Anabel Schunke: Weiterführende Anmerkung zur Causa Weidel

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Im Visier der linken Journalisten: Alice Weidel (Foto: JouWatch)

Die letzten zwei Jahre haben in keinem einzigen Punkt den Befürwortern der aktuellen Asyl- und Islampolitik in die Hände gespielt. Im Gegenteil: Alles, was kritische Journalisten, Publizisten, Politiker und Bürger anmahnten, ist nicht nur mit hundertprozentiger Treffsicherheit eingetreten, sondern wurde in vielen Fällen sogar noch von der Realität überholt. Der Fall Anis Amri (als einer von vielen) kann hierbei exemplarisch als hochkonzentrierte Darstellung all dessen herangezogen werden, was man gemeinhin unter dem politischen Vollversagen in Bezug auf Einwanderung, Asyl und Integration in den letzten Jahren subsumieren kann.

Von Anabel Schunke

Dies führt de facto zu der Feststellung, dass der AfD in explizit diesem Themenfeld, für das sie vornehmlich gewählt wird, auf der inhaltlich-argumentativen Ebene nicht beizukommen ist. Trotz emsiger Bestrebungen ist es aufgrund einer Realität, die ihre eigenen Fakten schafft, nicht gelungen, die AfD inhaltlich-argumentativ niederzuschreiben, so dass sie derzeit gute Chancen hat, als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzuziehen. Dies ist letztlich auch dem einigermaßen intelligenten Teil unter den deutschen Journalisten und Presseorganen, also abseits von Huffington Post und TAZ, aufgefallen. Was macht man also, wenn man Wähler nicht mehr mit der Nazifizierung der inhaltlichen Programmatik von der Wahl einer Partei abhalten kann? Man nazifiziert das Personal.

Die größte Angriffsfläche für die Medien und politische Gegner und die größte Abschreckung, die die AfD für potenzielle Wähler immer bot, war zu keinem Zeitpunkt ihre Positionen bzgl. Themen wie Asyl und Islam. Zumindest nicht für Konservative und ernsthafte Liberale (also solche, die den Liberalismus auch schützen wollen). Es war, auch wenn einige Leute das hier vielleicht abstreiten wollen, immer zu jedem Zeitpunkt der rechte Rand, der Höcke-Flügel, der die offene Flanke dieser Partei bildete. Der potenzielle Wähler zögern lässt. Will man also über die Appellation an das Gewissen potenzieller Wähler ein Votum für die AfD verhindern, geht das nicht über die Nazifizierung von völlig legitimen Inhalten, die die CDU vor zwanzig Jahren genauso vertreten hat, es geht einzig über die Höckisierung der gesamten Partei.

Wer wie ich noch nicht jegliche Verbindungen zur bürgerlichen Mitte gekappt hat und nicht kappen will, wer sich selbst dazu zählt, für den war der rechte Rand um Personen wie Höcke stets der größte Gewissensbiss in der Frage, ob man der AfD nun seine Stimme geben sollte oder nicht. In diesem Sinne haben Personen wie Alice Weidel stets das Korrektiv gebildet. Sie war und ist für jeden zögerlichen AfD-Wähler das gute Gewissen. Der Beweis, dass es die liberal-konservative Mitte in der AfD gibt und dass sie stark genug ist, sich gegen den rechten Rand zu behaupten und ihn über kurz oder lang abzuschütteln.

Eine Schmutzkampagne wie die Aktuelle, auch wenn dies an einigen von Ihnen, die Sie hier lesen, vielleicht selbst abprallt, kann in ihren negativen Auswirkungen also gar nicht hoch genug bemessen werden. Der Durchschnittswähler analysiert eben nicht en Detail, er schnappt Headlines auf. Für ihn reicht die Meldung, dass die vermeintlich liberal-gemäßigte Spitzenkandidatin der AfD vielleicht unter Umständen eine Mail geschrieben hat, die sie als verkappte Reichsbürgerin outet und dass dies tendenziöse, von den Medien genährte Rückschlüsse auf die grundsätzliche ideologische Verfassung der Partei ermöglicht. Dass dies mit seriösem Journalismus nichts mehr zu tun hat, muss an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden.

Der Versuch der Höckisierung der vorhandenen bürgerlichen Mitte innerhalb der AfD, sollte er sich im Falle Weidel (und davon ist nach bisheriger Faktenlage auszugehen) als unwahr herausstellen, kann und darf daher unter keinen Umständen relativiert werden. Dies ist nichts anderes als der Versuch eines persönlichen Rufmordes an Alice Weidel (mit allen zu erahnenden privaten Konsequenzen) und eines politischen Mordes an einer demokratischen Partei, die genau wie jede andere Partei das Recht auf eine sachliche, faire Berichterstattung hat.

Sollte sich diese Kampagne als unwahr herauszustellen, müssen Konsequenzen folgen, zeigt sich daran einmal mehr in aller Deutlichkeit, dass sich im deutschen Journalismus seit der hochgejazzten Willkommenskultur und des Vollversagens bzgl. der Aufarbeitung der Kölner Silvesternacht NICHTS geändert hat und die Ideologie immer noch vor der beruflichen Verantwortung kommt.“

 

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