Politiker und Experten bieten beim Thema Elektroauto keine Fakten, sondern Populismus

Verbraucher- und umweltschädlich: Das E-Auto (Bild: JouWatch).

Die Batterietechnik für Autos ist unausgereift, die bestehenden Regularien für Verbrennungsmotoren sind schwachsinnig, der ökologische Fingerabdruck von E-Autos ist katastrophal und die sogenannten Experten zum Thema liefern anstelle von Fakten lediglich Populismus, so der Leiter des Instituts für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie Albert Albers.

Von Ingmar Blessing

In seinem Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten kritisiert Albers in heftiger Weise die politisch gewollte Umstellung auf Elektroantriebe. Es ist ein Rundumschlag, der es in sich hat. Keiner der für die Technologie notwendigen Bereiche und kein Argument, das dafür spricht wird verschont.

Laut Albers sind die meisten Experten zum Thema Batterietechnik bei Autos keine wirklichen Experten, was „besonders zu den hier angesprochenen technischen Fragestellungen“ gilt. Anstelle von Fakten und Hintergründen zur Machbarkeit und den Risiken der Technik liefern sie Häppchen, die von Politikern gerne verbreitet werden, die allerdings keine realistische technische Grundlage haben. Albers bezeichnet die in der Öffentlichkeit verbreiteten Ansichten zum Thema als „populistische Meinungen“.

Ähnlich sieht er die Schuld am Dieselskandal, den die deutsche Autoindustrie derzeit durchschüttelt.  Die illegale Manipulation der Software gilt es auch für Albers selbstverständlich zu bestrafen, allerdings sollte man nicht vergessen, dass der Alltagsbetrieb über die Emissionen entscheidet und dieser kann sich teils erheblich von den Tests auf dem Prüfstand unterscheiden. Dies gilt aber nicht nur für den Diesel, sondern etwa auch für E-Autos, deren maximale Reichweite eine sehr theoretische ist, was aber völlig ignoriert wird.

Elektroautos insgesamt, die von der Politik als die Zukunft bezeichnet werden, sind für Albers kein Allheilmittel, da die „Öko-Aufwands-Bilanz 60 Prozent höher ist als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor“ ist. Im Vergleich zu Verbrennungsmotoren gleicht sich die Öko Bilanz erst nach mehreren Jahren aus, wobei die Batterien dann meist nicht mehr brauchbar sind. Verbrennungsmotoren dagegen halten in der Regel mehrere hunderttausend Kilometer durch. Nicht zuletzt kann die Umweltbilanz eines E-Autos erheblichen Schaden nehmen, wenn es zu einem Kurzschluss kommt und das Fahrzeug mitsamt der teils hochgiftigen Batteriebestandteile abbrennt.

Für Albers ist es vor allem deshalb unverständlich, den Diesel und Verbrennungsmotoren abzuwürgen, weil es laut ihm bis 2030 weltweit erheblich mehr Fahrzeuge mit einem solchen Antrieb geben wird als heute. Das Bevölkerungswachstum und Wohlstandsgewinne machen es möglich, weshalb die Technik und die Regulierungen dazu eher weiterentwickelt als abgeschafft werden sollte.

Auch die Feinstaubproblematik ist keine des Diesel. Lediglich ein niedriger zweistelliger Prozentsatz des Feinstaubes wird von Diesel verursacht, wobei die Lage in der Landwirtschaft als mit Abstand größtem Hauptverursacher von Feinstaub kaum optimierbar ist. Hinzu kommt, dass ein Teil des PKW Feinstaubes von den Bremsen und dem Reifenabrieb stammt, der auch bei E-Autos nicht weniger ist.

Im Gegensatz zu batteriebetriebenen Fahrzeugen sieht Albers eine machbare Zukunft mit künstlichen Kraftstoffen als Ersatz für das Verbrennen von Ölprodukten. Dazu wird über erneuerbare Energieträger Strom produziert, mit dessen Hilfe dann hochreine und damit in der Verbrennung sehr saubere flüssige oder gasförmige Kraftstoffe produziert werden. Allerdings wäre auch in diesem Bereich eine Kraftanstrengung notwendig für eine profitable und flächendeckende Umsetzung des Konzepts.

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