Identität & Sprache: Womit denken Sie?

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„Der politische Gegner hat Begriffe gekapert, sie mit anderen Inhalten gefüllt und – nicht ohne Erfolg – als Wurfgeschosse gegen die bestehende Ordung verwendet. ( … ) Der Kampf um die Sprache ist wesentlich für die geistige Selbstbehauptung“. (Franz Josef Strauß, Bundestagswahlkampf 1980, sinngemäß)

von Max Erdinger

Friesen, Bayern, Franken und Sachsen sind heutzutage „die Menschen“. Von Eigenart, Kultur und Geschichte der „die Menschen“, die „schon länger hier leben“ (Merkel), bleibt nicht viel übrig, wenn man verschweigt, wer sie genau sind. Die unterschiedslose Bezeichnung der verschiedensten Deutschen als „die Menschen“ ist eine Barbarei. Nicht weniger barbarisch ist die Zumutung, pechschwarze Neger aus Afrika als „Menschen mit afrikanischem Hintergrund“ begreifen zu sollen. Ihr „Hintergrund“ sticht schon farblich dermaßen heraus, daß man von einem „Hintergrund im Vordergrund“ reden müsste, wenn man wenigstens einigermaßen ehrlich bleiben wollte und sich nicht daran stören würde, für bescheuert gehalten zu werden. Hintergrund im Vordergrund …

Ich habe nichts gegen Neger. Bestimmt die Hälfte meiner Lieblingsmusiker sind welche. Die Hälfte meiner Lieblingserfinder sind allerdings keine Neger. Ich habe etwas dagegen, Neger nicht mehr als Neger bezeichnen zu sollen. Ich habe etwas gegen die Zumutung, daß ich denken soll, „die Menschen aus Afrika“ mit ihrer „Farbe im Hintergrund“ seien so etwas wie zu dunkel ausgefallene Mittelfranken. Farbe ist mir völlig egal. Ich stelle nur fest, daß die Lorenzkirche in Nürnberg steht und nicht in Mombasa, daß sie so sehr Teil meiner Identität ist, wie Kellerbier, Dialekt und Bratwürste – und daß ich keine Identität mehr besitze, wenn ich so tun soll, als hätte sie auch irgendwer irgendwo bauen können. Kein Neger hätte im Jahre 1439 irgendwo den Grundstein für eine solche Kirche gelegt. Nein, das sind meine Vorfahren gewesen, nicht die Vorfahren der Neger, die heute vor der Lorenzkirche herumlungern. „Die Menschen“ – meine Güte! Wann soll ich eigentlich anfangen, von einem Ferrari als von einem „Auto mit südeuropäischem Sporthintergrund“ zu reden?

Es geht bei der ubiquitären, sprachlichen Verwendung von „die Menschen“ nicht um „Menschlichkeit“, sondern um die Zerstörung von kultureller Identität. Multikulti hat mit Kultur nichts, mit Kulturzerstörung hingegen alles zu tun. Das ist so gewollt. Ich nehme hin, daß man mir in Kultursendungen des ZDF geschnitzte Holzpuppen der Korjaken auf Kamtschatka präsentiert, die aussehen, als hätte sie der kleine Michel aus Lönneberga in seinem Schuppen geschnitzt. Das ist schon interessant. Aber ich bin weit davon entfernt, ehrfurchtsvoll „Tilman Riemenschneider“ zu stöhnen, wenn ich sie sehe. Und der Singsang der Korjaken samt dem Getrommel, das der Abwehr böser Vulkangeister dient, erinnert mich weder an Dietrich Fischer-Dieskau noch an Curt Cress. Es ist eben deren Kultur, nicht meine. Ich scheue mich auch nicht, zu behaupten, daß die Künstler aus meiner Kultur allein schon unter handwerklichen Gesichtspunkten eine ungleich größere Fülle an Fertigkeiten offenbaren. Es kann sein, daß die Kamtschadalen bessere Bärenjäger sind als ich. Bei mir zuhause spielt das aber keine wichtige Rolle.

Und so geht das weiter. Im Deutschen gibt es eine unglaubliche Vielzahl von Begriffen, die sehr präzise beschreiben, worum es geht. Der Faulpelz, der Schmarotzer, der Arme, der Hilfsbedürftige, der Notleidende, der Verarmte: Ungeachtet der Frage, warum jemand arm und „abgehängt“ ist, sind das heute unterschiedslos die „sozial Benachteiligten“. Sie sind auch nicht arm, sondern „finanziell schlechter gestellt“. Die Absichten hinter diesen Formulierungen ist offensichtlich: Eine gewisse Teilmenge von „die Menschen“ hat ihr Leben nicht in der Hand, ja, hat es gefälligst bei aller Mündigkeit nicht in der Hand zu haben, sondern diese Teilmenge hat zu gelten als „die Menschen, die passiv benachteiligt und gestellt worden sind“. Von aktiv nach passiv geht es also. Die Entmündigung des Einzelnen ist nämlich zugleich die Kräftigung seiner Bevormunder. Wenn sich linke Umverteiler für etwas wirklich brennend interessieren, dann ist es das Einkommen und die materielle Sicherheit des Umverteilers.

