Rowan Atkinson: Es muss uns gestattet bleiben, uns gegenseitig zu beleidigen

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Rowan Atkinson (Foto: Pixabay)

Alle Welt kennt den Schauspieler Rowan Atkinson in seiner wohl populärsten Rolle als Mr. Bean. Nicht wenige werden ihn für einen platten Situationskomiker halten. Situationskomik kann er zwar – und das auch noch schier unvergleichlich -, aber Rowan Atkinson ist viel mehr. Er ist Schauspieler, ein glänzender Pantomime, ein kluger Philosoph – und vor allem ein sehr vernünftiger Zeitgenosse. Ein Autonarr ist er nebenbei auch noch. Mir ist immer klar gewesen, daß jemand, der Mr. Bean spielt, sich ein sehr genaues Bild von der Welt gemacht haben muß. Ich bin ein großer Mr. Bean-Fan. Eigentlich ein Fan von Rowan Atkinson, nicht hauptsächlich wegen Mr.Bean. Wer die Bean-Filme kennt: Hineingeworfen in die Welt …

Max Erdinger

Rowan Atkinson äußerte sich vor kurzem erneut sehr deutlich zum gesinnungsdiktatorischen, zensorischen Zeitgeist. Der britische Telegraph berichtete. Und nicht nur das: Atkinson hat  eine Kampagne gestartet, die zum Ziel hat, die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz vor Beleidigung und diskriminierender Wortwahl auf ein zivilisiertes Maß zurückzufahren. Zwar kann man sich das in Deutschland kaum vorstellen, aber in Großbritannien sind die entsprechenden Vorschriften noch um etliches rigider als hierzulande. Die Redefreiheit auf der Insel befindet sich tatsächlich im Würgegriff der Politisch Korrekten.

Rowan Atkinson: „Glasklar: das Problem beim Verbot der Beleidigung ist, daß viel zu viele Sachverhalte als Beleidigung interpretiert werden können. Kritik, Spott, Sarkasmus oder auch nur die Äußerung einer vom Mainstream abweichenden Meinung können heute als Beleidigung interpretiert werden.“ Was genau jeweils den Tatbestand einer Beleidigung erfülle, sei nirgends exakt definiert, so Atkinson. Das habe dazu geführt, daß es zu einer ganzen Reihe sehr zweifelhafter Verhaftungen gekommen sei. Eine übereifrige Polizei sei da kein Segen. Der Weltstar kritisierte die „neue Intoleranz“ und rief dazu auf, Teile des „Public Order Act“ aufzuheben. Er begründete das damit, daß die aufzuhebenden Bestimmungen einen Abschreckungseffekt auf die freie Meinungsäußerung und freien Protest hätten.

Atkinson verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, daß die ersatzlose Streichung der entsprechenden Bestimmungen in Section 5 des Public Order Act den Weg ebnen würde, die „Kultur des Zensorentums zurückzudrehen“. Hart ins Gericht ging er mit der „Empörungs-Industrie“, welche aus selbsternannten Schiedsrichtern des Gemeinwohls bestünde und von der sich auch die Polizei permanent unter Druck gesetzt fühle.

Unterstützt wird bei seiner Kampagne gegen den Gesinnungsterror der Politischen Korrektheit von Lord Dear, dem früheren Chef der West Midlands Police, und von David Davis, einem konservativen Politiker, der die Wahlbezirke Haltemprice und Howden vertritt und früher als Schatten-Innenminister galt.

David Davis: „Die einfache Wahrheit ist, daß es in einer freien Gesellschaft kein Recht darauf gibt, nicht empört zu sein. Über Jahrhunderte ist das Recht auf freie Rede zentraler Teil des britischen Way Of Life gewesen – und die geforderte Streichung der freiheitswidrigen Passagen im Public Order Act wird dieses Recht auch wieder herstellen.“

Rowan Atkinsons Kampagne vereint so unterschiedliche Einrichtungen wie das Christian Institute, die Nationale Säkulare Gesellschaft, Big Brother Watch, die Freedom Association und die Peter Tatchell Foundation.