Treffen der Zentralbanker geht zu Ende: „Alles im Griff“

FED (Foto: Von Dan Smith - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27323
FED (Foto: Von Dan Smith - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27323

In Jackson Hole, einem Ort inmitten der USA, findet jährlich ein Treffen der wichtigsten Zentralbanker der Welt statt. Federal Reserve, EZB, Bank of Japan und einige andere Zentralbanken und globale Finanzinstitutionen schicken ihre Vertreter dort hin, um auf geldpolitischer Ebene das zu machen, was man beim Treffen der Bilderberger in geopolitischer Hinsicht macht: Sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und über neue Maßnahmen zur Völkerbeglückung sinnieren.

Von Ingmar Blessing

Beim diesjährigen Treffen stand die Absicherung der Märkte gegen Risiken im Zentrum, wobei es die Zentralbanken als einen Verdienst ansehen mit Hilfe der Gelddruckmaschine ein scheinbar risikofreies Wirtschaftsumfeld geschaffen zu haben, da falls etwas umkippt die Zentralbanken sofort einschreiten und die Sache mit frischem Geld ausbügeln. Als aktuelles Beispiel könnte man Air Berlin nennen, das staatliche Kreditlinien erhielt, die im Hintergrund am Tropf von EZB Geld hängen.

Ganz so, als entstünden mit diesem Vorgehen keinerlei neue Risiken oder Verwerfungen auf den Märkten, kritisierte Janet Yellen von der FED, die „um sich greifende Risikoamnesie“, was bei ZeroHedge als verlogen bezeichnet wird, da alleine die FED ab der Finanzkrise 2007 14 Billionen Dollar an Geld gedruckt hat und damit selbst für die nun kritisierte „Amnesie“ gesorgt hat. Konkret bedeutet diese Amnesie, dass es keine umfassende Bereinigung des Marktes gab mit dem Bankrott aller überschuldeten Banken, sondern dass diese noch immer da sind. „Too big to fail“ war von Beginn an das Motto dieser Politik und ironischerweise ist es das einzige, das nicht von der Amnesie betroffen ist.

Auch Martin Armstrong kritisiert dies in einem aktuellen Artikel, da die Zentralbanken zwar korrekterweise erkannt haben, dass es Regulierungen braucht, sie aber noch immer nicht genau wissen, was und warum genau. Das nach der Finanzkrise eingeführte Dott-Frank Gesetz zur besseren Überwachung der Finanzindustrie, das von Yellen verteidigt wird, weil die Regierung Trump dessen Abschaffung erwägt, ist laut Armstrong ausschließlich auf die die Verwaltung der Auswirkungen der Finanzkrise gerichtet, nicht aber auf ihre Ursache, die in der Aufhebung der Trennung zwischen Bankenwesen und Hedge Funds in den 1990er Jahren bestand und Schulden nicht mehr bezahlt, sondern weitergereicht wurden.

Es handelt sich dabei um ein Geschäftsmodell, das genau so lange funktioniert, wie weiterhin bei Bedarf Geld nachgedruckt wird. Yellen meinte daher vor einiger Zeit bereits, dass wir zu unseren Lebzeiten möglicherweise nie wieder eine Finanzkrise erleben werden. Geht man davon aus, dass die Verzerrung der Märkte, der dauernde Wertverlust von Währungen und die Bereicherung durch einige Großbanker auf Kosten der übrigen Menschheit nicht als „Krise“ oder auch nur als „Problem“ zählen, dann hat sie damit sogar recht. Wären die Zentralbanker in dieser Sache ehrlich, sie müssten ihren Kollegen in den Chefetagen der Großbanken das billige Wasser abdrehen.

Auch wenn davon ausgegangen wird, dass Yellen aufgrund der Differenzen mit der Trump Regierung bald schon abgelöst werden könnte ist es unwahrscheinlich, dass mit ihr diese Einstellung ebenfalls bald schon wieder verschwunden sein wird. Die immer näher am Abgrund stehende EZB nämlich scheint ausgerechnet das Patentrezept, das zur Finanzkrise 2007 führte, und dessen Lösung darin bestand unbegrenzt Geld zu drucken, in die Zukunft tragen zu wollen. Damals waren es gebündelte Kredite mit verschleierter Risikostruktur, die zum Absturz führten. Nun plant man in Brüssel offenbar selbiges als fauler Kompromiss mit Anleihen aus der Eurozone. Ob die Märkte aber ein zweites Mal darauf reinfallen werden wird sich zeigen. Es kann gut sein, dass die EZB am Ende genauso als Käufer dafür auftreten muss, wie sie momentan bereits ungebündelte Schuldscheine in ihr Portfolio aufnehmen muss.

Wie das ganze irgendwann einmal enden wird, steht in den Sternen. Ein großer Knall ist genauso möglich, wie die Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft durch die Zentralbanken, oder ein überraschend eingeführtes völlig neues globales Währungssystem. Die beiden ehemaligen Chefs der FED Alan Greenspan und Ben Bernanke treten inzwischen sogar für ein zentralbankfreies Geldsystem ein. Während Greenspan für Gold als Lösung eintritt, so scheint Bernanke neuerdings Gefallen an der Blockchain Technologie gefunden zu haben. Inwieweit diese beiden Meinungen aber in der jüngeren aktiven Zentralbankergeneration relevant sind ist unbekannt.

Klar ist nur eines: Die Wähler wurden bei all dem nicht nach ihrer Meinung gefragt. Denn hätte man dies, sie hätten es aller Wahrscheinlichkeit nach von Anfang an abgelehnt.

FED (Foto: Von Dan Smith – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27323

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