Martin Schulz (SPD): Millionär der sozialen Gerechtigkeit ergreift Partei

(Foto: Christophe BOISSON/ Shutterstock/überarbeitet
Martin der Zirkusclown (Foto: Christophe BOISSON/ Shutterstock/überarbeitet)

Berlin – SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat den Vorwurf von Bundeskanzlerin Angela Merkel, SPD-Justizminister Heiko Maas (SPD) habe in der Diesel-Abgasaffäre Sammelklagen gegen Automobilhersteller bisher blockiert, zurückgewiesen: „Das ist eine Frechheit. Heiko Maas hat einen sehr seriösen Gesetzentwurf vorgelegt, einer der seriösesten Minister unseres Landes, der sonst von Frau Merkel sehr gelobt wird für seine gute Arbeit“, sagte Schulz im „Sat.1 Sommerinterview“. „Und jetzt plötzlich, mitten im Wahlkampf wird so ein Minister attackiert, um zu vernebeln, dass der Druck auf das Kanzleramt, solche Sammelfeststellungsklagen nicht zuzulassen, dazu geführt hat, dass es im Kanzleramt blockiert wird. Der Schutz der Verbraucher, das muss man ganz klar sagen, wird zurzeit durch Angela Merkel blockiert.“ Das für den kommenden Montag geplante Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern der besonders von Dieselabgasen belasteten Kommunen hält Schulz für ein reines Wahlkampfmanöver. Es sei zwar richtig, mit den Kommunen zu reden.

Allerdings sei der Termin wohl kein Zufall, so Schulz. „Machen wir uns keine Illusionen. Im Kanzleramt wird der Wahlkampf geplant, das wissen wir ja. Peter Altmaier, der Chef des Bundeskanzleramtes, ist ja in Wirklichkeit der Kampagnenchef von Frau Merkel, was ich offen gestanden für sehr merkwürdig halte.“ Es gehe darum, Fahrverbote zu vermeiden, „aber nicht durch Einladungen an Oberbürgermeister“. Schulz sieht den richtigen Weg, den von Fahrverboten bedrohten Bürgern zu ihrem Recht zu verhelfen, in einer Sammelfeststellungsklage gegen die verantwortlichen Automobilkonzerne. (dts)

Kommentar:

Da sehen wir die schlingernde Wahlkampflokomotive endgültig gar entgleisen und samt dem ganzen Zug im Abgrund verschwinden. Hopperla.

Wie muß jemand gestrickt sein, der glaubt, daß es ihm selbst – besonders vier Wochen vor der Wahl – irgendwie zu sympathischer Wertschätzung gereichen könnte, ausgerechnet Heiko Maas in Schutz zu nehmen? – Genau: Wie Martin Schulz muß er gestrickt sein.

Und wie müsste ich gestrickt sein, damit ich nicht erkenne, was hier abläuft? – Hallo? Drei egozentrische Personen namens Martin S., Heiko M. und Angela M. liefern sich eine blutige Schlacht in einer völlig irrationalen Debatte, bis ihnen das Diesel zu den Ohren herausläuft. Dann werfen sie sich gegenseitig vor, nach Diesel zu stinken.

Das Ganze jedoch mit einer blumigen Realitätsgirlande verziert: Dieseldebatte ist irrelevant, völlig an der Reaität vorbei. – Was haben wir also?  Politiker-Nirwana. Delirium. Outspaced. Das ist wie Narrenbeobachten im Park.

Drei völlig Abgehobene torkeln im August mit unkontrolliert zuckenden Gliedern die Kastanienallee hinunter und giften sich gegenseitig an, wer die Verantwortung dafür hätte, daß es nicht schneit. Dann ergreift einer der Drei Partei für einen der beiden Anderen und ratzfatz ist der produktivdemokratische Streit für die Nachrichten aus dem Grünen wieder perfekt. Passen die Nachrichten, ist der Bürger informiert.

Ernsthaft: Soll ich mir wirklich Gedanken darüber machen, wer in einer völlig durchgeknallten Debatte wen gegen welchen anderen in Schutz nimmt? Weil das irgendeine Relevanz hätte, vielleicht?

Ein Land hat ziemlich fertig, wenn es erst einmal so weit ist, daß ich als Bürger Nachrichten als Nachrichten akzeptieren soll, die keinerlei Relevanz haben und in einem Raum nicht mehr von dieser Welt verkündet werden. Schulz nimmt Maas gegen Merkel in Schutz. Wahnsinn. Rasend interessant. (ME)

 

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