Steuern & Rekord: Wer ist Deutschland?

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Zahlen Sie mehr Steuern! (Foto: Pixabay)

Berlin – Deutschland hat im vergangenen Jahr durch Betriebsprüfungen zusätzliche Steuereinnahmen von rund 14,1 Milliarden Euro verbucht. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Mehreinnahmen allerdings um 2,6 Milliarden Euro, berichtet das „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf eine Aufschlüsselung des Bundesfinanzministeriums. Ein Großteil der Mehreinnahmen ergab sich aus Prüfungen von Großbetrieben.

Allein durch sie nahm der Fiskus 10,4 Milliarden Euro mehr ein. Allerdings sanken die Einnahmen damit auf ein Rekordtief innerhalb der vergangenen zehn Jahre. 2009 etwa mussten Großbetriebe noch 15,3 Milliarden Euro Steuern nachzahlen, im Vorjahr waren es 12,9 Milliarden.

2016 wurden insgesamt 186.472 der rund 7,8 Millionen Betriebe in Deutschland geprüft, ungefähr so viele wie im Vorjahr. Insbesondere Großunternehmen mussten sich auf Besuch vom Finanzamt gefasst machen: 39.911 der 186.339 größeren Betriebe wurden kontrolliert, und damit mehr als jeder Fünfte. Bei kleineren Betrieben klingelten die Finanzbeamten dagegen selten: Nur 3,2 Prozent der Kleinbetriebe und ein Prozent der Kleinstbetriebe mussten eine Betriebsprüfung durchlaufen.

Bei einer Betriebsprüfung kontrollieren die Finanzbehörden, ob die Gewinne und Umsätze in den Steuererklärungen der Unternehmen richtig ermittelt wurden. (dts)

Kommentar:

Einer Steuerschätzung aus dem Monat Mai zufolge wird das Gesamtsteueraufkommen der Bundesrepublik im Jahr 2017 einen neuen Rekord erreichen: Sagenhafte 732,4 Milliarden Euro. Das ist ansich schon brisant, weil die Steuerquote auch ohne neuen Rekord schon bei weit jenseits der 50 Prozent liegt. Nicht, daß man nicht auch 30 Prozent schon skandalös finden könnte, aber sei´s drum. Mindestens ebenso fragwürdig sind die Insinuationen, die diese dts-Meldung unhinterfragt transportiert, was man einer Meldung allerdings nicht vorwerfen kann.

„Deutschland hat Steuermehreinnahmen verbucht“ – soll was genau heißen? Wer ist „Deutschland“? Auf wessen Kosten gehen diese „Mehreinnahmen Deutschlands“? – Zahlen das die Marsmännchen? „Deutschland hat Steuermehreinnahmen verbucht“ heißt: Deutsche können immer weniger ihres Einkommens für sich selbst behalten. Dieses ominöse „Meldungs-Deutschland“ hält sich die Deutschen inzwischen als Arbeitssklaven. Das ist es, was es heißt, daß „Deutschland bei den Steuern Mehreinnahmen verbucht“ und „ein neuer Rekordwert erreicht“ wird.

Der Fiskus nimmt Geld ein? – Sicher tut er das. Und zwar so sicher wie der Geldeintreiber der Mafia, der seinen „Kunden“ mit dem freundlichsten Lächeln versichert, daß das klaglose Zahlen eine Garantie für Schmerzfreiheit darstelle. Was dem Einen die Wumme, die er seinem „Kunden“ an den Kopf hält, das ist dem Anderen die Steuergesetzgebung samt ihren Sanktionsdrohungen.

Ausdrücklich: Bei einem Gesamtsteueraufkommen von 732,4 Milliarden Euro (fast 2 Miliarden alle 24 Stunden, 365 Tage im Jahr), gibt es angesichts weiterer „Mehreinnahmen Deutschlands“ nicht einen einzigen Grund zum Jubel, aber alle Gründe, sich zu empören. (ME)

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