Milo Yiannopoulos interviewt James Damore: „Google hat auf jeden Fall illegal gehandelt“

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Milo Yiannopoulos interviewt James Damore (Foto: Screenshot)

Ich bilde mir gerne ein, du wärst der erste Schritt in einer neuen Welle des Widerstands gegen dieses erdrückende Klima der politischen Korrektheit in amerikanischen Unternehmen“, begann der konservative Provokateur Milo Yiannopoulos sein Gespräch mit dem entlassenen Google-Ingenieur James Damore.

Von Collin McMahon

Yiannopoulos und Damore beschrieben die Umstände, die zu Damores Entlassung  bei Google geführt hatten. Yiannopoulos hob dann einen Absatz von Damores Memo als „entsetzlich für die Linken“ hervor, in dem es um die „Ent-Moralisierung der Vielfalt“ geht. Damore erklärte: „In vielen Firmen und Institutionen wird heute Vielfalt als moralischer Wert an sich gefeiert, ähnlich wie der Schutz von Kindern…“

Yiannopoulos: „So wie in Deutschland die EU als unverrückbar positiv gesehen wird,  wie ein Naturgesetz: Jeder normal denkende Mensch muss der EU angehören wollen. Du meinst das ist eine ähnlich unkritische, reflexive Hingabe an diesen Kult der Vielfalt.“

Damore: „Die tatsächlichen Kosten und Nutzen werden nie hinterfragt. Wir gehen davon aus, dass Vielfalt etwas Gutes ist. ‚Da, bitte, hier hast du nochmal $100 Millonen dafür.’ Jeder, der diese Religion der Vielfalt hinterfragt, ist ein Sexist und böse und muss bestraft werden.“

Yiannopoulos: „Während der GamerGate-Kontroverse hat Intel $100 Millonen für Vielfaltsmaßnahmen beiseite gelegt. Zur selben Zeit wurde der gleiche Betrag aus ihrer Forschungsabteilung gestrichen. Es wird also tatsächlich Geld von der Entwicklung neuer und besserer Produkte abgezogen, um Feministinnen zu besänftigen. Das ist in Silicon Valley jetzt wie eine Art Steuer oder Schutzgelderpressung. Wenn du im Geschäft bleiben willst, musst du der Regierung Geld geben, und der Gutmenschenindustrie, denn sonst werden sie dich vernichten. Das Problem wie bei jeder Erpressung ist, dass diese Leute niemals zufrieden sein werden. Je mehr du ihnen gibst, desto mehr fordern sie, bis du irgendwann 100% deines Budgets für Vielfalt, Inklusion und Gender ausgibst und nichts mehr fürs Produkt… Das ist besonders bei Google betrüblich, eine Firma die mehr als jede andere für Wissen und Wissenchaft steht. Sogar der Name ist ein abstrakter mathematischer Ausdruck. Es war ein Ort der Menschen wie mir verschlossen war, weil wir nicht schlau genug sind – wo Menschen wie du Algorithmen erschaffen, um alles Wissen der Welt zu bündeln – aber diese Ausrichtung scheint sich nun zu ändern.

Kennst du die Suchergebnisse für ‚Amerikanische Erfinder?’ (Damore: „Ja.“) Wenn man auf Englisch in den USA auf Google nach ‚Amerikanische Erfinder’ sucht, kommt ein Mischmasch aus Menschen verschiedener Hautfarben und Geschlechter, von den man noch nie gehört hat. Sucht man denselben Begriff auf Spanisch, dann kommen Graham Bell, Thomas Edison, Albert Einstein, Menschen die tatsächlich die Dinge erfunden haben, die unsere Welt heute ausmachen. Man muss also daraus schließen – und viele YouTuber haben das im Zusammenhang mit der Monetarisierung auch festgestellt – dass Google die Ergebnisse massiv heimlich beeinflusst, um ein politisch korrektes Ergebnis zu liefern. Es ist Googles Vorstellung dessen, wie sie die Welt gerne hätten. Wer steckt da bei Google dahinter? Wer ist dafür verantwortlich? Gibt es wirklich Ingenieure bei Google, Menschen die so schlau sind wie du, die berufsmäßige Lügner sind? Die diese Fake-Ergebnisse produzieren, die nicht die Realität wiederspiegeln, sondern Googles Wunschvorstellung der Welt?“

