Das Muffensausen der Pinguine (oder: Wenn’s an die heiligsten Güter geht)

Foto: Durch Esteban De Armas/Shutterstock
Wenn das Eis schmilzt, wird es für die Pinguine eng (Foto: Durch Esteban De Armas/Shutterstock)

Geschätzter Leser! Darf ich Sie eingangs bitten, sich folgendes Szenario vorzustellen:

Eine Eisscholle hat sich vom der arktischen Eiskappe losgelöst und driftet langsam gen Süden. Auf der Scholle steht eine größere Anzahl Pinguine. Durch die zusehends ansteigende Lufttemperatur schmilzt das Eis und der Raum auf der Scholle verengt sich, ebenfalls zusehends. Mehr und mehr Pinguine verlieren ihren Standplatz und fallen ins kalte Wasser; die noch Verbleibenden starren sorgenvoll auf ein in der Mitte der Eisscholle angebrachtes großes Thermometer. (Ich bitte um Nachsicht! Das Vorkommen eines solchen Artefakts in der Natur ist – zugegebenermaßen – äußerst selten, ist aber hier, im Interesse der Analogie, wünschenswert – wir wollen also nicht allzu wissenschaftlich pingelig sein.)

Von Quo usque tandem

Ein sehr ähnliches Bild beobachten wir in jüngerer Zeit in Bezug auf alle der bis dato in Deutschland die Musik machenden sogenannten „Volks-Parteien“ („Block“- Parteien“ wäre angemessener).

Über Dekaden hinweg konnte man dort die Republik steuern, wie man gerade Lust hatte, man konnte das (esels-geduldige) Wahl-Volk ignorieren und beliebig an ihm vorbei regieren, auch wenn die Entscheidungen dessen Interessen (und denen des Landes) diametral entgegenliefen, man konnte das Volksvermögen mit vollen Händen verschleudern; mit einem Wort: man erfreute sich – unter der Leitung zertifizierter „ genialer Führungs-Persönlichkeiten“ – absoluter Narrenfreiheit!

In der jüngeren Vergangenheit hat sich jedoch plötzlich und unerwartet ein heißer Wind erhoben, welcher den selbstzufrieden auf ihren, vermeintlich auf Dauer erworbenen Mandats-Pfründen ruhenden Plenarsaal-Pinguinen in alarmierender Weise in den Nacken bläst. Dieser Wind geht von einer neuen politischen Kraft namens Alternative für Deutschland (kurz: AfD) aus, die es wagt, gegen den Strom der traditions-geheiligten Verhaltensmuster der großen System-Parteien und deren Trabanten, der kleineren Partei-Piffer, zu schwimmen..

So opponiert dieser störende Neuling. u. A. dagegen, dass Deutschland, mittels Flutung mit Millionen von Angehörigen des Islam für die (unverhohlen postulierten) Weltherrschafts-Pläne dieser Religions-Ideologie sturmreif geschossen wird, dass sich deutsche Regierungen zu Befehlsempfängern und Laufboten eines monströsen Verwaltungs-Kraken mit Sitz in Brüssel degradieren lassen sowie dass die vom deutschen Steuerzahler in harter Arbeit erwirtschafteten Fiskal-Mittel dazu missbraucht werden, marode Staaten mittels permanenter Pumpgelder-Transfusionen  am Leben zu halten – mit dem eigentlichen Ziel, die Interessen ausländischer Banken zu schützen, die sich in ihrer Anleihenvergabe-Politik vergaloppiert haben.Wahre Bilderstürmer, diese AfD-Leute, denen nichts heilig ist – finden Sie nicht auch?

