„Psycho Martin“, der Norman Bates der deutschen Politik

Foto: Collage
Martin (im Vordergrund), Angela (im Hintergrund?) Foto: Collage

Das Verhältnis Merkel/Schulz mutet ein bisschen an, wie das von Norman Bates zu seiner Mutter in  Hitchcocks  „Psycho“.  Wir haben mit Merkel die übermächtige Muddi, die ihre beste Zeit hinter sich hat und mit Schulz einen nicht erwachsen werden wollenden Jungen mit Glatze, der Muddi unbedingt beweisen will, dass er es auch ohne sie schafft.

Von Oliver Flesch

Gestern Abend hatte der SPD-Kanzlerkandidat mal wieder Gelegenheit dazu. Ganz allein stand der kleine Martin mit den krummen Beinen in der ZDF-Wahl-Arena, in der 150 Wähler Fragen stellen durften – und tatsächlich: Er wirkte wie befreit. Selbstsicher, mit leicht schiefem Lächeln, sagte er gleich zu Anfang: „Ich will Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden. Ich setz auf Sieg, ganz klar“.

Darf ich Sie was fragen? Nee. 

Auch klar: Schulz wäre nicht Schulz, wenn er auch nur länger als drei Minuten einen guten Eindruck machen würde. Gleich bei der ersten Frage geriet er ins Straucheln. Eine Rentnerin sucht mit ihrem Mann verzweifelt eine bezahlbare Wohnung in Hamburg. Bislang zahlte sie 230 Euro Miete, ihre Wohnung soll grundrenoviert und vergrößert werden, sodass sie sich die neue Miete von 850 Euro nicht mehr leisten kann.

„Wucher!“, „Sittenwidrig!“, tönte Schulz. (Wie so oft ohne Kenntnis der Faktenlage.) Nicht rechtens also. Dabei hat der Mieterschutzbund der Dame längst alle Hoffnungen genommen. Die Erhöhung sei rechtens.
Schulz’ Versuch sich auf Merkel-Art „Darf ich Sie etwas fragen?“ anzubiedern, schlug auch völlig fehl:  „Darf man fragen, wie hoch Ihre Rente ist?“ – „Nee.“

Dann stellte sich auch noch raus, dass die Wohnung der Stadt Hamburg gehört, die von der SPD regiert wird. Worauf Martins Hamsterbacken noch ein bisschen dicker wurden.

Was auffiel: Schulz versuchte es allen Fragestellern recht zu machen. Seine politische Überzeugung war ihm dabei völlig egal, zwischenzeitlich avancierte d‘ Martin sogar zum konservativen Hardliner. Zwei Beispiele…

Schulz überholt die CSU rechts 

„Ich bin Mutter von vier Kindern und ich weiß heute schon, dass meine Rente gering sein wird, weil ich mir bewusst Zeit für meine Kinder nehme, deshalb nur teilzeitbeschäftigt bin“, klagte eine Dame aus Thüringen. Und weiter: „Ich find’s bedauerlich, dass keine Partei, Mütter, die sich besonders um ihre Kinder kümmern, auf‘m Schirm hat.“ (Stimmt nicht! Die AfD hat genau diese Mütter „auf‘m Schirm“.)

Ja, das ist tatsächlich bedauerlich. Geht es nach dem Staat, so können unsere Babys gar nicht früh genug in einer Kindertagesstätte landen. Deshalb auch die Forderung nach Abschaffung der Kita-Gebühren. Für Mütter, die sich in den ersten Jahren selbst um ihre Kinder kümmern wollen, setzte die CSU 2014 mit ach und krach das (viel zu geringe) „Betreuungsgeld“ durch. Wer war dagegen? Die SPD! Aber wie!

Umso erstaunlicher, was Schulz der Dame antwortete: „Wer für Familie oder für Pflege aus dem Beruf rausgeht, dem wollen wir helfen. Ein Familiengeld, mit dem…, wenn sie aus dem Beruf herausgehen, einen Zuschuss bekommen, der den Einkommensverlust abmildert. Und zugleich soll die Rentenversicherungsbeiträge weiter gezahlt werden. Damit Mütter, die erziehen, nicht bestraft werden.“

Nanu! Schulz plötzlich ein Kämpfer für das traditionelle Familienmodel? In der ZDF-Wahlarena schon, aber auch nach der Wahl? Natürlich nicht.

Bürgerwehren sind super! 

Nächstes Beispiel: Eine Dame aus der Grafschaft Esch in Rheinland-Pfalz hat eine, wie es das ZDF nennt, „Bürgerhilfe“ gegründet. Gut deutsch also „Bürgerwehr“. Zweimal täglich drehen Bürger mit Hundeverstärkung ihre Runden, weil in den letzten Jahren immer mehr eingebrochen wurde. Eine Bürgerwehr? Die waren für die SPD doch stets der Untergang des Abendlandes! Jaaa, aber eben nicht in der ZDF-Wahlkampfarena …

Das Gespräch zwischen Schulz und der Dame begann, wie so oft gestern im ZDF, unfreiwillig komisch: „Esch kenn ich übrigens, blabla, blabla…“ – Dame: „Nee, das ist das andere Esch…“ – „Ach so! Dann weiß ich auch, wo das liegt!“

Doch dann wurd’s interessant: „Ich find das bewundernswert, was Sie machen. Das ist sehr mutig.“

Wie bitte?? Die Bürgerwehr ist bewundernswert und mutig? Das ist natürlich völlig richtig, aber seit wann weiß Schulz das? Die SPD lehnt doch Bürgerwehren vehement ab!!?

AfD? Schmeiß ich raus! 

Völlig wirr wurde d‘ Martin dann, als es um die AfD ging. Auf die Frage, wie er mit AfD-Politikern im nächsten Bundestags umgehen will, polterte er: „Ich schmeiß die raus!“

Oh je. Ein neuer, diesmal roter ER wieder da? ER ist ‚d Maaartin“, ER kann das…. Müssen wir uns Sorgen machen?

Fazit: In seiner Verzweiflung wollte Schulz Geschenke für alle verteilen. Und hinterließ wieder mal nur Kopfschütteln („Leverkusen muss untertunnelt werden!“). Schulz kann machen, was er will. Gegen Moslem-Muddi hat er keine Chance. Da müsste er schon seinem Alter Ego Norman Bates nacheifern und Merkel im Keller auf den Drehsessel setzen … Leider ist Hitchcock tot!

 

 

 

 

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