafe Marat ist, angebracht worden sein soll. Zum Vergrößern anklicken. (Bild: JouWatch)

Über all die Jahre waren Anlässe gegeben, der linksextremen Einrichtung in München jede Bezuschussung zu verweigern. Ein aktuelles Beispiel macht deutlich, dass man dazu nicht allzu weit in der Vergangenheit kramen muss. Dieses widerlegt zugleich alle „Gegenargumente“ der Verteidiger der Antifa.

Am Donnerstag hat JouWatch an der Fassade des Kafe Marat die Bilder zu diesem Artikel aufgenommen. Zwei zeigen ein Plakat an der Fassade des Autonomentreffs, das die 20-Jahr-Feier des sogenannten Freitagskafes ankündigt. Das Freitagskafe ist ein Teil des Kafe Marat, das anders als die ebenfalls in dem Haus sich organisierende „Antifa NT“ nach Kenntnis von JouWatch nicht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht.

Im Rahmen der 20-Jahr Party sollten nach Angaben des Kafe Marat diverse Bands auftreten. Diese Veranstaltung wurde auch auf der Internetseite des Kafe Marats beworben.

Was an der Fassade klebt, wird hinter der Eingangstür gedacht 

Damit wäre auch eine weitere Schutzbehauptung widerlegt, wonach die Plakate an der Fassade keine Rückschlüsse zuließen, was im Gebäude passiert oder gedacht wird. Florian Ritter und auch die Grüne Jugend, letztere ohnehin vielerorts Teil der Antifa, müssten glauben und den Münchnern glauben machen, dass sich ein völlig unbekannter Dritter der Plakate des Vereins bemächtigt, diese außen an der Fassade des – übrigens unter Denkmalschutz stehenden – Hauses anbringt, ohne dass der Verein davon weiß oder dieses billigt.

Wie lange würde wohl ein AfD-Plakat an der Fassade des Kafe Marat hängen? Die Klebeerwartung dieses Plakates wäre wohl in Minuten zu bemessen. Anders hingegen die Plakate, auf denen Gewalt gegen Polizei verherrlicht wird oder Szenen von Straßenschlachten zu sehen sind und die Aufforderung, sich den Autonomen oder dem Schwarzen Block anzuschließen. Diese Plakate hingen über Wochen oder gar Monate. Zum Teil unübersehbar direkt am Eingang des Gebäudes.

Ein „Lied“ wie gemacht für den Schwarzen Block von Hamburg

Direkt am Nebengebäude des Kafe Marat: Hier hängt das Plakat der 20-Jahr-Feier des Freitagskafes. Daneben prangt groß die Aufschrift: ACAB, All Cops are Bastards (Alle Polizisten sind Bastarde). Sowohl das Anbringen des Plakates der eigenen Veranstaltung, noch der dokumentierte Hass auf die Polizei soll nichts mit dem Kafe Marat zu tun haben. (Bild: JouWatch)

Doch zurück zu der Jubiliäums-Veranstaltung in dem Autonomentreff.  Bei den Konzerten am 15. Juli 2017 trat auch die Band „scheissdiebullen“ auf. Der Name ist Programm. In dem Lied „Ein Kessel Stumpfes“ etwa wird beschrieben, wie linke Demonstranten im Kessel (der Polizei, Anm. d. Red.) verletzt werden. „Brecht ihr (die Polizei) uns auch die Nase, uns gehört die Straße“, weiß „scheissdiebullen“ zu berichten und fordert dazu auf: „raus aus dem Sessel, rein in den Kessel“. Dort werden den Linksextremen laut „Lied“-Text auch noch die Beine gebrochen, ihnen mit Wasserwerfern begegnet und zudem keine Toilette zur Verfügung gestellt. Kein Wunder also, dass nach Ansicht der Band das „Diskutieren im Kessel wenig Sinn macht“. Denn in diesem Kessel zeigt laut Songtext „der Bulle sein wahres Niveau“!

Ein anderes Lied derselben Band weist allerdings auf den wahren Täter hin. Wir dokumentieren dieses „Liedgut“ in voller Länge, um so keinesfalls aus dem Zusammenhang zu reißen und auch den tiefen Hass auf diesen Staat und seine Polizei zu demonstrieren, die die Band „scheissdiebullen“ mit der SS gleichsetzt. Aus jeder Zeile springt einem der Geist des Schwarzen Blocks von Hamburg förmlich entgegen:

„Sommernacht

Wir sind wie Dynamit und wir wollen noch mehr,
keine Implosion, Angst vor Gegenwehr,
wir explodieren, unser Stein fliegt weiter.
Brennender Asphalt ich hör Hunde bellen,
ich seh blaues Licht den Nachthimmel erhellen,
ss-kaliert, unser Stein fliegt weiter.

Die Sommernacht als Straßenschlacht die Vögel schweigen still,
und wir bleiben da wo wir grad sind, wo uns keiner will.
Hinter Müllcontainern, Barrikaden die Luft brennt hier so schön,
verschanzt ihr euch im Kastenwagen, daran könnt man sich gewöhnen.

Ich seh Bomben fallen,
ich hör Schreie hallen,
ich hör Korken knallen,
auf eurem Staatsempfang.

Leben unter Zwang immer treu dem Gesetz,
wir leben, lieben, sterben und wir ficken im Netz,
ziel auf das Glas, unser Stein fliegt weiter.
Leben ohne Zwang niemals treu eurem Gesetz,
wir leben, lieben, sterben doch wir bilden ein netz,
organisiert, unser Stein fliegt weiter.“

Deutschland schafft sich ab als Versprechen und Hoffnung für die Linke

Die Untergangsfantasien in Bezug auf Deutschland feiert in den Texten der Band fröhliche Urstände: „Du hast gesagt, Deutschland schafft sich ab, versprich mir nicht zu viel.“ Heißt es etwa in dem Titelsong des Albums „Aufschwung“.

Bystron möchte diesen Hass auf das eigene Land und auf dessen Polizeibeamte nicht weiter gefördert sehen: „Es muss Schluss damit sein, solche Strukturen auch noch aus Steuergeldern zu finanzieren.“ Es wird an der CSU liegen, wie weit die Steine der Linksextremisten in München noch fliegen.

 

Hier das Video, das zeigt, wo am Kafe Marat das Plakat „Hass auf Schweine – Kämpf mit uns“ angebracht war:

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