Damore: „Es ist hauptsächlich nur der wütende Mob. Sobald die irgendwas finden, was ihnen nicht passt, beschweren sie sich und machen einen Aufstand deswegen. Das Team, die Ingenieure, die wollen sich nicht mit denen anlegen, also geben sie einfach klein bei. Das ist auch bei den Google Doodles passiert…“

Yiannopoulos: „Die nicht mehr zu Ostern angeboten werden, aber zum Ramadan.“

Damore: „Ja. Und es ist auch kein Albert Einstein mehr darunter, sondern irgendwelche Leute von denen man nie gehört hat.“

Yiannopoulos: „Ich frage mich, wann Konservative das Spiel nicht mehr mitmachen werden. Es wird wahrscheinlich eine Zukunft wie in Elysium mit Matt Damon, wo die Linken alle in goldenen Palästen irgendwo im Weltraum wohnen, und die Konservativen alle auf der Erden die Arbeiter sind, weil sie sich irgendwann aus dem Internet verabschiedet haben. Wir werden sowieso nur angelogen. Besteht die Gefahr, dass Silicon Valley es sich bei der Hälfte der Bevölkerung verscherzt?“

Damore: „Ich glaube, die haben überhaupt keinen Bezug zur anderen Hälfte des Landes. Sie denken, Konservative müssen böse und dumm sein. Deshalb tun sie das Richtige, wenn sie sie zensieren und ausschließen. Ihre eigenen Vorurteile nehmen sie überhaupt nicht wahr.“

Yiannopoulos: „Es ist mir ein totales Rätsel, denn nicht mal ihre eigenen Mitarbeiter sind ihrer Ansicht. Ich habe mir die Statistiken mal angeschaut: 64% der Angestellten bei Uber waren gegen deine Entlassung. Über 50% der Google-Mitarbeiter. Uber ist wohl ein bisschen mehr rechts als die meisten Computerfirmen…“

Damore: „Oder sie haben einfach die Schnauze voll. Ich habe gehört, dort sind Leute entlassen worden, weil sie einen Witz erzählt haben. So sensibel waren die da.“

Yiannopoulos: „Eine Art Gegenreaktion. Und es geht weiter: 56% der Facebook-Mitarbeiter waren gegen deine Entlassung. 54% der Amazon-Mitarbeiter. Die Fußsoldaten dieser Technologiefirmen scheinen so zu denken, wie weite Teile des Landes. Es sind nur die Chefs, die so abgehoben sind, die Manager und Leute in Führungspositionen, die immer diesem absurden Unsinn hinterherhecheln. Das ist genau der Grund, warum Donald Trump gewählt wurde. Die Manager, Politiker und Akademiker haben alle den Bezug zum normalen Volk verloren. Wie die Hollywood-Produzenten. Der neue Chef von Paramount hat dem Hollywood Reporter gesagt, ich habe vielleicht Hillary Clinton unterstützt, aber das wird keinen Einfluss darauf haben, welche Filme ich produziere. Hollywood hat nämlich erkannt, wie weit ihre Vorstellungen von denen des restlichen Volkes sind. Jonathan Haidt hat nachgewiesen, dass Konservative in der Regel besser in der Lage sind, sich in Linke hineinzuversetzen, während Linke eher zu Beschimpfung und Stigmatisierung neigen.

Silicon Valley wurde ja eigentlich von Libertären gegründet, freie Unternehmer, die an die kreative Kraft des Marktes glaubten. Innerhalb sich kurzer Zeit hat sich das jetzt gewandelt, dass alles von Social Justice Warriors  und Verschwörungstheoretikern dominiert wird. Wie ist das passiert?“

Damore: „Ich glaube die meisten Programmierer sind immer noch Libertäre. Sehr logische, unemotionale Typen. Der Druck kommt von Außen, wenn es heißt, Guck mal, die haben nur 20% weibliche Programmierer. Diese Typen sind alle sozial sehr unbeholfen, bestimmt liegt es daran, dass keine Frauen dort arbeiten. Das müssen wir jetzt alles ändern. Das kommt also gar nicht von den Programmierern. Es sind die Manager und Human Resources Typen, die diese linke Ideologie vorantreiben.“