Das erklärt übrigens ganz gut, warum Sozialdemokraten nach 150 Jahren noch immer für die „soziale Gerechtigkeit“ kämpfen. Wären sie vorher schon erfolgreich gewesen, dann wären sie auch vorher schon überflüssig geworden, nicht erst heute. Dasselbe mit dem ganzen linken Beauftragtenwesen: Integrationsbeauftragte, Frauenbeauftragte, Gleichstellungsbeauftragte, Umweltbeauftragte usw. usf. – alle diese Steuerschmarotzer würden dann, wenn sie jemals ihr vorgebliches Ziel erreichen wollten, an ihrer eigenen Obsolenz arbeiten. Sie müssten womöglich arbeiten gehen, Schreck laß´nach! Deswegen wird auch nicht eher Ruhe sein, bis die Klobrille mit dem Kaiserthron gleichgestellt ist, – also nie.

Freie, selbstverantwortliche Bürger, die gemäß ihrer christlichen Traditionen nach den Kategorien von Mitleid und Nächstenliebe selbst entscheiden, welchem Bedürftigen sie in welchem Umfang helfen wollen, sind der natürliche Feind des Sozialstaat-Funktionärs. Da kommen sich „Kompetenzen“ ins Gehege. A.Nahles aus dem roten Arbeitsministerium: „Die Leute sollen weniger spenden und dafür mehr Steuern zahlen.“ Also zahlen wir Steuern, bis wir kotzen. Dazu paßt, daß sich der „sozial Benachteiligte“ für die Hilfen in seiner Not nicht mehr zu bedanken braucht. Er hat schließlich einen Anspruch. Der Anspruch des „sozial Benachteiligten“ auf Hilfe hinwiederum ist zwar nicht in jedem Fall, aber häufig genug ein riesiger Bremsklotz für seinen eigenen Antrieb, etwas an seiner Lage zu ändern. Der Dauerarbeitslose ist der beste Freund des Linken. Wer verliert schon gern seine Freunde?

Es ist daher von erheblicher Bedeutung, sich das Denken nicht verbiegen zu lassen von Leuten, die einem eine bestimmte Sprache aufzwingen wollen. Ich bin ein umgänglicher, friedlicher Mensch. Ich bin auch gutmütig. Aber ich bin auch zum Hass fähig. Hass ist menschlich. Einen Teufel werde ich tun, mich für meinen Hass zu entschuldigen. Andersherum wird ein Schuh daraus: Wer es schafft, mich dahin zu bringen, daß ich hasse, muß ein absolutes Arschloch sein. Linke, Grüne und sonstige Gutmenschen schaffen das zuverlässig immer wieder. Und als nächstes wollen sie mir untersagen, mich zu artikulieren. Sie wollen verhindern, daß ich in meinen eigenen Worten ehrlich sage, was ich denke. Und das in der Demokratie zum heiligen Gesellschaftsdiskurs. Weil ich der Volksverhetzer wäre und nicht sie selbst. Das Resultat: Ich hasse diese Brut noch mehr.

Schnitzel, Spargel, Kokosnüsse und Weintrauben – das Essen. Opel, Ford und BMW – die Autos. Christentum, Buddhismus, Judentum und Islam – die Religionen. Neger, Chinesen, Veganer und Kannibalen – die Menschen. Halblinke, Linke und ganz Linke – die Arschlöcher. Man soll aber nicht alle über einen Kamm scheren. Das bleibt den linken Sprach- und Denkvergewaltigern vorbehalten, dem einfältigsten, hinterfotzigsten, verlogensten und parasitärstem Gesindel, das sich jemals für Intelligenzia gehalten hat.

Am 24.09. ist Bundestagswahl. Ich betrachte es als die patriotische Pflicht eines jeden intelligenten Deutschen, endlich dieses strunzdumme, doktrinäre Ideologengesindel zum Teufel zu jagen. Es hat sich überall eingenistet. Bei der AfD allerdings am wenigsten erfolgreich und es hat dort auch den heftigsten Gegenwind. Betrachten Sie das als meine persönliche Wahlempfehlung.

 

 

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