Von „X“-Menschen und Männer-Ehen zu Dritt

Foto: Durch Drawlab19/Shutterstock
Der neue Mensch (Foto: Durch Drawlab19/Shutterstock)

Kanada führt das Geschlecht „X“ in Pässen ein. Für alle, die nicht wissen, ob sie Mann oder Frau sind, bzw. beides nicht sein wollen, gibt es ab jetzt die Möglichkeit ein „X“ zu sein.

Von Marilla Slominski

„Das X macht es einfacher für Menschen, die sich nicht als männlich oder weiblich, betrachten, Pässe und behördliche Dokument zu erhalten, die ihre Identität besser wiederspiegeln“, erklärt die kanadische Regierung.

Einwanderungsminister Ahmed Hussen verkündet, nun könnten sich alle Kanadier „sicher fühlen, sie selbst sein zu können und im Einklang mit ihrer Geschlechteridentität zu leben, die sie ausgewählt hätten.“

Es wäre ein weiterer Schritt zur Einführung der Gleichheit aller Kanadier, meint Hussein.

Die etwa 80.000 in Deutschland lebenden „X“-Menschen haben seit 2013 die Möglichkeit,  die Geschlechterbezeichnung in ihren Dokumenten frei zu lassen. Der Vorstoß vor dem Bundesgerichtshof, von Vanja, einer/m als Mädchen geborenen Person, die/der/es sich weder als Mann noch als Frau erkennt, im Personenstandsregister die Bezeichnung „inter“ oder „divers“ einzuführen, scheiterte vor einem Jahr.  Lediglich die Löschung des bisher eingetragenen Geschlechts sei nachträglich möglich, entschied das BGH.

Eines der ersten Länder, die ein drittes Geschlecht anerkannt haben, ist Australien. Seit 2011 bieten australische Pässe drei Geschlechtsoptionen: männlich, weiblich und unbestimmt (X).

Auch Australien, Argentinien, Nepal,haben Bangladesch, Dänemark, Schweden, Indien, Malta Neuseeland, Pakistan und Kolumbien ihren „Unbestimmten“ diese Möglichkeit eröffnet.

Kolumbien gibt sich besonders „fortschrittlich“. Dort haben im Juni drei Männer offiziell die erste Dreierehe des Landes geschlossen. In der Stadt Medellin wurde der besondere Dreierbund fürs Leben gestern als „régimen patrimonial especial de trieja“ (Ehe zu dritt) notariell beglaubigt. Die standesamtliche Eheschließung erfolgt in Kolumbien normalerweise beim Notar. Damit sind der Journalist, ehemalige Stadtrat und LGBTI-Aktivist Manuel Bermúdez, der Schauspieler Victor Prada und der Sportlehrer Alejandro Rodríguez nun offiziell verheiratet. Eigentlich sollte es eine Ehe zu viert werden, doch der vierte Mann, Álex Esneider Zabala, starb vor der Hochzeit an Krebs.

In Deutschland wird es dank der „Ehe für alle“ wohl auch bald so sein.

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