Offenbar fallen die Argumente der neuen Kraft auf empfängliche Ohren bei einem rasch  wachsenden Teil der deutschen Bevölkerung, dem inzwischen schwant, dass „etwas faul im Staate sein muss“. Zumindest schreitet AfD an den Wahlurnen und in den Meinungs-Umfragen von Erfolg zu Erfolg – und dies, obwohl alle bundesdeutschen System-Parteien (einschließlich der ihnen hörigen Medien) mit allen Mitteln bestrebt sind, den „newcomer“ als Beelzebub mit Hörnern, Klauen und Pferdefuß erscheinen zu lassen. Ganz zu schweigen von massiven (inhärent verfassungs-widrigen) Behinderungen des verhassten Konkurrenten bei der Ausübung von Rechten, welche in einer parlamentarischen Demokratie jeder regel-konform konstituierten politischen Gruppierung zustehen.

Um die weiteren – mit einiger Wahrscheinlichkeit zu erwartenden – Entwicklungen zu verstehen, müssen wir einen kurzen  Blick auf das Innenleben des Parlamentariers als Spezies werfen (die Existenz von Ausnahmen von diesem generellen Strickmuster wird durchaus eingeräumt):

Seine Prioritäten-Liste sieht sehr oft so aus: Platz 1: Ich und mein Mandat (garniert mit einem saftigen Einkommen – welches ich im freien Berufs-Wettbewerb niemals erreichen könnte – plus sehr kommoden Arbeitszeiten, plus sonstigen Bonbons);  Platz 2: meine Partei; Platz 3 (weit abgeschlagen): die Interessen meines Landes und meiner Wähler.

Um bei unserem eingangs skizzierten arktischen Szenario zu bleiben: Der heiße Hauch, welcher von dem neuen Störenfried auf der politische Bühne ausgeht, lässt die Eisscholle (sprich: die Zahl der für Vertreter der System-Parteien verfügbaren Parlaments-Sitze) abschmelzen. Da das Prinzip der wundersamen Vermehrung weder in Bezug auf die Sitze in Länder-Parlamenten, noch auf die im Bundestag greift, macht sich in den Reihen der System-Pinguine zusehends Unruhe breit, verursacht durch das Schreckgespenst eines möglichen Sturzes ins kalte Wasser (sprich: des Verlustes der Sinekuren und des damit verbundenen sorglosen Lebens).

Der heiße Wind ist der Wind des Wechsels und er wird von den (teilweise bereits in Urgestein – mit der entsprechenden geistigen Beweglichkeit – verwandelten) System-Parlamentariern als äußerst unwillkommen – da seine heiligsten Güter bedrohend – empfunden. Man versucht daher diesen Wind mit allen Mitteln – auch den irregulärsten, die Normen einer demokratischen Ordnung zur Farce machenden  – zum Schweigen zu bringen. Aber: Ist es, seit die Menschheit besteht, noch jemals gelungen, den Wind in seinem Lauf zu hemmen oder zu beeinflussen? Meines Wissens ist nichts dergleichen bekannt.

Mit dieser Erkenntnis vor Augen, werte Parlaments-Pinguine (sei es in Land oder Bund), seht endlich ein, dass eure Bemühungen, die neue politische Kraft mit undemokratischen (teilweise die Grenzen des Kriminellen überschreitenden) Mitteln zu hemmen, auf Dauer fruchtlos sein werden. Im selben Maße, in dem die Verwüstungen sicht- und spürbar werden, welche eure verfehlte Politik vergangener Jahrzehnte in entscheidenden Bereichen der nationalen Anatomie angerichtet haben (und weiterhin in immer gravierenderem Maße anrichten), erwacht die bundesdeutsche Öffentlichkeit aus dem (durch Gehirnwäsche ab dem Kindergarten sowie permanentem „Freude, Friede, Eierkuchen“-Gesäusel induzierten) Hypnose-Schlaf und macht sich solidarisch mit den AfD-Forderungen nach Wechsel.

Wenn nicht aus Motiven des Anstandes oder der Achtung vor der ca. 2000-tausen-jährigen Kultur-Entwicklung eures Landes, tut dies wenigstens im Interesse eurer Kinder und Enkel, oder (sofern ihr keine solchen habt) derer eurer Freunde und Nachbarn.

 

 

 

 

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