documenta-Pleite: Wo ist das Geld hin?

Selbstinszenierung: „Performance“ von Alexandra Bachzetis Foto: documenta 14 / Mathias Völzke
Selbstinszenierung: „Performance“ von Alexandra Bachzetis Foto: documenta 14 / Mathias Völzke

Die documenta ist pleite. €37 Millionen Euro sind weg, weitere €7 Millionen Euro mussten die Stadt Kassel und das Land Hessen als Bürgschaft dazuschießen, um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten (JouWatch berichtete). Doch wo ist das Geld hin?

Von Collin McMahon

Der Grund für die Pleite scheint „finanzielle Misswirtschaft durch die documenta Leitung“ zu sein, schreibt die renommierte artnet-news. Die Entscheidung des künstlerischen Leiters Adam Szymczyk, die Ausstellung in zwei Städten gleichzeitig abzuhalten, Kassel und Athen, trieb die Kosten in die Höhe, während Geschäftsführerin Annette Kulenkampff nichts getan habe, um seiner Geldverbrennung Einhalt zu gebieten. Auch der ehemalige Kasseler Bürgermeister Betram Hilgen (SPD), bis vor kurzem Vorstandsvorsitzender, habe nichts getan, um der Verschwendungssucht des linken Traumtänzers Szymczyk Einhalt zu gebieten.

Anwalt Ansgar Neuhof griff das Thema auf der Achse des Guten auf und sah die Schuld allein bei GF Annette Kulenkampff, die mehr Angst vor der AfD im Aufischtsrat als vor horrender Steuergeldverschwendung hätte. Die Lokalzeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine, die die Story am Dienstag gedroppt hatte,  sah die Schuld jedoch klar beim Leiter Adam Szymczyk: „Nach HNA-Informationen hätte die Ausstellung allein in Kassel wohl mit einer „schwarzen Null“ abgeschlossen werden können. Das heißt, dass die Liquiditätslücke von über sieben Millionen Euro wohl ausschließlich am Co-Standort Athen entstanden ist.“

Die HNA listet die „kuriosen Fehlentscheidungen“ des polnischen Kurators Szymczyk auf: u.a. habe die documenta nicht drangedacht, dass es in Athen im Sommer heiß sei und klimatisiert werden müsse, weshalb „horrende Stromrechnungen“ entstanden seien, von einem sechsstelligen Betrag ist die Rede; zwei Standorte heißt auch, alles doppelt machen zu müssen: Büroräume, Personal, Handy, Equipment, Eröffnungsfeiern und die Reisekosten der Chefs und Mitarbeiter; Wohnungen wurden für Mitarbeiter in vornehmer Lage in Kassel angemietet, die jedoch nie bezogen wurden; außerdem verschlang der Transport der Kunstwerke enorme Summen, vor allem wenn es sich um so unsinnige Hirnpfurze der modernen „kunst“ wie ein Zelt aus Marmor handelt; außerdem blieben die Besucherzahlen von angeblich 445.00 zur Halbzeit hinter denen vom Rekordjahr 2012 zurück – ein 3% Rückgang wird jetzt erwartet.

„Dass die Finanzen aus dem Ruder gelaufen sind, hat auch mit einer Fehleinschätzung der Besucherzahlen zu tun. Zumindest ist es ein Rätsel, warum die Verantwortlichen sich zur Halbzeit noch auf Rekordkurs wähnten, nun aber ein Rückgang von drei Prozent zu erwarten ist. Das lässt Zweifel an der Seriosität der Halbzeitbilanz inklusive Prognose aufkommen,“ schreibt HNA.

Wir haben an die documenta geschrieben, um zu erfahren, wieviel Szymczyk und seine griechischstämmige Freundin Alexandra Bachzetsis für ihre Arbeit erhalten haben, ob sie vorhaben, jeweils dieses Geld zu behalten, und was ihre weiteren Pläne sind. Eine Antwort haben wir noch nicht erhalten. Stattdessen wird das Paar wohl seine Zukunft in Griechenland suchen. Nach taz-Infos haben sie ein Haus auf der Insel Hydra gekauft, Szymczyk soll als Leiter des EMST-Museums in Athen gehandelt werden.

„Es ist nicht zu erwarten, dass er sich in Kassel noch öfter blicken lässt“, schreibt die HNA über Szymczyk. „Dazu ist sein Verhältnis zur Stadt und zu den Menschen hier wohl zu angespannt. Intern heißt es, dass kaum einer mit ihm zurechtgekommen ist – vorausgesetzt, er war überhaupt mal vor Ort. In seinem Kasseler Büro soll er sehr selten gesichtet worden sein.“

Lesen Sie hier unsere JouWatch-Serie zur Geldverschwendung für linke Kunst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das „Marmorzelt“ von Rebecca Belmore hat natürlich irgendwas mit Flüchtlingen zu tun

Foto: documenta 14

 

Würden Sie diesem Mann €37 Millionen anvertrauen? Adam Szymczyk

Foto: documenta 14

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