AfD steigt auf 11 Prozent – Union und FDP fallen zurück

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Die Sonne geht auf, die AfD ist da (Foto: Collage)

Von Jürgen Fritz

Noch dreieinhalb Wochen bis zur Wahl und die AfD legt immer mehr zu, steigt im ARD-Deutschlandtrend (Infratest dimap) in den letzten Wochen um drei Punkte, während CDU/CSU drei und FDP zwei Prozentpunkte einbüßen. Was bedeutet das für die Regierungsbildung nach der Wahl?

Von Jürgen Fritz

2017-08-31

AfD legt zu, CDU/CSU und FDP fallen zurück

Bei INSA-Meinungstrend liegt die AfD seit gut zwei Wochen bei 10 Prozent. Gestern stieg sie auch bei YouGov erstmals in den zweistelligen Bereich. Und heute steigt die Alternative für Deutschland im ARD-Deutschlandtrend (Infratest dimap) sogar auf 11 Prozent. Im Kampf um Platz 3 liegt sie damit deutlich vor der Linkspartei, der FDP und den Grünen. In den letzten drei Wochen konnte die AfD drei Punkte zulegen.

Die Verlierer sind im Moment sowohl bei YouGov gestern als auch bei Infratest dimap heute CDU/CSU und die FDP. Die Union verliert seit Ende Juli drei Punkte, die FDP seit Juni zwei Punkte. Schwarz-Gelb wird damit zunehmend unwahrscheinlicher.

Koalitionsmöglichkeiten

Für eine Mehrheit der Sitze im Deutschen Bundestag wären wegen der 4 Prozent für sonstige Parteien circa 48 Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen notwendig. Sollte die Bundestagswahl in 24 Tagen so ausgehen, wie es der aktuelle Stand von Infratest dimap eruiert hat, wären folgende Regierungskoalitionen möglich:

  • eine weitere große Koalition aus CDU/CSU + SPD: 60 %
  • eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU + FDP + Grüne: 53 %

Nicht sehr weit von einer Mehrheit entfernt wären:

  • Schwarz–Gelb: 45 %
  • Schwarz–Grün: 45 %

Abgeschlagen sind dagegen folgende Optionen:

  • Rot–Dunkelrot–Grün: 40 %
  • eine Ampel-Koalition aus SPD + FDP + Grüne: 39 %

Martin Schulz wird kein deutscher Bundeskanzler werden

Wie die nächste Regierung aussehen wird, kann im Moment noch nicht abgeschätzt werden. Eine weitere GroKo und Jamaika werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit möglich sein. Aber auch Schwarz-Gelb und Schwarz-Grün haben noch reelle Chancen auf eine Mehrheit, wenngleich diese mehr und mehr zu schwinden scheinen.

Alle vier Optionen haben eines gemeinsam: Sie werden jeweils von der CDU/CSU angeführt. Das heißt, Angela Merkel wird nach menschlichem Ermessen als alte und neue Kanzlerin kaum noch zu vermeiden sein. Martin Schulz scheint nicht den Hauch einer Chance zu haben, der neue Regierungschef zu werden. Diese Gefahr scheint also zumindest gebannt.

Die AfD ist näher an der SPD als diese an der Union

Platz 2 dürfte zwar nicht ernsthaft in Gefahr sein für die Genossen, aber der Abstand zwischen SPD und Union (14 Punkte) ist deutlich größer als der zwischen AfD und SPD (12 Punkte). Und letzterer scheint, je näher es auf die Wahl zugeht, zunehmend kleiner zu werden.

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