Anja Reschke ZAPPelt: NDR will entscheiden, was Meinungfreiheit ist

(Foto: Screenshot/Youtube)
Öffentlich rechtliche Hass-Predigern: Anja Reschke (Foto: Screenshot/Youtube)

Letzte Woche berichteten wir über den Rufmord an Schauspielerin Silvana Heißenberg durch einen Bericht des NDR-Magazins „ZAPP“. Nun wollten wir von Moderatorin Anja Reschke wissen, wie sie dazu steht – und ob sie sich vorstellen kann, selber mal politisch im Abseits zu stehen.

Sehr geehrte Frau Reschke,

 am 12.10.2016 haben Sie bei „NDR Zapp“ einen Beitrag über die Schauspielerin Silvana Heißenberg moderiert, in dem diese als “Falsche Frau der Woche”, “ganz weit rechts” und “das Allerletzte” bezeichnet wurde. Am Ende des Beitrages wurde triumphal festgestellt, “RTL will sie in Zukunft nicht mehr beschäftigen”.

 Viele Bürger denken inzwischen ähnlich wie Frau Heißenberg. Unseres Wissens nach ist es auch nicht verboten, in der Bundesrepublik Deutschland konservative bzw. “rechte” Meinungen zu vertreten wie sie noch vor 10 Jahren bei CDU/CSU Programm waren, solange diese mit dem Gesetz im Einklang sind.

 Wir haben dazu folgende Fragen an Sie:

 – In wie weit ist es die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Senders, der politischen Einstellung von Schauspielerinnen auf Facebook nachzuspionieren?

 – Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen? War es Zufall, oder recherchieren Sie gezielt auf Facebook missliebigen Meinungen hinterher?

 – Machen Sie das auch für Schauspieler, die linke Themen wie Antifa, G20, TTIP oder Occupy liken und kommentieren? Wenn nein, warum nicht?

 – Können Sie sich vorstellen, wie es eines Tages sein wird, mit Ihrer eigenen politischen Meinung in der Minderheit zu sein, als “Falsche Frau der Woche” angeprangert zu werden und ihre Karriere beendet zu bekommen?

 – Wir sind mit Frau Heißenberg in Kontakt. Was möchten Sie ihr gerne sagen?

Leider hat NDR-Abteilungsleiterin Anja Reschke keine Zeit gefunden, uns und unseren Lesern selbst zu antworten. Stattdessen hat uns ihre Redaktionsleiterin Annette Leiterer geantwortet:

 „Sehr geehrtes JournalistenWatch,

 über das „Durchgezappt“ vom 12.10.2016 ist im Netz erstaunlich viel zu lesen, teilweise offenbar verfasst in Unkenntnis des ZAPP-Beitrags. Wenn Sie den gesamten Beitrag gesehen haben werden, haben sich vermutlich auch einige Ihrer Fragen erübrigt. Nichtsdestotrotz erläutere ich Ihnen gern den Vorgang.

Anbei ein Link zur ARD-Mediathek, wo sie den ganzen Beitrag schauen können (ab 22:00).

 Wie leicht zu ersehen ist, handelt es sich um ein satirisches Format mit unterschiedlichen Themen, die die Redaktion aus medialer Sicht berichtenswert findet. Die Überschriften sind aufeinander abgestimmt, z.B. das „falsche“ Interview, der „falsche Film“ oder auch die „falsche Frau“. Unter dieser Überschrift hat ZAPP im „Durchgezappt“ am 12.10.2016 zu Frau Heißenberg berichtet. In einer Länge von einer Minute und 10 Sekunden wurde ein aktueller Auftritt von Silvana Heißenberg in der RTL-Serie „Blaulicht-Report“ thematisiert. Die Schauspielerin war in der Rolle einer besorgten Mutter zu sehen. Im echten Leben sind die öffentlich zugänglichen Äußerungen nach dem Dafürhalten der Macher des Medienmagazins ZAPP aber nicht mehr durch die freie Meinungsäußerung gedeckt. So forderte Silvana Heißenberg zum Beispiel, dass die Bundespolizei die Regierung verhaften möge und bezeichnete Bundesminister als „Ratten“. Selbstverständlich können und dürfen Bürger in Deutschland konservative oder rechte Meinungen vertreten und Mitglieder der Bundesregierung kritisieren, diese aber als „Ratten“ zu bezeichnen, empfinden wir als Grenzüberschreitung. Der Sender RTL gab daraufhin an, Frau Heißenberg nicht mehr als Schauspielerin beschäftigen zu wollen.

