Steht Ulf Poschardt erneut vor einem Rauswurf?

(Bild: INSM; CC BY-ND 2.0); siehe Link)
Ulf Poschardt - Chefredakteur der WeltN24 GmbH (Bild: INSMCC BY-ND 2.0); siehe Link)

Die Aufregung rund um eine angeblich brisante, jedoch Jahre alte Email von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel schlug kurz vor der Bundestagswahl tsunamiartige Wellen. Initiator des zum Skandal hoch geputschten Vorfalls könnte einmal mehr Ulf Poschardt – jetzt Chefredakteur der „Welt“-  sein, der im Jahr 2000 wegen eines gefälschten Interviews in der Süddeutschen Zeitung (SZ) seinen Chefredakteursessel räumen und die Alpen-Prawda verlassen musste.

Viele haben sich bereits ein kühles Getränk und Knabberzeug zurechtgelegt, um sich in den letzten Tagen der Bundestagswahl von den täglich neuen Schmutzkampagnen, die gegen die AfD gefahren werden, unterhalten zu lassen.

Aktuell tobt der Kampf tsunamigleich um die, zum Skandal hoch gepuschte, mehrere Jahre alte „Weidel-Email“, die sich nach jetzigem Ermessen als eine plumpe Fälschung herausstelle dürfte (JouWatch berichtete)  und die ausgerechnet – ach, wie passend – ein paar Tage vor der Bundestagswahl in der Öffentlichkeit erschien.

Alice Weidel bestreitet die Urheberin dieser Email, die von der „Welt am Sonntag“ (WamS) veröffentlicht wurde, zu sein. „Welt“ indes behauptete vor Tagen noch felsenfest und doch mehr als nebulös, dass die E-mail von Weidel stamme. Mittlerweile ist es merkwürdig still.

Welche Rolle spielt Poschardt beim Weidel-Email-„Skandal“?

Einer der interessanteren Aspekte bei diesem ganzen Spielchen ist jene Person, die die angebliche Weidel-E-mail veröffentlicht hatte. Hier handelt es sich um Ulf Poschardt, seit letztem Jahr Chefredakteur der „Welt“.

Kramt man etwas in den Archiven, ist rund um die eventuell gefälschte E-mail der AfD-Spitzenkandidatin folgender Umstand nicht ganz unerheblich:

Poschardt arbeitete von 1996 bis 2000 als Chefredakteur des Magazins der Süddeutschen Zeitung (SZ). Im Skandal um Tom Kummer – einem Autor, dem bis zum heutigen Tag Plagiate vorgeworfen werden – kam heraus, dass Poschardt gefälschte Interviews und Storys von Kummer publiziert hatte.

Welt veröffentlichte Artikel zu Poschardts Rauswurf bei der SZ

Sein jetziger Arbeitgeber, die „Welt“ , veröffentliche im Mai 2000 einen Artikel zu Poschardts Rauswurf bei der SZ und schreibt:  „Die Geschäftsführungen des Süddeutschen Verlages und der Magazin-Gesellschaft zogen damit Konsequenzen aus den gefälschten Interviews, die Autor Tom Kummer in der Beilage der „SZ“ veröffentlicht hatte. Den beiden Magazin-Chefs wird vorgeworfen, trotz der in der Redaktion weitgehend bekannten Praktiken Kummers, der insbesondere Interviews mit Hollywood-Größen erfunden hatte, über Jahre hinweg nichts unternommen zu haben.“

Und weiter heißt es im Welt-Artikel, dass „insbesondere Poschardt, der mit Kummer befreundet ist, deutliche Warnungen vor der zweifelhaften Machart der Interviews ignoriert habe“.

Dass es sich bei Poschardts Stellvertreterin bei der „Welt“ um Dagmar Rosenfeld-Lindner, die Ehefrau von Christian Lindner, dem Vorsitzenden der  FDP handelt, kann bei dem ganzen Schmierentheater fast schon als Petitesse abgetan werden.  Spannend bleibt, welche Rolle Poschardt dieses Mal spielt und ob er sich zum willigen Helfer einer breiten Anti-AfD-Koalition hat machen lassen.

Falls er hinter dieser „Weidel-Nummer“ stecken sollte und die sich tatsächlich als Fälschung erweisen würde, müsste eigentlich Herr Döpfner in der „Welt“ reinen Tisch machen.

Heißt es dann wieder „Goodbye“ für den lieben Ulf? (BS)

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