Auch hoher Grundstückszaun schützt nicht vor „Flüchtlingen“

Foto: Durch beckart/Shutterstock
Schützt auch nicht immer (Foto: Durch beckart/Shutterstock)

„Wir haben Angst“, sagt Emanuel Eisenreich (36). Er wohnt mit seiner Lebensgefährtin Jelena (39) und seinen beiden vier und sechs Jahre alten Kinder in einem Haus in Ismaning in der Nähe von München. Seit April lässt er seine kleine Familie nicht mehr gerne allein. Damals traf er, als er nachts mit einem Taxi nach Hause kam, auf vier bis fünf dunkelhäutige Männer, die wahrscheinlich aus der nahegelegenen Asylunterkunft gekommen waren. Sie standen vor seiner Haustür, hatten den mehr als einen Meter hohen Zaun, der sein Grundstück umgibt, überklettert.

„Ich habe dann erst nach meiner Familie im Haus geschaut und die Polizei gerufen. Diese kam nach 35 Minuten und da war niemand mehr da,“ erzählt er, der beruflich und als Jugend-Fußballtrainer mit Menschen aus aller Herren Welt zu tun hat.  Er vermied es damals, dieses Erlebnis publik zu machen, weil er sich nicht in der „rechten Ecke“ wiederfinden wollte.

Doch nun mehren sich Vorkommnisse dieser Art. So blieben sogenannte Flüchtlinge vor dem Auto seiner Frau stehen, versuchten mit ihr durch Blicke und Gesten in Kontakt zu kommen. Am ersten September hätten in der Nacht gegen zwei Uhr erneut – diesmal rund zehn – meist dunkelhäutige Männer auf der Wiese seines Hauses gestanden.

„Die Abstände der Situationen und Belästigungen werden immer kürzer“, sagt der junge Familienvater, „da baut sich gerade etwas auf.“

Die Ismaninger Polizei gibt an, dass die Mayerbachstraße zwar auf ihren Streifentouren liege, sie aber erst einschreiten könne, wenn Fremde auf Privatgrundstücken angetroffen werden. Dann würden die Personalien aufgenommen.

Pressesprecherin Christine Spiegel des Landratsamts München, weiß von nichts. Der Ismaninger Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) hat mit der Familie gesprochen und dem Mann erklärt, er könne vom Hausrecht Gebrauch machen und die Polizei alarmieren.  „Hinweise“ werden auch an das Betreuungspersonal in der Asylbewerberunterkunft und an Mitarbeiter des Helferkreises gegeben. SPD-Bürgermeister Greulich betont, wie wichtig das Sicherheitspersonal an der Mayerbacherstraße sei. Nachdem die Regierung von Oberbayern die Securitydienste nicht mehr bezahlen wollte, hat der Landkreis München erstmal die Bezahlung der Unternehmen übernommen.

Auch Emanuel Eisenreich setzt nun auf einen privaten Sicherheitsdienst. Als er ein paar Tage nicht zu Hause war, engagierte er extra einen Security-Service um seine Frau und seine beiden kleinen Kinder in Sicherheit zu wissen. (MS)

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