Goldige Zeiten

Foto: Autor
bissfest muss es sein (Foto: Autor)

Den Goldpreis zu beobachten ist Wirtschaftswissenschaft für Anfänger. Und ausgesprochen aufschlussreich. Denn Gold is the real thing.

Von Volker Kleinophorst

Wirtschaft ist nicht unbedingt meine Kernkompetenz, aber seit dem Studium bin ich mit Wirtschaftswissenschaftlern befreundet, die damals schon heftig mit Aktien zugange waren. Da hab ich immer gut zugehört. Ich verstand oft Bahnhof und auch ein kurzfristiges Abonnement des „Handelsblatt“, damals noch nach der strikten Maxime gefertigt, wer uns nicht versteht, ist eben zu blöd, brachte mich nicht weiter.

Um sich jeden Tag durch die Kurstabellen wühlen zu können, muss man wohl ein spezieller Typ Mensch zu sein. Aber auch Spekulanten haben einen Wunsch nach Sicherheit und vertrauen dazu einem Metall, das seit Menschengedenken für Reichtum steht: Gold.

„Immer ein Drittel des Depots in Edelmetallen. Zur Absicherung. Hätte ich das nicht gemacht, wär ich schon mindestens zwei Mal pleite gegangen,“ so ein Spekulantenfreund.

Den Goldpreis habe ich seitdem immer im Auge. Heute schaue ich für zusätzliche Informationen gerne auf Goldreporter.de.

Die Wertigkeit von Gold als Anlageobjekt ist dort wie seit je her Gegenstand der Diskussion. Ein Beispiel: Ich kannte  jemanden der 1977 100.000 Mark geerbt hatte. Als der mich fragte, was er damit machen soll, sagte ich ihm: „Meine Kumpel sagen, Gold geht durch jede Krise.“ Damals war Gold vergleichsweise billig. 1977 lag der Durchschnittskurs bei 147,45 USD für eine Feinunze (31,1 Gramm). Zum aktuellen Kurz von 1.334,20 eine Wertsteigerung von 804,85 %. (Ich weiß nicht, wie die das gerechnet haben, aber ich glaub es mal.)

Mein Freund hat es als Anzahlung fürs Haus genommen. Als wir unlängst mal nachgerechnet haben, hat er es mit Humor genommen.

Doch was heißt das? Gold ist bereits im Krisenmodus. Denn der Preis, auch wenn er während der diversen Euro- und Griechenlandkrisen schon höher war, ist aktuell bereits stattlich. Seit 15 Jahren steigt er beständig, von damals 315,50 USD in immer neue Höhen.

Trotzdem dümpelte Gold wie auch die anderen Edelmetalle seit einem Jahr auf hohem Niveau ein wenig vor sich hin, wenn man sich die Weltlage betrachtet. Denn der Goldpreis ist traditionell ein Krisenbarometer. Rasselt man mit dem Säbeln sind Aktien out und feste Werte in.

Das Tänzchen um Nordkorea hat dem Goldpreis und auch anderen Edelmetallen nun mal wieder einen kräftigen Aufschwung beschert. Ende August knackte man die wichtige Marke von 1.300 USD pro Unze. Als eifriger Goldreporter-Leser weiß ich, das die institutionellen Anleger und Staaten ihre Goldreserven in den letzten Jahren massiv erhöht haben. Überlegungen von China und Venezuela den Ölhandel nicht mehr in Dollar sondern goldbasiert abzuwickeln, zeigen kursmäßig nach oben. Gold ist wieder da. Und zwar im ganz großen Stil. Es gibt Broker die für 2018/19 einen Preis von 5000 USD sehen. Auf jeden Fall sind die US-Termingeschäfte stark angestiegen, zu 90% ein Indiz für steigende Edelmetallkurse.

Was auf dem Papiergoldmarkt passiert, ist dabei zweitrangig. Die harte Währung ist das physische Gold, keine Lappen auf denen steht, das einem angeblich etwas gehört.

Meine Freunde aus der Wirtschaft: „Minenaktien, Bankschließfächer, Futures, Optionen – in der Krise alles Mist. Da zählt, was du in der Hand hast. Dazu brauchst du Münzen, kleine Stücklungen. Mit Barren kann man nicht bezahlen. Klar, das davon niemand was weiß. Wenn dem Staat der Arsch auf Grundeis geht, wird er dein Gold sonst sofort einkassieren. Echte Werte das sind Gold, Silber und Edelsteine. Damit kommt man immer weiter. Auch wenn das Bargeld abgeschafft wird.“

Der irische Dramatiker George Bernard Shaw hat einmal gesagt, ein Anleger habe die Wahl zwischen der natürlichen Stabilität von Gold und der Ehrlichkeit und Intelligenz der Regierungsmitglieder. „Und mit allem notwendigen Respekt für diese Gentlemen, ich rate Ihnen, solange das kapitalistische System währt, entscheiden Sie sich für Gold“.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.