Malloch: UK soll lieber dem britischen Wähler €923 schenken, nicht der EU

Foto: Twitter
„Merkel spaltet die EU“: Ted Malloch (Bild: Twitter)

Donald Trumps EU-Botschaftskandidat Ted Malloch hat vorgerechnet, dass die EU von jedem Briten, ob Mann, Frau oder Kind €923 für den Brexit fordert. Statt das Geld an die EU-Bürokratie  zu bezahlen, solle die UK-Regierung im Zweifelsfall lieber das Geld an seine Bürger verschenken, so Malloch.

von Collin McMahon

Der Spiegel nannte ihn „Trumps EU-Schreck“. Letzte Woche sinnierte der Autor, Professor und Polit-Berater Ted Malloch über die Unterschiede zwischen dem angelsächsischen und kontinentaleuropäsichem Rechtsverständnis: Es gebe einen wesentlichen Unterschied zwischen dem US-UK-Verständnis von Rule of Law gegenüber der deutschen Idee des Rechtsstaats. Die Angelsachsen sähen die Regierung als Zusammenschluss souveräner Bürger an, während die Deutschen den Staat als unabhängiges Gebilde betrachten, der parallel zur Zivilgesellschaft existiere. Diese Staatsauffassung habe zu einer EU geführt, die als demokratisch nicht legitimierter Beamtenapparat immer mehr Kompetenzen an sich reiße, und letztlich zum Brexit.

Nun rechnet Malloch auf Breitbart.com vor, dass die EU von jedem Briten €923 für den Brexit fordert: Die 60 Milliarden Euro, die Brüssel für den Austritt fordere, durch 65 Millionen Briten geteilt. „Im Juni 2016 hat der britische Wähler dafür gestimmt, die EU zu verlassen. Nun haben die ungewählten Herrschaften Juncker und Selmayr und ihr niederträchtiger Handlanger Barnier neben dem zahnlosen EU-Parlamentstiger Guy Verhofstadt den UK-Unterhändlern die Rechnung vorgelegt“, schrieb Malloch.

„Zu den Kosten, für die der britische Steuerzahler aufkommen soll zählen so fragwürdige Punkte wie die Heranführungshilfe für Beitrittskandidaten, Haushaltszahlungen bis 2020, auch nach dem Brexit-Termin 2019, großzügige Rentenansprüche für EU-Beamte, weitere laufende Betriebskosten, alle Kosten des Ausstiegs sowie Umzugskosten, Hilfen an Drittländer, die Stilllegung gemeinsamer Kernforschungsanlagen und die Löhne für alle britischen Lehrer, die in Europa unterrichten. Die EU hat nun ihre völlig eigennützige Rechnungslegung offenbart, wie sie zu solchen absurden und horrenden Forderungen an den britischen Steuerzahler kommt. Sie glauben, dass sie alle Trümpfe in der Hand haben, und werden nicht weichen, auch wenn die Kosten eines Scheiterns (z.B. für die Deutsche Automobilbranche) viel höher sein werden.“

Die UK sind der größte Markt in Europa für deutsche Waren, der dt. Handelsüberschuss liegt bei €27 Milliarden in Jahr. 20% aller deutschen Autoexporte gehen momentan in die UK. Nach einer Studie von Deloitte würde ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen allein der deutschen Autoindustrie etwa 18.000 Arbeitsplätze kosten.

Europaabgeordneter Hans-Olaf Henkel hat bereits im Juni in der London Times geschrieben, die EU-Bonzen Verhofstadt und Barnier „wollen die Brexit-Verhandlungen scheitern sehen.“

„Herr Verhofstadt ist ein ehrgeiziger Politiker, der die Vereinigten Staaten von Europa herbeiführen will.“ Eurokraten wie er seien „ein Hauptgrund für den Brexit“, so Henkel. „Jetzt will er die Briten dafür bestrafen, Punkt.“ Der Grund dafür sei einfach, so Henkel: „Sie wollen dafür sorgen, dass der Brexit zu so einer Katastrophe wird, dass kein Land sich das je wieder traut.“

In einem Aufsatz für The Conservative beschuldigte Malloch Angela Merkel, im Wahlkampf „die anti-amerikanische Karte“ ausgespielt zu haben. „Nirgends ist ihre Heuchelei so sichtbar wie bei der NATO: Deutschland könnte locker seinen Beitrag zur NATO stemmen. Im Prinzip subventioniert der amerikanische Steuerzahler den deutschen Sozialstaat“ und Merkels Wahlkampfgeschenke, so Malloch, und dafür wende sich Merkel gegen die USA und mache ihre Wahl zu einem „Referendum über Donald Trump“ und „spaltet damit die EU“.

Mallochs Rat an die Briten war einfach und amerikanisch: „Das ist ein Pokerspiel, und jeder guter Pokerspieler erkennt einen Bluff, wenn er einen sieht. Und wenn man einen Bluff erkennt muss man nur ruhig bleiben, seine Karten ausspielen und warten bis er auffliegt.“

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Bei Verlagsinteresse bitte Zuschrift.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...