Diesen Umstand hat das Medienmagazin berichtet und zu dieser Berichterstattung stehen wir. Frau Heißenberg wurde von uns im Übrigen keineswegs als „Das Allerletzte“ bezeichnet.

 Wenn Frau Heißenberg sich selbst an uns wenden möchte – herzlich gern.

 Eventuell interessiert Sie ein weiteres Thema, das ZAPP derzeit plant. Dabei geht es um das Thema „Netzneutralität“ und darum, wie sich in den USA große Player in Bezug auf den Umgang mit rechten Publikationen von derselben verabschieden – verbunden mit der Frage, wie das hier in Deutschland gesehen wird.

Bemerkenswert ist schon im ersten Satz die scheinbar elitäre Arroganz, mit der vorgeblich „öffentliche“ Sender neuerdings auf Anfragen der kritischen „Öffentlichkeit“ zu antworten pflegen: Über die gezielte Rufmordattacke an einer Bürgerin sei „im Netz erstaunlich viel zu lesen“, erstaunlich vermutlich, weil nicht-NDR-genehmigte Meinungen nicht stattzufinden haben. Dann wird schulmeisterhaft süffisant bemerkt, „Wenn Sie den gesamten Beitrag gesehen haben werden…“ Natürlich haben wir den ganzen Beitrag über Silvana Heißenberg gesehen, bevor wir an den NDR geschrieben haben.

Eine gezielte Rufmordattacke, bei dem eine Frau ihre Existenzgrundlage verloren hat, als „satirisches Format“ zu beschönigen, ist genauso bezeichnend für die Arroganz und Abgehobenheit der Reschke-Redaktion. Achtung, NDR: Satire hat etwas mit Humor zu tun. Was Ihr da treibt, finden „erstaunlich viele“ Gebührenzahler aber gar nicht mehr so lustig.

Die bemerkenswerteste Aussage in dem Schreiben ist jedoch die Behauptung, Silvana Heißenbergs Äußerungen auf Facebook seien „nicht mehr durch die freie Meinungsäußerung gedeckt.“ Auf Rückfrage hat ZAPP uns nicht erklären können, auf welcher Grundlage dies der Fall sein sollte. Eine Straftat scheint nicht vorzuliegen, sonst hätten die eifrigen „öffentlichen“ und „rechtlichen“ Reporter Frau Heißenberg vermutlich nicht nur beim Arbeitgeber angeschwärzt, sondern gleich noch Anzeige erstattet. Wer also macht Anja Reschke und den NDR zum Kläger, Richter und Vollstrecker dessen, was „durch die freie Meinungsäußerung gedeckt“ ist und was bereits eine „Grenzüberschreitung“ darstellt? Erkennen die schlauen Menschen bei ZAPP wirklich nicht, dass die Verfolgung der missliebigen Meinung einer Einzelperson durch einen €8-Milliarden-Gebührenapparat eine Beschränkung der Meinungsfreiheit aller Bürger darstellt, oder tun sie bloß so?

Als Begründung wird von Anja Reschkes Redaktion angeführt, Silvana Heißenberg hätte gefordert, „dass die Bundespolizei die Regierung verhaften möge“ und Bundesminister als „Ratten“ bezeichnet habe. Sollte es in Zukunft also nicht mehr möglich sein, die Regierung vor dem Gesetz zur Verantwortung zu ziehen? Welche Tiernamen sind nach Meinung von ZAPP noch zulässig? Wird mein Leben zerstört und meine Karriere durch gebührenfinanzierte Schnüffler beendet, wenn ich Horst Seehofer auf Facebook als „Rindvieh“ bezeichne, Angela Merkel als „dumme Gans“ oder Claudia Roth als „Trampeltier“? Wer hat dies zu entscheiden, und warum?

