Trump: In der „Welt“ bekommt Frau Griese eine schwere Kleidungskrise

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Griese is watching you! (Foto: Pixabay)

Bei der „Welt“ beschäftigte sich ein gewisser Herr Lagerfeld mit dem Kleidungsstil der Familie Trump im Katastrophengebiet von Texas. Späßchen! Es war nicht Karl Lagerfeld, sondern Frau Inga Griese. Eine Medienkritik.

von Max Erdinger

Kennen Sie Frau Inga Griese? Das ist die Frau in der „Welt“-Redaktion, die eine Million Dollar aus ihrem Privatvermögen für die Flutopfer in Texas gespendet hat. Moment, ich bringe da schon wieder etwas durcheinander. Das war nicht Frau Inga Griese. Donald Trump ist es gewesen. Frau Inga Griese ist diejenige, die sich, – wie übrigens bemerkenswert viele Frauen in deutschen Redaktionen -, lieber mit den Schuhen von Melania Trump beschäftigt. Das ist auch wichtig. Welche Schuhe trägt Frau Trump bei welcher Gelegenheit und wie teuer sind sie gewesen?

Zitat: „Die Menschen in Texas versinken in Nässe und Elend. Und die Trumps? Reisen in Freizeithose (er) und auf Mega-High-Heels (sie) an. Das ist mehr als bloß ein modisches Fettnäpfchen.“ – Zitatende.

Es heißt „die Texaner versinken“ und „die Menschen aus dem Weißen Haus reisen“, Frau Griese. Ich will das nur mal gesagt haben, damit Sie sich auskennen in Ihrem redaktionellen Fettkübel. Weil man Frauen behilflich sein soll. Förderung, sozusagen.  „Die Texaner“ und „die Menschen aus dem Weißen Haus“: Können Sie sich das merken?

Zitat: „Haben die Trumps keine Nanny, die morgens noch einmal auf die Garderobe schaut, wenn sie aus dem Haus gehen? Wenn sie schon selbst so offensichtlich instinktfrei und unbekümmert sind? Über seine überlang gebundenen Krawatten kann man lachen, das gehört in die gleiche Abteilung wie seinerzeit die Auftritte von Berlusconi. Alte Männer-Probleme halt. Der Stil von Melania Trump ist im Grunde okay, in jedem Fall nicht peinlich. Bisher.“ – Zitatende.

Wer braucht schon eine Nanny, so lange es eine Frau Inga Griese gibt? Haben Sie eine Kleidungskrise, berät Sie gern Frau Inga Griese. Wenn Sie allerdings auf Alte-Frauen-Gewäsch nichts geben, brauchen Sie selbstverständlich eine Nanny. Wenn´s geht, eine, die jünger ist als die alte Kleidungskrise-Griese.

Zitat: „Denn der Auftritt der Trumps im Katastrophengebiet von Texas war eine Unverschämtheit.“ – Zitatende.

Na ja, jetzt, Frau Modedinga-Inga. Nach einer unverschämten Privatspende von einer Million Dollar muß man halt konsequent bleiben und auch noch unverschämt auftreten. Das passt schon. Passt ja bei Ihnen auch. Sie haben wahrscheinlich fünf Euro gespendet und dürfen deshalb nur unverschämt in der „Welt“ schreiben, anstatt unverschämt in Texas aufzutreten. Das hat schon alles seine Richtigkeit.

Zitat: „Die Menschen dort versinken in Nässe, Modder, Angst und Elend und der Präsident und seine Frau reisen in einem Outfit an, als wollten sie das amerikanische Team bei den Olympischen Spielen besuchen oder sonst ein Sport-Event.“ – Zitatende.

„Die Texaner versinken“, Frau Inga Griese. Schon wieder vergessen? Wer anreiste, das waren „die Menschen aus dem Weißen Haus.“ Sind denn gerade Olympische Spiele in Texas? Gäbe es da etwas zu verwechseln? Die Frau Inga als ehemalige Sportreporterin müsste das doch wissen.

