Offizieller Bericht in Großbritannien: Was ist schuld an allem? Die Islamophobie!

Symbolfoto: Durch g-stockstudio/Shutterstock
Hier sehen Sie einen typischen Zeitgenossen, der unter Islamophobie leidet (Symbolfoto: Durch g-stockstudio/Shutterstock)

Ein frisch publizierter Bericht des britischen „Zars für soziale Mobilität“ Alan Milburn kam bei der Analyse, warum nur knapp 20% aller britischen Moslems eine Vollzeitstelle haben, zu einem „verstörenden“ Ergebnis: Es liegt an der grassierenden Islamophobie – also dann, wenn man die Realität ausblendet.

Von Ingmar Blessing

Die Macht ist stark in britischen Regierungskommissionen. Kürzlich etwa schaffte es eine parlamentarische Kommission des britischen Unterhauses, den „Rassen-Pay-Gap“ zu erfinden, der bei näherem Hinsehen genauso viel Sinn ergibt, wie der Gender Pay-Gap. Nun hat die nächste staatliche Kommission versucht, ihre Daseinsberechtigung zu belegen, in dem sie einen Bericht über die „Herausforderungen hinsichtlich der sozialen Mobilität junger Moslems“ der Öffentlichkeit präsentierte. Die Studie kam zu dem Schluss, dass von allen erwachsenen britischen Moslems nur knapp 20 Prozent über eine Vollzeitstelle verfügen, der Eintrittskarte in die Mittelschicht, verglichen mit dem allgemeinen Durchschnitt von knapp 35 Prozent.

Dazu fand die Kommission für Soziale Mobilität auch heraus, dass Personen mit einem Namen, der nicht ethnisch britisch klingt, wengier oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden, wie die Daily Mail berichtet. Auch Lehrer haben gegenüber muslimischen Schülern nur geringe Erwartungen, etwas das man in Deutschland mit dem „Kevin Effekt“ umschreiben könnte. Auch sind muslimische Schüler zögerlich dabei, Lehrer um Hilfe zu bitten wenn sie geärgert werden, was schon in jungen Jahren an ihren sozialen Status nagen soll.

Insgesamt seien die Bildungserfolge von Moslems aus Pakistan und Bangladesch in den letzten Jahren angestiegen, allerdings schlägt sich dies laut Bericht kaum auf dem Arbeitsmarkt nieder. Der Chef der Kommission, bei dem es um den linken Politiker Alan Milburn handelt, bezeichnete dies entsprechend als ein „verstörendes Bild“, wobei nicht näher angeschaut wurde, ob die besseren schulischen Leistungen tatsächlich vorhanden sind, oder ob sie mit einer Absenkung der Anforderungen erkauft wurde. Letzteres wäre ein Hinweis darauf, warum die beruflichen Aussichten trotz guter Noten noch immer düster sind für britische Moslems.

Milburn meint, dass es vor allem die kulturellen Barrieren sind, die Moslems davon abhalten, beruflich erfolgreich zu sein. In den Gemeinschaften, im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt  muss daher daran gearbeitet werden, diese Barrieren abzubauen. Wen und was Miburn und seine Kommission damit im genauen meinen, wird ebenfalls klargestellt. Anstelle bessere Anpassungsleistungen von Moslems zu fordern, damit diese selbst ihren Weg gehen lernen, soll nach Meinung der Kommission die Betreuung von muslimischen Schülern verbessert werden, Unternehmen sollen Ausbildungskonzepte umsetzen, um „unbewusste Abneigungen“ gegen Moslems abzubauen und auf religiöse Eigenheiten Rücksicht nehmen, damit Moslems einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.

„Moslems mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Hintergrund mangelt es an den Ressourcen, um ihr Potenzial zu entfalten,“ so Milburn, was „von den Erfahrungen der Eltern verstärkt wird,“ vor allem da „deren Qualifikationen in Großbritannien oftmals nicht anerkannt wurden.“

Der Bericht der Kommission für Soziale Mobilität setzte sich dabei ausschließlich mit der Lage von Moslems auseinander. Siks, Hindus oder Christen aus den Ländern des Subkontinents waren nicht inbegriffen, auch wenn sie und deren Eltern den selben sozio-ökonomischen Hintergrund haben wie britische Moslems und aus der selben Region stammen. Dies liegt daran, dass es keinen Grund gibt, die soziale Mobilität bei diesen Religionsgruppen zu untersuchen. Tatsächlich ist es sogar so, dass „Sikhs zu den am höchsten gebildeten Gruppen gehören und 58% von ihnen über einen Hochschul- oder einen vergleichbaren Abschluss verfügen,“ wie der Guardian vor knapp einem Jahr berichtete. Die britische Sikhgemeinde hat also innerhalb von nur zwei Generationen den erfolgreichen Aufstieg absolviert.

Nicht weniger leuchtend ist das Beispiel der britischen Hindus, über die der Telegraph vor zwei Jahren titelte: „Eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte“. Ähnlich dürfte das Urteil über britische Buddhisten und Juden ausfallen, hätte man einen Grund, sich deren Lebenswege einmal genauer anzusehen. Gemeinsam mit Sikhs und Hindus machen die beiden Religionsgmeinschaften knapp 3 Prozent der britischen Bevölkerung aus und sind damit in Großbritannien fast so zahlreich wie Moslems mit offiziell 4 Prozent. Einen ersten Terroranschlag müssen sie aber erst noch begehen.

Und so hält auch dieser mit Steuergeldern finanzierte Bericht über die grassierende Islamophobie als Wurzel allen Übels genau so lange stand, bis man sich die Mühe macht etwas genauer hinzusehen.

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