TV-Duell: Was erlaube Struuuunz?

Foto: Sreenshot/Youtube
Sandra Maischberger wundert sich über Strunz’ kritische Fragen (Foto: Sreenshot/Youtube)

Bezeichnenderweise war bei dem einzigen TV-Duell zwischen den Spitzenkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz das einzig Spannende die Moderatoren: Claus Strunz war mal wieder der einzige kritische Journalist in der Runde und erntete dafür jetzt einen Shitstorm.

Von Collin McMahon

Die beiden öffentlich-rechtlichen Moderatorinnen Sandra Maischberger (ARD) und Maybrit Illner (ZDF) übertrafen sich gegenseitig in arroganter Gesichtsmimik und tugendterroristischer Suggestivfragen. „Die Sozen sind also Schuld,“ giftete Maischberger die Bundeskanzlerin an, als Merkel auf die ausbleibende sichere Drittstaatenregelung für Marokko, Algerien und Tunesien hinwies. Das ist genau der Ton, der in diesen WDR-NDR-Süddeutschen Redaktionsräumen mittlerweile herrscht, und scheint der Moderatorin gar nicht aufzufallen. Politische Neutralität: Fehlanzeige. Genau wie bei ihren Talk-Shows muss man sich fragen: Ist Frau Maischberger Moderatorin oder debattiert sie mit?

Maybrit Illner fragte Angela Merkel nach ihrer Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland und verwies darauf, dass zwei Drittel der Deutschen diese Auffassung nicht teilten. Doch anstatt zu Fragen, warum dies wohl so sei oder was für Konsequenzen das für Merkels Politik habe, fragte Illner: „Wie wollen Sie die Mehrheit der Deutschen überzeugen, dass es auch kulturelle und religiöse Integration gibt?“ Bezeichnend für die Denke dieser öffentlich-rechtlichen Journalisten und Politiker wie Merkel und Schulz: Ihre Aufgabe sei es nicht, den Wählerwillen abzubilden und umzusetzen, sondern die Menschen von etwas zu „überzeugen“.

Moderatorendarsteller Peter Klöppel vom „Hartz IV TV“ schien eher damit beschäftigt, seriös zu wirken, als tatsächlich Fragen zu stellen und fiel in der Runde am wenigsten bis gar nicht auf. RTL-Journalisten sind ja eher für Enthüllungsporträts kritischer Alternativjournalisten bekannt, und kein Wunder: Ihre Bertelsmann-Chefin Liz Mohn ist eine enge Freundin von Angela Merkel.

Herausragend in der Runde nur Sat.1-Journalist Claus Strunz, der sich bereits mit seinen kritischen Kommentaren zu Migrantengewalt gegen Frauen, Ausländerkriminalität und islamischen Terror verdient gemacht hat. Nach dem Skandal um ein U-Boot der Linken in seiner Wahlsendung schien Strunz darauf bedacht, sich wieder als unabhängiger Profi auszuzeichnen. Mittlerweile hagelt es unter regimetreuen Gutmenschen Hass und Hetze gegen den einzig kritischen Journalisten in der Runde.

Hier nochmal die besten Fragen von Strunz. Die Antworten kann man sich in der Regel schenken:

Strunz: „Frau Merkel, es wird ziemlich sicher eine Partei rechts von der CDU in den Bundestag einziehen. Ganz offenbar haben Sie die Sorgen und Ängste vieler Wähler in Deustchland nicht ernst genug genommen. Übernehmen sie dafür die Verantwortung?“

„Herr Schulz… Sie haben formuliert, ‚Was die Flüchtlinge zu uns bringen ist wertvoller als Gold’. Heute, etwas später, wissen wir es kommen viel zu uns die schlecht oder gar nicht ausgebildet sind. Die Sicherheitslage in Deutschland hat sich verschärft. Also eher weniger Gold und mehr Probleme. Können Sie uns erklären wie Sie zu dieser Fehleinschätzung gekommen waren?“

(Schulz behauptet das ganze Zitat sei wichtig: Die Flüchtlinge hätten „den Glauben an Europa.“ Merkel hätte jedoch die Europäischen Partner einbeziehen sollen, was sie ja immer versucht hat.)

Strunz an Merkel: „Es ist ja ein wichtiger Punkt, der glaube ich alle unsere Zuschauer interessiert. Ja, der humanitäre Ansatz, wunderbar… Aber warum haben sie danach die Grenzen nicht wieder geschlossen? Warum haben Sie nicht ein Stoppsignal gesendet, und warum haben Sie riskiert, dass der Eindruck eines Kontrollverlustes entstanden ist?“

(Merkel behauptet das es nicht möglich gewesen wäre, Wasserwerfer einzusetzen und „3000 Kilometer Grenze zu sichern.“)

Schulz über Integration: „…jetzt zu sagen das dauert ein Jahr oder anderthalb Jahre, kann man nicht sagen… das ist  eine Aufgabe, die (uns) sicher noch eine lange Zeit in Anspruch nehmen wird.“

Strunz: „Das interessiert mich jetzt schon ein bisschen präziser. Ist das eine Sache für meine Generation, für die Generation meiner Tochter, oder für meine Enkel?“

Schulz redet herum, gibt dann zu: „Das ist tatsächlich eine Generationsaufgabe.“

Strunz: „Es gibt auch Leute die sagen, es wird nie klappen.“

Schulz: „Die gibt’s immer. Wir sind verliebt ins Gelingen, nicht ins Scheitern.“

Strunz: „226.500 ausreisepflichtige Menschen gibt es in Deutschland zur Zeit, also Menschen die – ich sag’s jetzt mal ein bisschen flapsiger – hier eigentlich nichts mehr zu suchen hätten, aber es klappt irgendwie mit der Abschiebung nicht. Jetzt sind wir so ein tolles Land, erfinden ganz tollen Sachen, kriegen aber die Abschiebung nicht geregelt. Was wollen Sie machen, da das ja nicht klappt bislang, dass es in der nächsten Legislaturperiode klappt? Und kann ich mich wenn ich Sie wähle darauf verlassen, dass es schneller, intensiver und direkter geht? Frau Merkel?“

Strunz: „Frau Merkel, wie fühlt es sich an, Kanzlerin eines Landes zu sein, in dem sich ausgerechnet Polizisten so im Stich gelassen fühlen von der Politik?“

Die linke Süddeutsche Zeitung äußerte prompt ihren Unmut über soviel kritische Fragerei zu den falschen Themen: „Das eigentliche Problem der Sendung waren die Moderatoren. Hat ihnen die AfD die Themenschwerpunkte diktiert? In den ersten 45 Minuten wurde nur über Flüchtlinge diskutiert; danach über Erdoğan. Die sozialen Probleme sind auch angesprochen worden.. Aber jeder Mensch weiß, dass die Moderatoren nicht in der Lage waren, eine Diskussion darüber anzuzetteln. Höhepunkt des Wahlkampfs? Mitnichten. Das wurde gründlich versemmelt.“

Die ganze Diskussion hier auf YouTube.

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Bei Verlagsinteresse bitte Zuschrift.

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