Wer braucht die Lindner-FDP?

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Original (Hintergrund) und Fälschung (Vordergrund) (Foto: Collage)

Mit Christian Lindner muß man sich allein deswegen beschäftigen, weil er da ist. Ein anderer Grund fällt mir nicht ein. Lindner glaubt nicht mehr an eine schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition. Nicht, daß mich interessieren würde, woran Christian Lindner glaubt, aber warum er es uns erzählt, das finde ich interessant. Eine Meldung.

Berlin – Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP nach eigener Darstellung abgeschrieben. „Ich glaube nicht mehr an ein Jamaika-Bündnis“, sagte Lindner der „Berliner Zeitung“ (Montagsausgabe). Die Grünen seien mit ihrer Einwanderungspolitik im Jahr 2015 stehen geblieben, kritisierte er.

„Ich sehe nicht, wie es mit den Grünen gelingen könnte, eine humanitäre, aber zugleich rationale Zuwanderungsstrategie umzusetzen“, so der FDP Chef. Die Grünen weigerten sich zum Beispiel weiterhin, die Maghreb-Staaten zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Die FDP wolle ein modernes Einwanderungsrecht nach kanadischem Vorbild.

Damit verschärfte Lindner seinen Ton gegenüber den Grünen. Bisher hatte er lediglich gesagt, ihm fehle die Fantasie für ein Dreierbündnis mit der Union. Lindner nannte ein zweites Argument, warum es aus seiner Sicht nicht zur einer Jamaika-Koalition kommen wird.

Er geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Grünen eine Koalition allein mit der Union anstreben. „Die Grünen setzen alles auf Schwarz-Grün. Sonst gehen die in die Opposition, prognostiziere ich“, sagte er.

Wer Schwarz-Grün nicht wolle, sollte daher die FDP wählen, argumentierte der FDP-Chef. Lindner kündigte zudem an, im Falle einer Beteiligung an einer Koalitionsregierung Vertreter aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur in die Regierung zu entsenden. Es solle zum Markenzeichen der FDP werden, kluge Köpfe aus diesen Bereichen in politische Verantwortung zu bringen. „Ein wenig Durchlüften tut der Berliner Republik gut“, sagte Lindner der Zeitung. (dts)

Raffiniert eingefädelt. Wer Schwarz-Grün nicht will, soll FDP wählen, damit er wenigstens Schwarz-Rot bekommt. Lindners Ehefrau ist, wie gestern wegen des Skandälchens um eine mutmaßlich gefakte Mail von Alice Weidel (AfD) einem breiteren Publikum bekannt wurde, Vize-Chefredakteurin jenes „Welt/N24-Konglomerats“, das sich mühte, die Weidel-Story zum Skandal aufzublasen. Das Ding ist binnen 48 Stunden komplett in sich zusammengesackt. Lindners Ehefrau arbeitet also seit letztem Jahr für den Springer-Verlag. Friede Springer, Liz Mohn (Bertelsmann) und Angela Merkel nebst Ehemann Joachim Sauer sind sich freundschaftlich verbunden und bilden so etwas wie eine politisch-mediale Einheit. Sauer steht gar offiziell auf Friede Springers Gehaltsliste. Es steht aus nachvollziehbaren Gründen nicht zu erwarten, daß sich FDP-Chef Lindner (gibt´s aktuell eigentlich auch noch anderes Personal in der FDP?), in Zukunft mit Merkel oder Springer anlegen wird.

Es gibt allerdings eine Alternative für Deutschland: Blau. Die und nichts anderes sollte man wählen, ohne sich an irgendwelchen mehrheitsstrategischen Spielchen zu beteiligen. Je mehr blau, desto weniger Spielraum für alle anderen. Wenn Lindner völlig zu recht meint, die muffige Berliner Republik müsse einmal durchgelüftet werden, dann nimmt man blau. Blau wirkt einfach viel frischer als gelb. (ME)

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