FDP-Kandidat besticht Erstwähler

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Wählt mich! (Bild: Screenshot)

Dessau-Roßlau – Gegen FDP-Direktkandidat Jörg Schnurre wurde Strafanzeige gestellt. Der Politiker soll Flyer verteilt haben, auf denen er jedem Erstwähler zwei Euro versprach, wenn er in den Bundestag gewählt wird. Nach heftiger Kritik distanzierte sich die Bundespartei von der Aktion – und der liberale Schnurre versucht zu relativieren.

FDP-Direktkandidat in Dessau-Roßlau, Jörg Schnurre, hatte auf einem Flyer jungen Leuten Geld dafür versprochen, wenn diese ihn in den Bundestag wählen würden. Darauf zu lesen:

Wenn ich in den Bundestag gewählt werde, dann bekommst Du mit dieser Karte 2 Euro von mir geschenkt. Einfach so.“ Einen weiteren Euro versprach Schnurre für jeden, der ein Foto von sich und dem Zukunftsticket auf Facebook oder Instagram postet. Versehen war die Karte auch mit der Aufforderung: „Am 24. September Jörg Schnurre und die FDP wählen.

Oh – das hab ich nicht bedacht!

Die nach Wählerbestechung riechende Aktion rief einen massiven Entrüstungssturm hervor, so dass der Möchtegern-Bundestagsabgeordnete und Diplom-Sozialwissenschaftler die Aktion abbrach. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa teilte der FDPler mit, dass er nicht bedacht habe, dass seine Aktion die rechtliche Grenze überscheite und er in die Unabhängigkeit des Wählers eingreife. Er werde sich schriftlich entschuldigen, so Schnurre.

„Deutlich über das Ziel hinausgeschossen“, so Schnurres Landesverband in Dessau. Die FDP Sachsen-Anhalt hatte die Aktion sofort unterbunden und ihren Kollegen zum Abschuss freigegeben: „Jörg Schnurre muss für seinen Fehler die volle Verantwortung übernehmen. Wir wollen die Wählerinnen und Wähler mit unseren Inhalten überzeugen“, so der FDP-Landesvorsitzende Frank Sitta.

Kreiswahlleiter stellt Strafanzeige

Damit wird die Angelegenheit jedoch für den FDP-Kandidaten nicht erledigt sein. Wie Bild mitteilt, hat der Kreiswahlleiter Michael Conrad den Vorfall zur Anzeige gebracht. Nach intensiver Beratung mit der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin und Beratern hier vor Ort sei er zu der Überzeugung gekommen, dass er in seiner Organstellung als Kreiswahlleiter diesen Sachverhalt zur Anzeige zu bringen habe, so Conrad am Freitag laut der Bild. (BS)

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