Silvana Heißenberg wehrt sich grundsätzlich dagegen, irgendwen als „Ratten“ bezeichnet zu haben: „Ich habe die Bundesminister nie als Ratten bezeichnet, sondern lediglich einen Bildtext vom deutschen Dichter Theodor Körner gepostet. Dieser wurde nur Sekunden gezeigt, damit die Zuschauer den Text bewusst nicht mal lesen konnten. Ganz unten stand: … nicht nur Ratten leben in der Kanalisation…“ Nur der Begriff RATTEN wurde in dem Bericht eingeblendet. Das hatte überhaupt nichts mit dem eigentlichen Text zu tun. Ich kommentierte diesen auch nicht. Eine ganz üble Masche, um mich zu diffamieren.“

Nun könnte man sagen, Frau Heißenberg wolle sich herausreden – doch die Redaktion Reschke versucht sich ebenfalls nachträglich aus der Affäre zu ziehen, indem sie bestreitet, Frau Heißenberg als „Das Allerletzte“ bezeichnet zu haben. Im Bericht lief eine Szene von Fr. Heißenberg, in dem sie sagt, “Das ist ja das Allerletzte!” Die ZAPP- Sprecherin sagt dann “Sehen wir auch so!” Diese ZAPP-Aussage bezieht sich eindeutig auf Fr. Heißenberg und ihre nicht-gefällige politische Meinung. Die Reschke-Redakteurin hat uns auf Nachfrage auch keine Erklärung geboten, wie diese Aussage anders zu verstehen sein sollte. Fazit: ZAPP hat Silvana Heißenberg sehr wohl als „Das Allerletzte“ dargestellt, versucht es aber im Nachhinein scheinbar zu leugnen.

Schauspielerin und Model Silvana Heißenberg © Kai Uwe Giese
Opfer öffentlich rechtlicher Hass-Prediger (Schauspielerin und Model Silvana Heißenberg © Kai Uwe Giese

Wir haben Anja Reschke gefragt, ob sie Frau Heißenberg nachträglich irgendwas zu sagen hat. Eine Entschuldigung wäre unserer Meinung nach das Naheliegende gewesen. Stattdessen ließ Fr. Reschke ihre Redakteurin antworten, „Wenn Frau Heißenberg sich selbst an uns wenden möchte – herzlich gern.“ Diese Süffisanz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Erst Leben zerstören – dann großzügig Gesprächsbereitschaft suggerieren.

Abschließend erwähnt Redaktionsleiterin Annette Leiterer unvermittelt „ein weiteres Thema, das ZAPP derzeit plant.“ Dabei gehe es darum, „wie sich in den USA große Player in Bezug auf den Umgang mit rechten Publikationen von derselben verabschieden.“ Wir haben Frau Leiterer gefragt, warum uns das „interessieren“ soll und was das mit dem Thema Silvana Heißenberg zu tun habe. Soll dieser scheinbar irrelevante Kommentar etwa eine Art Drohung durch den Zwangsgebührenapparat NDR an eine kleine, alternative Nachrichtenwebsite wie JournalistenWatch darstellen?

Eine Antwort haben wir bis jetzt nicht erhalten. Wir bleiben dran.

Das öffentliche-rechtliche Fernsehen gehört dem Gebührenzahler! Sagen Sie der Redaktion ZAPP ihre Meinung per Facebook, Kontaktformular oder E-Mail. (CM)

 

 

Publikumsliebling: Anja Reschke moderiert den ZAPP-Beitrag vom 12.10.2016

 

 

Schauspielerin und Model Silvana Heißenberg © Kai Uwe Giese

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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