Yiannopoulos: „Es ist wie ein Parasitenindustrie, die sich an diesen Wirt festgekrallt hat, an die erfolgreichen Technologienfirmen, und nur dazu da ist, zu schmarotzen, seine Macht auszudehnen und Menschen zu terrorisieren. Es ist ein ganzes parasitäres Ökosystem, wie diese Bakterien, die im Gebiss von bestimmten Fischen leben, aber diese Bakterien zerstören die Zähne und töten den Fisch. Würde das Problem nicht einfach verschwinden, wenn wir nicht ständig auf diesen Geschlechter- und Rassenthemen herumreiten würden?

Bei Google gab es Frauen, die zum Guardian gelaufen sind und gesagt haben, ‚Dieses Memo hat gesagt, Frauen seien neurotisch, und das hat mich so verstört, dass ich mich jetzt krank melden muss.’ Da muss man erst mal tief durchatmen, wenn man ihnen nicht ins Gesicht lachen will. Aber sie tun mir Leid. Dieses Klima der Angst und des Misstrauens zwischen den Geschlechtern, diese völlig überflüssige Feindseligkeit hat sie zu dem gemacht was sie sind. Dieser bemerkenswerte Erguss von überkandideltem Selbstmitleid und faktenfreiem emotionalen Nonsens, den dein Memo verursacht hat, deine Zusammenfassung einiger wissenschaftlicher Studien ist sehr bedeutsam. Gut getrollt. Ich bin sehr neidisch. Die besten Trolle sind die, die einfach nur ruhig und sachlich die Tatsachen darlegen.“

Damore: „Ich glaube, mein Memo hätte gar nicht so viel Aufsehen verursacht, wenn es wirklich so ein gehässiges sexistisches Manifest gewesen wäre. Es war die Tatsache, dass es einigermaßen logisch schlüssig war…“

Yiannopoulos: „…die sie erst richtig wütend gemacht hat. Sie wissen, dass du Recht hast. Und du bist so sachlich dabei. Nichts macht die Leute so wütend wie die Wahrheit.

Was meinst du, was kann man dagegen tun?“

Damore: „Naja, eine Lösung wäre, Google zu verstaatlichen, weil es so ein wichtiges Monopolunternehmen geworden ist, und so zu versuchen, die Meinungsfreiheit zu sichern. Aber ich persönlich glaube nicht, dass der Staat soviel Macht haben sollte. Es gibt andere, kleinere Maßnahmen die man treffen könnte. Google hat auf jeden Fall illegal gehandelt, indem es Personalentscheidungen aufgrund von Rasse und Geschlecht getroffen hat.“

Yiannopoulos: „Die Messlatte wird für bestimmte Leute also gesenkt?“

Damore: „Sie verneinen das, aber das ist im Endeffekt das Ergebnis… Ich glauben ja auch, dass die Linke einige wichtige Argumente hat, was die Rolle von Frauen in Technologiefirmen angeht. Aber das ist im Moment die einzige Stimme, die zu hören ist. Es ist wichtig, einen Dialog zu haben. Und momentan ist es nur ein Monolog… Ihre Reaktion auf mein Memo zeigt, dass sie keine Ahnung von psychologischer Forschung haben.“

Yiannopoulos: „Anscheinend werden die Menschen blöder, je höher sie befördert werden. Die schlauen Ingenieure sind das Fußvolk, und die Manager bei Google sind  alle Vollidioten. Nein, das stimmt nicht. Sie haben bloß Angst.“

Damore: „Sie haben total Angst. Deshalb hat mich auch niemand im Management verteidigt. Sie müssen alle demonstieren, was für Gutmenschen sie sind. Wenn sie irgendwas zu meiner Verteidigung gesagt hätte, hätte der wütende Mob sie zerfleischt.“

Fortsetzung folgt: Wie geht es mit Google und James Damore weiter?

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Bei Verlagsinteresse bitte Zuschrift.

 

 

 

 

 

 

„Sie haben überhaupt keinen Bezug zur anderen Hälfte des Landes. Sie denken, Konservative müssen alle böse und dumm sein.“

 

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