Satire: Das Interview mit der Kanzlerin

Merkel bezieht Stellung (Foto: Collage)

Ein fiktives Interview mit der Kanzlerin, bei dem sie nur in ihren eigenen Zitaten antwortet. Lediglich die Fragen sind neu.

von Max Erdinger

Frage: Frau Bundeskanzlerin, wenn wir schon einmal zufällig hier zusammensitzen zum Gespräch, worüber würden Sie denn am liebsten reden?

Merkel: Lassen Sie uns zeigen, dass wir glauben, dass wir die Probleme lösen können, ohne dass Europa schweren Schaden nimmt.

Frage: Wie jetzt? Wir sollen zeigen, daß wir glauben, Probleme lösen zu können, ohne daß schwerer Schaden entsteht? Leichter Schaden wäre aber gut?

Merkel: Niemand kann glauben, dass es zu mehr Frieden führen würde, wenn alle eine Atombombe hätten.

Frage: Und das soll die Antwort auf meine Frage gewesen sein? Sollen wir wirklich glauben, daß es außer Frieden auch ein bißchen mehr oder weniger Frieden gibt? Was ist mit unseren ärgsten Feinden? Haben die keine Atombomben?

Merkel: Unser ärgster Feind kann nur unser mangelnder Glaube an uns selbst sein.

Frage: Das klingt schön philosophisch, Frau Bundeskanzlerin. Haben Sie eigentlich eine ausgesprochen eigene Lebensphilosophie?

Merkel: Vor lauter Globalisierung und Computerisierung dürfen die schönen Dinge des Lebens wie Kartoffeln oder Eintopf kochen nicht zu kurz kommen.

Frage: Das ist aber jetzt noch nicht Ihre ganze Lebensphilosophie, oder?

Merkel: Wenn man Verschiedenes denken will, braucht man vor dem Reden eine Phase des Schweigens.

Frage: Wollen Sie lieber erst ein bißchen schweigen und nachdenken, bevor Sie antworten? Wir haben Zeit. Wie ist das eigentlich bei Ihnen zuhause, ich meine, wenn Ihr Mann Sie etwas fragt, während Sie Kartoffeln und Eintopf kochen, Frau Bundeskanzlerin?

Merkel: Wer sein Ehebild lediglich aus den Fernsehsendungen und den Werbespots bezieht, der wird schon kurz nach der Hochzeit bitterlich enttäuscht sein.

Frage: Mit Verlaub, es ging nicht um mein Ehebild, Frau Bundeskanzlerin, sondern darum, ob Sie sich zuhause beim Kartoffelnkochen auch erst eine Schweigezeit ausbedingen, ehe Sie antworten. Haben Sie zuhause eigentlich viel Kartoffeln und Eintopf zu kochen?

Merkel: Wir haben so vieles geschafft. Wir schaffen das!

Frage: Frau Bundeskanzlerin … äh … Frau Bundeskanzlerin? Sie wollen doch nicht schon gehen? Bleiben Sie halt noch ein bißchen …

Tja, liebe Leser, jetzt ist sie weg. Einfach weg.

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