Abt. Welt & Weidel: Die „Welt“ mit dem Mut der Verzweiflung

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Die Welt - Medienkritik (Foto: Collage)

Hart waren die letzten 48 Stunden für die schöne „Welt“. Nichts hat funktioniert.

Max Erdinger

Erst sagt Alice Weidel über Anwalt, daß die „skandalöse Privatmail“ mit ihr nicht das geringste zu tun hat. Dann können Analysten in der fraglichen Mail keinen Weidel-Stil erkennen und stützen dadurch Weidel. Der Informant der „Welt“ mit seinen völlig wertlosen eidesstattlichen Versicherungen muss mysteriöserweise anonym bleiben. Als nächstes wird breitgetreten, daß die Ehefrau von Christian Lindner, (FDP), Vize-Chefredakteurin bei „Welt/N24“ geworden ist. Letztes Jahr schon. Die angriffslustige Welt befand sich auf einmal in der Defensive. Was tun? – Sich erhängen? Nichts da! Einen kalten Lappen auf das zugeschwollene Auge und in einäugigem Heldenmut für den Ruhm und die Ehre des deutschen Mainstreamjournalismus weitergekämpft. Bis zum letzten Blutstropfen! Die „Welt“ beisst panisch um sich.

Dieser Artikel hier ist die Bankrotterklärung der „Welt“: „Das Engelsgesicht der AfD hat eine Vergangenheit als Verschwörerin.

Ich füge ein paar Formulierungen aus dem Artikel zusammenhanglos aneinander, mehr so als Stilprobe:

  • Bei Weidel täte sich „ein Abgrund hinter der bürgerlichen Fassade auf“
  • „Bekanntwerden einer schockierenden E-Mail mit demokratieverachtenden Thesen
  • „In der Mail werden „irrsinnige Gedanken“ veröffentlicht, heißt es in der italienischen „La Repubblica“
  • „Der Text sei zudem „von einem hochgradigen Verfolgungswahn durchzogen“, so die „Passauer Neue Presse“, und „lässt kein Klischee entsprechender Verschwörungstheorien aus“. Hinter der „so bürgerlich wirkenden Fassade“ täte sich ein „rassistischer Abgrund“ auf.
  • „Nun kommt heraus, dass das ,Engelsgesicht‘ der AfD eine Vergangenheit als ausländerfeindliche Verschwörerin hat … (La Repubblica) Und die WELT hat eine unfassbare E-Mail aus diesen Jahren veröffentlicht, versendet an einen gewissen ,J‘, in der sie irrsinnige Gedanken veröffentlicht, die auf primitivstes Gedankengut der extremen Rechten verweisen … (La Repubblica)

Die „Welt“ bleibt erneut jeden Beweis für ihre Behauptungen schuldig. Die zunächst veröffentlichte, angebliche Weidel-Mail hat sie beim zweiten Mal lieber zurückgehalten. Es war schon beim ersten Mal nicht ersichtlich, worin „Demokratiefeindichkeit“ und „Rassismus“ bestanden haben sollen.

Bei der „Welt“ sollte man besser nicht versuchen, den Leser ein zweites Mal für dumm zu verkaufen. Die italienische „La Repubblica“ ist ein relativ junges, linksliberales Blatt, dreißig Jahre nach der italienischen Republik anno 1976 gegründet. Wenn die „Welt“ meint, zu ihrer vermeintlichen Entlastung ausgerechnet die Empörung der italienischen „La Repubblica“ anführen zu dürfen, dann darf ich mir wohl den kleinen Hinweis erlauben, daß La Repubblica Gründungsmitglied der Leading European Newspaper Alliance (LENA) ist, in welchselbiger sie mit den Tageszeitungen Die Welt (Deutschland), El País (Spanien), Le Figaro (Frankreich), Le Soir (Belgien) sowie den Schweizer Titeln Tages-Anzeiger und Tribune de Genève bei der internationalen Berichterstattung redaktionell zusammenarbeitet.

Was will uns die „Welt“ denn weismachen? Daß eine angesehene italienische Zeitung ihr aus voller Überzeugung zu Hilfe geeilt ist? Oder ist es nicht eher so, daß man sich als Mitglied der LENA von der „La Repubblica “ schnell mal zur Seite springern lassen kann, wenn´s drückt? Anruf genügt? Eine Hand wäscht die andere? Ciao, Carlo? – Ich glaube, so läuft´s.

Und jetzt zur Passauer Neuen Presse: Geschäftsführerin dort ist Simone Tucci-Diekmann, auf deren ausdrückliches Plazet hin im Blatt eine islamkritische, halbseitige Anzeige der „Deutschen Konservativen e.V.“ erschienen war. 10.000 bis 15.000 Euro soll die eingebracht haben. Der gutmenschliche Teil der Niederbayern war über alle Maßen erzürnt, wie man bei regensburg-digital nachlesen kann. Möglich, daß Tucci-Diekman nur ein Fehler unterlaufen ist. Ihr Renommee bei den Kollegen des Mainstreams war seither jedenfalls angekratzt.

Anzeige in der Passauer Neuen Presse (Foto: Screenshot)

Ob dieser „islamophobe Lapsus“ von Simone Tucci-Diekmann wohl ausgewetzt werden musste, damit sie künftig wieder im erlauchten Kreis der deutschen Pressezaren speisen darf? Die PNP ist immerhin eine große Monopolzeitung im südostdeutschen Raum, die den Mantel für viele Lokalblätter liefert. Simone Tucci Diekmann ist auch Vorsitzende der Journalistenschule der Passauer Neuen Presse. So eine Journalistenschule hat der Springer-Verlag auch. Immerhin sieht es doch ganz danach aus, als wäre mit der PNP ein „islamophobes Blatt“  der „Welt“ beigesprungen. Ausgerechnet in der Weidel-Sache. Wer da wohl bei Frau Tucci-Diekmann angerufen hat, um ihr einen gangbaren Ausweg aus dem blöden Schlamassel mit den „Deutschen Konservativen e.V.“ aufzuzeigen? Das hat schon alles ein merkwürdiges Gerüchlein.

Allein, daß die „Welt“ glaubt, die armselige Nummer mit der PNP und dem „heißt es in der italienischen La Repubblica“ würde noch irgendetwas reißen, sagt mir, daß der Kittel dort lichterloh brennt. Im Übrigen sind die PNP und „La Repubblica“ auch nicht die Frage. Lediglich, daß die „Welt“ sich in ihrer selbstverursachten Not auf die „La Repubblica“ und die PNP berufen zu müssen glaubt, ist interessant. Wer schon fingierten Zeugenbeistand braucht …

Die Frage ist, ob die „skandalöse Mail“ von Weidel ist, wie lange die „Welt“ noch behaupten darf, daß sie es sei – und was ihr ins Haus steht, wenn herauskommt, daß das Ganze ein Fake gewesen ist. Viel Glück!

 

 

 

 

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