Zitat: „Vielleicht dachten sie ja auch, sie sollten Tom Cruise bei den Dreharbeiten zu „Top Gun“, Teil 10 besuchen? Kamen sie gerade direkt von einer Runde Golf in Florida, und sie hat nur noch schnell die Mega-High-Heels aus dem Schrank fischen können? Wer hat ihr gesagt, dass sie das Käppi mit „Flotus“-Aufdruck („First Lady of the United States“) aufsetzen soll?“ – Zitatende.

„First things first“, Frau Inga Griese. Wer hat Ihnen eigentlich gesagt, daß Sie diesen Artikel schreiben sollen?

Zitat: „Eine Erinnerung, dass dies eine zwar unbezahlte, aber eigentlich auch unbezahlbare, wichtige Rolle ist und man sie deswegen auch ausfüllen sollte, kann zwar in ihrem Fall nicht schaden.“ – Zitatende.

Das stimmt ja so nicht, Frau Inga Griese. Melania Trump wird schon dafür bezahlt, daß sie die FLOTUS ist. Und zwar vom POTUS aus dessen privater Schatulle. Über das Monatseinkommen von Frau Trump brauchen Sie sich wahrlich keine Sorgen zu machen. Aber wenn Sie schon unbedingt sozialkritisch werden wollen: Warum schreiben Sie nicht einmal etwas über die Diskriminierung von schreibenden Frauen, die es nur wegen ihres derben Pfannkuchengesichts niemals bis zur FLOTUS gebracht hätten und deshalb ein kärglich bezahltes Dasein in der „Welt“-Redaktion fristen müssen? Das wäre doch mal ein sensationelles Aufregerchen zur Steigerung der journalistischen Reputation?

Zitat: „Bei einer solchen Naturkatastrophe, deren Ende noch nicht absehbar ist und die Folgen erst recht nicht, erwarten die betroffenen Menschen Trost und Zuversicht von ihren Staatsoberhäuptern. Deswegen sollten sie auch stark und dynamisch auftreten. Kanzlerkürende Oder-Flut-Gummistiefel wären in diesem Fall übertrieben gewesen, es steht ja grad auch keine Wahl an, und es war klar, dass Flotus und Potus nicht die alten Leute aus dem Seniorenheim retten würden. Aber so?“ – Zitatende.

Genau das ist passiert, Frau Kleidungskrise-Griese. FLOTUS und POTUS spendeten Trost und Zuversicht, indem sie signalisierten: „Hey, ihr wackeren Texaner! Wenn hier erst einmal alles trocken ist und die Hinrichtungen in den Gefängnissen wieder normal laufen, werdet Ihr ebenfalls wieder so entspant durch die Gegend schlendern können wie die Menschen aus dem Weißen Haus!“ – Tröstlicher und zuversichtlicher geht es doch kaum!?

Zitat: „Dass Empathie für ihn ein Fremdwort ist, er sie wahrscheinlich für eine Stadt in Europa halten würde, ist allen Beobachtern längst klar, seine Rede war, logisch, so Haudrauf wie seine Kleidung. I make Texas great again. Geschenkt. Wahrscheinlich fühlen sich auch viele Leute getröstet durch seine pure Anwesenheit. Sie haben ihn ja so gewählt. Und wir müssen das aushalten und können uns wenigstens als Journalisten freuen, weil Mr. Trump für ein ungeahntes Revival und Auflagensteigerungen der seriösen Medien gesorgt hat.“ – Zitatende.

Ob Sie es glauben oder nicht, Frau Inga Griese: „Empathie“ ist tatsächlich ein Fremdwort. Nicht nur für Donald Trump, sondern für jeden. „Frontalhirnatrophikerin“ wäre übrigens auch eines. Ich sage Ihnen aber jetzt nicht, was es bedeutet, sondern verlasse mich darauf, daß Sie es selbst herausbekommen. Das ist nämlich das Schöne an Fremdwörtern: Man kann Zerebralphimotikerinnen damit zupflastern – und während der Zeit, in der sie versuchen, herauszubekommen, was sie bedeuten, schreiben sie nichts. Das ist ein wahrer Segen für alle. Das mit dem „ungeahnten Revival und der Auflagensteigerung der seriösen Medien“ ist übrigens eine Wahrheitskrise, Frau Inga Griese. Zeigen Sie mir mal Ihre Schuhe, wenn ich bitten  darf. Ich muß schreiben, ob die zu Ihrem Artikel passen.

 

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