Abt. Provokation: Herr Gauland, wehrmacht denn sowas?

Foto: AfD
Deutscher Widerstand: Alexander Gauland (Foto: AfD)

Schnappatmung vor der Bundestagswahl bei t-online, EKD, SPD, TÜV und AA: Alexander Gauland hat wieder einen rausgehauen. Eine medienkritische Verneinung der kritischen Kompetenz von Gaulands Kritikern.

von Max Erdinger

Zitat: Mit der Forderung wieder „stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ hat Alexander Gauland seine Provokationen auf die Spitze getrieben. SPD und Grüne reagieren empört – und schießen scharf gegen den AfD-Spitzenkandiaten. Gauland sei ein „Rechtsextremer“ und ein „ultrarechter Militarist“. – Zitatende.

Wenn deutsche Soldaten nichts geleistet hätten, könnte sich auch niemand darüber aufregen, daß einer behauptet, man könne stolz sein auf das, was sie geleistet haben. Daß sie nichts geleistet hätten, behaupten ja nicht mal die Schnappatmer unter Gaulands hysterischen Kritikern. Im Nachhinein betrachtet haben sie halt das Falsche geleistet. Aber die Leistung als solche war nicht übel, so von 1939 bis 1941. Innerhalb von zwei Jahren so etwas wie eine EU zu schaffen, das kann nicht jeder. Was will man ihnen auch vorhalten? Daß sie die strikte Trennung von Militär und Politik beachtet haben? Wir alle wissen, wie man in der Wehrmacht mit politischen Dissidenten umgegangen ist. Aber Mut und Hochanständigkeit von Gaulands Kritikern sind in Zeiten der gefahrlosen moralischen Selbstüberhöhung selbstredend bemerkenswert. Bemerkenswert billig.

Zitat: „Wie erst jetzt bekannt wurde, verlangte Gauland am 2. September beim sogenannten Kyffhäuser-Treffen der AfD-Rechtsaußen, einen Schlussstrich unter die Bewältigung der NS-Vergangenheit zu ziehen: „Man muss uns diese zwölf Jahre jetzt nicht mehr vorhalten. Sie betreffen unsere Identität heute nicht mehr. Und das sprechen wir auch aus.“ – Zitat.

Sie sollten unsere Identität nicht mehr betreffen. Tatsächlich betreffen sie sie aber. Meinereiner ist 15 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geboren. Mit zwölf hatte ich das Tagebuch der Anne Frank gelesen, mit zwanzig hatte ich Flossenbürg und Dachau besucht, mit dreißig auch noch Buchenwald und Auschwitz. Die Wohlgesinnten habe ich gelesen, Hitlers Biographie, Himmlers Biographie, das Kriegstagebuch des Felix Landau, Goldhagen, Finkelstein, Schultze-Rhonhof u.v.m. Zu behaupten, diese zwölf Jahre beträfen unsere Identität nicht mehr, ist gewagt. Sie betreffen unsere Identität mehr, als uns lieb sein kann. Ob wir wollen oder nicht. Das ist aber nicht die Frage.

Es ist nur so, daß uns diese Identität bis zum St. Nimmerleinstag erhalten bleiben soll. Unsere Kinder sollen sie erhalten und unsere Enkel. Unschuldige. Das ist die amoralische Monstrosität. Und dagegen wendet sich Gauland völlig zu recht. Niemand hat gefordert, auch Gauland nicht, diese zwölf Jahre aus unserer Geschichte zu tilgen. Ganz einfach Geschichte sein lassen müsste man sie halt, anstatt so zu tun, als gebe es ein spezifisch deutsches Gen, welches dafür verantwortlich ist, daß aus jedem deutschen Neugeborenen binnen zwölf Monaten ein veritabler Nationalsozialist wird. Das ist nämlich „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“, wenn es nicht gar „Rassismus“ ist.

Im Übrigen sollten sich gerade die Sozialdemokraten mal fragen, was denn der Sozialismus, das Sozialdemokratische, die Gleichheitsdenke so an sich haben, daß in der Nachkriegs-SPD gleich mal zwanzig ehemalige NSDAPler für die SPD im Bundestag gesessen haben. Sie sollten einmal Besinnungsaufsätze schreiben über die Gemeinsamkeiten von Nazidiktatur und DDR-Diktatur. Womöglich kämen einige dahinter, daß es – mehr zwar, als zwischen BRD und Drittem Reich – weniger das Nationalistische ist, das sie verbindet, als vielmehr das Sozialistische. Ausgerechnet beim „Geschichtsbewußtsein“ von Roten und Grünen handelt es sich nämlich auch heute noch um reinen Nationalismus, allerdings um einen rein negativen Nationalismus, eine Art neurotischer Geschichtsfeldverengung. Und richtig dumm ist diese ganze Blase deswegen, weil sie darüber das sozialistische Element außer acht läßt. Jeder mit einem IQ oberhalb von 70 kann sich an drei Fingern abzählen, warum das so ist.

Zitat: „SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann warf Gauland „geschmacklose Geschichtsklitterung“ vor. „Es fehlt mir jede Vorstellungskraft, wie man auf Millionen Tote, barbarische Kriegsverbrechen und eine Zerstörung von ganz Europa auch nur ansatzweise stolz sein kann.“ Die Äußerungen entlarvten den AfD-Spitzenkandidaten als „ultrarechten Militaristen“. – Zitatende.

Damit beweist Oppermann nur einmal mehr, daß er nicht zwischen Verantwortlichkeiten unterscheiden kann. Es war Krieg. Den haben nicht die Armeen begonnen, sondern seine eigene Spezies: (national)- sozialistische Politiker. Die waren auch die Verantwortlichen für den „Ungeist“ in „ihrer Wehrmacht“. Mir fehlt jede Vorstellungskraft, wie man entweder so hinterfotzig oder so begriffsstutzig sein kann, zu behaupten, Gauland habe gesagt, er sei stolz auf „Millionen Tote“ und „barbarische Kriegsverbrechen“. Der Krieg ist nicht nur dann eine Bestie, wenn Deutsche an ihm beteiligt sind. Eines ist sicher: Vor dem Ungeist, der in der Wehrmacht herrschte, wäre man heute mit einem Verteidigungsminister Gauland sicherer, als mit einem Thomas Oppermann.

Die Verbrechen der Wehrmacht waren nationalsozialistische Verbrechen. Militärische Leistungen hängen nicht von der Ideologie ab, in deren Namen sie erzielt werden. Ein guter Kämpfer ist ein guter Kämpfer, egal, wofür oder wogegen er kämpft. Gauland hat recht.

 

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