Er ist wieder da

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Ein Foto von 2011, heute sieht der noch besser aus (Foto: Wikipedia)

Es war zu erwarten. Ein Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg taugt nicht zum Hinterbänkler. Licht aus, Spot an für das politische Comeback des Jahres.

Von Volker Kleinophorst

Sechs Jahre sind genug, Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg braucht einfach die Bühne. Und die Bühne braucht ihn. Die CSU sowieso. Er war ja eh nicht wirklich weg, im Wahlkampfkompetenzteam von Horst Seehofer sitzt er bereits seit 2015, war diesseits und jenseits des Atlantiks rührig, er hielt sich nur von den Kameras fern.

Das ist vorbei: Guttenberg – das Comeback. Sein erster Wahlkampfauftritt seit dem Rücktritt vor sechs Jahren wegen der Plagiatsaffäre. Und Gutti zeigt gleich, dass er in Amerika was gelernt hat. Locker Junge. Steig mit einem Witz ein. Der darf auch gerne auf eigene Kosten gehen. Und da ist die Sache mit dem Plagiat doch gleich der perfekte Brüller. Also, alles zugeben, was eh jeder weiß und dann weg vom Pult und: „damit jetzt niemand sagt, er würde eine abgeschriebene Rede vortragen.“

Die Lacher sind ihm sicher, beim Heimspiel vor 1200 CSU-Fans im heimatlichen Kulmbach, Der Stammsitz seiner Adelsfamilie ist nur ein paar Kilometer entfernt. Ja und dann kann es losgehen mit der „Rückkehr des verlorenen Sohnes“. Buße to go.

Natürlich weiß er was sich gehört und huldigt der kinderlosen Kaiserin: „Das Land ist bei ihr in den besten Händen.“ Und schiebt noch einen Gag auf seine Kosten nach: „Wenn jemand mit Alphatieren, die vor Kraft nicht laufen können, umgehen kann, dann sie. Ich habe das am eigenen Leib erfahren.“

Ansonsten Vorhersehbares. Trump schlecht, aber Amerika gut. Putin, Nordkoreas, Gaz-Prom-Gerd ganz schlecht, Schulz nur ein „Mann aus Würselen“. Der Herrenreiter wieder im Sattel. Aber Weihnachten bleibt Weihnachten. Da passt er auf.

Optisch ist er ja schon eine Weile runderneuert. Drei-Tage-Bart, neue Brille, cooler Anzug. Modern, elegant, nicht zu eitel. Und dann kam ja auch noch Stefanie auf die Bühne. Sein blondes Wunder. Und alles war wieder, wie damals, als der Kaiser Franz Josef noch lebte. Die Bunte plant angeblich ein Sonderheft. Mit RTL verhandelt man wegen einer Doku-Soap über den Rückstoß nach Deutschland.

Erst wird Guttenberg in jedem der sieben bayerischen Regierungsbezirke mal einen Wahlkampfauftritt hinlegen. Doch er ist wieder da. Er will, Seehofer will, die Partei will auch, außer Söder vielleicht. Vorsorglich hat Guttenberg schon mal diese Plagiatsgeschichte offiziell für beendet erklärt.

Was soll da schief gehen.

Mir würde etwas einfallen. Was ist, wenn die aktuelle Geschichte auch nicht die ganze ist? Als ich studierte, hatte ich zweimal das Angebot die Examensarbeit eines anderen zu schreiben. Für einen Appel und ein Ei. Ich lehnte ab. Heute weiß ich, man kann es auch anders machen und die Arbeit irgendwo abschreiben. Der für den du schreibst, kann das nicht überreißen. Die Meisten, die sich eine Arbeit schreiben lassen, werden die sowie nicht mal lesen. Ich hatte jedenfalls damals bei Guttenberg den Eindruck, dass er „seine Arbeit“ gar nicht richtig kannte. Er wirkte jedenfalls ziemlich überrascht. Beim Adel ist es übrigens seit alters her nicht unüblich, das man einen begabten Bürgersohn mit dem Sprössling zum Studieren schickt, der dann dafür sorgt, das auch alles „guttenberg“ geht.

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