FDP: Im Gasthof zum geschleckten Lindner

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FDP- Christian Lindner - Macron auf deutsch? (Foto: JouWatch)

Christian Lindner, Parteichef der FDP, hat der Schwäbischen Zeitung ein entlarvendes Interview gegeben. Wie das aber in Deutschland wiederkehrend alle paar Jahrzehnte so ist: Man muß zwischen den Zeilen lesen. Ein Kommentar.

von Max Erdinger

Zitat: Sind Sie zufrieden mit Ihrer Kampagne? Sie werden ja auch etwas spöttisch wahlweise als Hemden- oder Parfümmodel bezeichnet.

(Lindner): Die FDP hat soviel Programm auf den Plakaten wie keine andere Partei. Wir wollen eine inhaltliche Debatte mit den Menschen eröffnen, weil wir die Verliebtheit in den Status quo, wie sie in Deutschland mit Händen zu greifen ist, für die größte Gefahr unseres Landes halten. Wenn man wie die CDU nur „weiter so“ sagt, oder wie die SPD nur „zurück“ oder wie die Grünen nur im Wunschdenken verharrt, dann verspielen wir den Wohlstand unseres Landes und seine Chancen.

… keine Partei hat Programm auf ihren Plakaten, sondern dümmliche bis dreiste Propaganda, was jedem politisch Informierten auch sofort ins Auge springt. Die Wahlplakate zur Bundestagswahl richten sich allesamt an die desinteressierte, daher desinformierte und apolitische Masse der Deutschen. Sie transportieren nichts außer wohlfeiler Sprechblasen, haltloser Absichtserklärungen und sich reimenden Schwachsinns. Das ist bei der FDP nicht anders. Lediglich der Spitzenkandidat ist in einem anderen Stil abgelichtet worden. Im Zusammenhang mit Deutschland übrigens noch vom „Wohlstand eines Landes“ zu sprechen – holla, wohlständige Länder – anstatt vom Arbeitssklavendasein des Deutschen bei einer Steuerquote von über 50 Prozent, ist völlig daneben. Was interessieren den Wähler „Wohlstand und Chancen eines Landes“, während er von seinen „Volksvertretern“ über Steuern und Abgaben ausgeraubt und versklavt wird? Wohl einen Kasper gefrühstückt?

(Frage): In welchem Teich wollen Sie damit eigentlich fischen?

(Lindner): Unsere Zielgruppe teilt ein Lebensgefühl, hat aber nicht das gleiche Alter, den gleichen Beruf oder das gleiche Einkommen. Es sind die Menschen, die selbstbestimmt leben wollen, die verantwortungsbewusst, tolerant und weltoffen sind. Die sich einen Staat wünschen, der kein Aufpasser und kein Besserwisser ist, sondern ein Schiedsrichter und ein Partner, der ihnen die Hürden aus dem Weg räumt.

… natürlich. Was zählt schon die Realität angesichts eines „Lebensgefühls“? Auch für die FDP handelt es sich bei den „Lebensfühligen“ nicht um Wähler, Bürger, Unternehmer oder gar den Souverän, sondern um „die Menschen“. Der Schiedsrichter ist auch nicht das genaue Gegenteil des Aufpassers – und die Sache mit der Selbstbestimmung wird per „Toleranz“ und „Weltoffenheit“ garantiert nicht besser. Der Islam steht für das exakte Gegenteil – und je stärker der Islam in Deutschland wird, desto schwächer wird die „Selbstbestimmung der Menschen“ werden. Ich kenne auch niemanden, der sich selbst als verantwortungsbewußt bezeichnet und der sich dennoch einen Staat wünscht, der ihm „Hürden aus dem Weg räumt“. Den meisten reicht einer, der keine aufstellt. Da ändert es auch nichts, daß Linder schon rein optisch aussieht wie das „Lebensgefühl eines liberalen Hürdenläufers“. 

(Frage): Auch in der Flüchtlingspolitik vertreten Sie eine klare Linie. Sie wollen Flüchtlinge nach Libyen direkt zurückschicken. Auch das könnte ein Angebot an AfD-Wähler sein.

(Lindner):Uns geht es um Rechtsstaatlichkeit. Ohne Grenzen und ohne das Gewaltmonopol des Staates würden alle Systeme sozialer Sicherheit und jede staatliche Ordnung zusammenbrechen.

… da hat er wohl recht.

(Lindner weiter): Jeden Vorschlag, den die FDP macht, in einen Zusammenhang zu bringen mit der AfD, einer Partei, die sich vom Judenhass, der Homophobie und der Islamophobie nicht distanziert hat, halte ich für absurd und sogar für eine Verharmlosung einer autoritären, völkischen Partei, die unsere politische Kultur zerstören will.“ – Zitatende.

… das ist eine völlig groteske Behauptung, sichtlich erhoben, weil Wahlkampf ist – und nicht, weil sie mit der Realität etwas zu tun hätte. Eine politische Kultur, die jemand erst noch zerstören will, wäre außerdem eine, die momentan noch intakt ist. Andernfalls könnte sie niemand zerstören wollen. Wer allerdings, wie Lindner, behauptet, die politische Kultur sei gegenwärtig noch intakt, der hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Außerdem ist Lindner ein Gefangener der Political Correctness. Es heißt: Der Volksvertreter, der Volkswille, das Wahlvolk. Das wäre ernstzunehmen von einem Volksvertreter, der sich als Nachdenker geriert. Daß er stattdessen – allein aufgrund der verlogenen linken Diskurshoheit, welcher er sich beugt – das Wort „völkisch“ in der negativen Konnotation verwendet, die ihm „historisch korrekt oktroyiert worden ist, zeigt, wie viel „unabhängiger, freier Geist“ in seiem lifestylemäßigen „Duschgelkörper des Lebensgefühls“ versammelt ist: Keiner.

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