Die Antifa-Papers – Echt, fast echt oder was?

Geheimpapiere gefunden. Die Antifa will die Welt erobern. Wie das gehen soll, sehen wir den lieben langen Tag. Da braucht es nicht acht inhaltlich dünne Seiten von einer US-Uni. Selbst wenn sie echt wären.

Von Volker Kleinophorst

Der Blog Imgur kommt mit der Sensationsmeldung: „Antifa-Handbuch entdeckt“. Angeblich wurde es auf dem Gelände des Evergreen State College im US-Staat Washington (Der Staat oben links. Genau, der mit Seattle) gefunden.

Nun ist Manual für die acht Seiten inklusive Cover schon gewagt, aber wer man mal amerikanische Militär-Handbücher gesehen hat. Man wundert sich, dass die US-Antifa noch ohne Piktogramme auskommt.

Wie man die Welt a la Antifa verändern möchte, steht da nun zwar drin, aber ich habe beim Durchlesen nichts gesehen, was nicht schon seit Jahr und Tag von Berufsrevolutionären und Welteroberern, ob nun mit Büchern und Flugblättern a la Handbuch des Stadtguerillero oder Maos Theorie des Guerillakriegs oder heute eben auf Webseiten wie Indymedia oder links unten, verbreitet wird. Was man in Darknet alles findet. Da lacht das Herz des Bombenbastlers.

Die Antifa-Papers in aller Kürze:

Die Weißen besonders die Männer sind an allem schuld. Rettung vor den Nazischweinen bringt nur bedingungsloses Multi-Kulti mit ganz klaren Denk- und Sprachvorgaben. Sie nennen es Toleranz.

Der Rest ist das was wir sehen:

Grenzen zerstören

Medien kontrollieren

Bevölkerung austauschen und so neue Mehrheiten schaffen

Den Fortschritt behindern

Die neue Weltordnung – gechipte Sklaven, die nach der Antifa-Pfeife tanzen müssen, verkauft als Welt ohne Hass und Bigotterie. Hat da jemand Nord-Korea gerufen?

Und das am Ende für die ganze Welt. Nachdem endlich Kreuzfahrtschiffe mit den Beladenen der Welt die USA erstürmt haben: Blühende Landschaften. Und wer nicht arbeiten muss: Drogen für Alle. Damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt.

Was ich damit sagen möchte. Diese „Protokolle der Weisen von Antifa“ kann sich jeder zusammenschreiben. Dazu braucht man noch nicht einmal ein Buch gelesen zu haben. Denn es ist doch einfach genau das was passiert und auch schon x-mal formuliert.

Was mich skeptisch macht? Ich hab es nicht so mit dekorativ-authentischen Kaffeeflecken. Revolutionäre trinken ja immer Kaffee und verschütten auch immer ganz viel, wenn sie sich ihre filterlosen Zigaretten anzünden. Es steht nicht drin, wofür man nun extra dieses Manual braucht, aber vielleicht überschätze ich Generation Schneeflocke da auch einfach. Aber Konkretes lese ich nich, weder zum Thema Bewaffnung noch zu Handlungsanweisungen für den Umsturz. Da hat ja Amazon mehr im Programm: Handbuch der Kommunikationsguerilla.

Besonders merkwürdig finde ich, das man diese Werk nicht an cis-males (also Männer, die schon von Geburt an wissen, das sie Männer sind und das auch noch gut finden) und auch nur an Farbige und LBGTQ Leute verteilt werden soll. Da sich die Antifa aber in der Hauptsache aus weißen Mittelstandskindern zusammensetzt? Häh?

In Amerika hat sich dennoch ein kleiner Schreikampf entwickelt. Fake. No-Fake..

Dabei kann das niemand wirklich beurteilen. Alles kann man Faken, jedes Dokument. Zur Not die Geburtsurkunde von Jesus. Wie das geht? Der „renommierte“  Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi in seinem Buch Selbstporträt einen wirklich faszinierenden Einblick in Techniken und Tricks. Mit den Möglichkeiten die Geheimdienste haben, und hinter jeder „Gruppe“ steckt ein Geheimdienst, ist das selbst für Fachleute kaum zu machen. Besonders nicht, wenn Alle an einem Strang ziehen. Geld spielt da eh keine Rolle.

Also wer den Daumen senkt, weil er ein paar Fotos gesehen hat, der sollte sich unbedingt mal den Film „Wag the Dog“ ansehen.

In dem Kino-Klassiker mit Robert de Niro und Dustin Hoffman wird der Wahlkampf des US-Präsidenten von einer sexuellen Affäre überschattet, in dem man einen Krieg inszeniert, der nur in den Medien stattfindet. Als Ablenkungsmanöver. Als man die Nummer ausdehnen muss, braucht man einen Kriegshelden. Der ist hinter den feindlichen Linie zurückgeblieben und heißt Schumann, worauf der „Knüller König“ und „Willie Nelson“ ein Song aushecken, den man dann später als eine Original-Single von 1930 in der Folk-Song-Kollektion der Kongreßbibliothek findet: „Old Shoe“. Der läuft auf einmal den ganzen Tag im Radio und die Leute schmeißen aus „Solidarität“ Schuhe über die Stromleitungen. Sind die natürlich selbst drauf gekommen. Und den Song kannten sie schon seit ihrer Kindheit. Na, schon eine kleine Gänsehaut. Der Film wird ihnen eine noch größere bescheren. Den Kriegshelden holt man sich übrigens aus dem Knast. Er wird aber leider bei einem Vergewaltigungsversuch abgeknallt. Noch besser: Staatsbegräbnis.

Ein Running Gag im Film: „Es muss wahr sein. Ich hab es im Fernsehen gesehen.“

Wohl doch nicht so einfach.

„Wag the dog“ heißt übrigens „Wenn der Schanz mit dem Hund wedelt“. Eine einfache Frage darüber, wer die Macht hat: „Warum wedelt ein Hund mit seinem Schwanz? Weil ein Hund schlauer ist als sein Schwanz. Wenn der Schwanz schlauer wäre, würde der Schwanz mit dem Hund wedeln.“

Und der Film ist schon 20 Jahre alt, vor „Lewinsky“ gedreht und Clinton während der Anhörung den Irak bombardierte. Man ist also eher noch ein wenig besser geworden. 2003 bei der medienwirksamen Rettungsaktion von Jessica Lynch hatte ein Hollywoodkameramann Regie geführt.

Denn auch wenn man bei Lynch hinterher aufflog, „Ich hab es im Fernsehen gesehen.“

Und dieses Antifa Dokument. Selbst wenn es echt wäre? Was steht drin, was man nicht längst weiß?

Wandere aus, solange es noch geht!
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