Claus Strunz: Lichtblick in der Finsternis des deutschen Journalismus

(Foto: Collage
Ein Journalist mit Durchblick und von daher von den Medien-Kriechern verachtet (Foto: Collage)

„Woher nehmen Sie die Chuzpe einen Journalisten wie Strunz zur Unperson zu erklären?“

So schlecht ist es schon um die Presse in Deutschland bestellt: Wenn einer wie Claus Strunz im „TV-Duett“ (Peter Bartels) wagt, die Fragen anzusprechen, die jeden normal denkenden Menschen seit 2015 beschäftigen, wirkt es für die einen vielleicht wie ein frischer Wind – für die gleichgeschalteten Kollegen wie das Ende ihrer Welt.

Von Collin McMahon

Strunz wagte es, vor laufenden Kameras live die Fragen zu stellen, die JouWatch-Leser schon lang umtreiben: Ob Angela Merkel mit ihrem Linkskurs nicht Schuld habe am Aufstieg der AfD; wie Martin Schulz jemals den Ansturm testosterongeladener, radikalislamischer Analphabeten als „wertvoller als Gold“ bezeichnen konnte; ja, er wagte es sogar das böse Wort vom „Kontrollverlust“ in den Mund zu nehmen.

Es elektrisierte die dröge Debatte alternativloser Kandidaten und erinnerte an die Bundespressekonferenz im Juli 2016 als der Hauptstadtjournalist Dieter Wonka Angela Merkel fragte, „Was muss passieren, damit Sie vielleicht einem Neustart der Politik in Deutschland und Europa nicht mehr im Wege stehen?“

Strunz wurde für seine Glanzleistung vom Spiegel, Süddeutscher und sogar den Springer-Kollegen von der Welt in der Luft zerrissen, die soviel kritischen Journalismus gar nicht mehr gewöhnt sind. Nun schlugen auch die Experten vom medienkritischen Fachblatt meedia.de aus der Handelsblatt-Gruppe in die gleiche Kerbe, die sonst gerne eine objektive Sicht auf Themen bewahren wie Akif Pirinçcis umstrittene Pegida-Rede, Frauke Petrys angedichteten Schießbefehl, Alexander Gaulands angeblichen Boateng-Rassismus oder die G20-Hetzjagd von Hamburg.

Redakteur Marvin Schade fand, Strunz arbeite „längst nicht mehr wie ein Journalist, sondern wie ein Rechtspopulist. Damit setzt er die Glaubwürdigkeit seiner Branche aufs Spiel. … Unter dem Deckmantel des Journalismus versteckt sich in der Figur des Moderators inzwischen ein Populist, der sich gerne als Anwalt dieses ‚kleinen Mannes‘ positioniert, bei dem einen das Gefühl beschleichen mag, da stellt sich einer gegen den „Mainstream“ und spricht „Klartext“…. Das unsaubere Verhalten dieses prominenten Journalisten wird nicht nur zum Problem der Medien, die ihn beschäftigten, sondern strahlt auf die gesamte Branche ab.“ Strunz arbeite mit „längst überholter Vorurteilen“ und mit „Pauschalisierungen“, so Schade, der sich offenbar für Vorurteile und Pauschalisierungen selber nicht zu schade ist.

Mit dem Marsch durch die öffentlich-rechlichen Institutionen von linken Journalisten wie Sandra Maischberger  („Ja, klar. Die Sozen sind also Schuld.“), mit den persönlichen Rufmordkampagnen einer Anja Reschke hat Schade scheinbar kein Problem, im Gegenteil: Er mahnte die Linksmedien 2016 zu „mehr Selbstbewusstein.“

Die Reaktionen der Meedia-Leser fielen einhellig und eindeutig aus: „ Will sich da einer bei den „Qualitäts“-Dilettanten von SZ und Zeit bewerben oder gleich zu deren abgehalfterten Exkollegen von correctiv durchreichen lassen?“ hieß es, „Wer „Rechtspopulist“ sagt, der muss auch „Linkspopulist“ sagen… Hat von euch Systemschreiberlingen aber noch nie einer… weil ihr selbst welche seid?“, „ Marvin Schade, schämen Sie sich nicht solche üblen Machwerke zu produzieren? Woher nehmen Sie die Chuzpe einen Journalisten wie Strunz zur Unperson zu erklären? Unglaublich so was. Für was halten Sie sich eigentlich?“, oder „Klaus Kleber, Anja Reschke, Dunja Hayali und Co. informieren differenziert, trennen sauber Meinung und Nachricht und haben so gar nichts Oberlehrerhaftes an sich. Nie würde sie es wagen, den Zuschauer in der Meinungsfindung beeinflussen zu wollen. Es zählen nur Fakten, Fakten, Fakten. (Vorsicht: dieser Satz könnte Spuren von Ironie enthalten).“

Danach wurde die Kommentarfuktion bei meedia deaktiviert. Schade eigentlich.

 

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