Satire: Brief an Herrn Erdogan

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Das Erdokel (Foto: Collage)

Sehr geehrter Herr türkischer Präsident Erdogan!

Es war schon schön, wie Sie unserem frechen Bundesaugustminister übers Maul gefahren sind. Wer er eigentlich sei und so. Ob er wohl vergessen habe, daß er über und mit dem Präsidenten der Türkei spricht. Die alte Respektschiene also. Müsse Ehre verteidige und so, wa?

Bei aller rhetorischen Schönheit nebst allem fehlendem Respekt, Recep, alter Minarettenspitzer: Weißt du eigentlich, wer diese x-beinige Watschelraute ist, an der du kein gutes Haar läßt, obwohl sie davon auch nicht schöner wird? Das ist die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Ehre wegen Amt kannst du also knicken, es sei denn, du hältst türkische Ämter für generell ehrenwerter als deutsche.

Ja, ich verstehe dich trotzdem, dich islamischen Despoten. Weit haben wir´s gebracht im Lande der Dichter und Denker. Angela Merkel schon dafür zu respektieren, daß sie Kanzlerin dieses wahnsinnigen Landes ist, wäre ungefähr so, wie dem Schimmel dafür zu applaudieren, daß er die Leberwurst befallen hat. Respekt wegen Amt geht halt nicht. Wer Respekt vor dem Amt zeigt, nur weil es das Amt ist, der zeigt eigentlich, daß er nicht ganz dicht ist. Es gibt keinen Respekt vor Personen nur deswegen, weil sie mit einem hohen Amt ihre Arroganz in der Ignoranz schminken.

Du wirst mir recht geben, daß es da eine gewisse Einigkeit gibt zwischen unserer Heimsuchung Angela und dir, despotischer Kerkermeister. Angela findet auch, daß man seine Kritiker ruhig mundtot machen kann, wenn man nur einen Umgehungstatbestand finden – und sich zunutze machen kann -, der es einem erlaubt, selbst nicht als Verbrecher am Zensurverbot des Grundgesetzes dazustehen. Glück hat sie halt auch. 30 Mio. deutsche Facebook-Nutzer überwachen zu lassen, funktioniert eben, wenn das Werkzeug nicht Rattenfanger, sondern Zuckerberg heißt. Süß läuft immer. Du mußt zugeben, Recep: Das macht Angela eleganter als du. – Wie bitte? Das ist nicht eleganter, sondern hinterfotziger? Ja gut, was will ich dagegen einwenden? – Punkt für dich. Scheint ein Nachteil der Türkei zu sein, daß es dort keine so kleinen Würmer gibt wie im Saarland, als daß man sie als türkische Justizminis installieren könnte.

Was meinst du, Recep: Muß man Respekt haben vor saarländischen Justizminis, die als rote Subversanten ein Bundesjustizministerium in eine Gesinnungskontroll – und Propagandabehörde verwandeln? Weil sie ein hohes Amt haben? In einem Land, in dem Öffentlich-Rechtliche Radiosender ihre Hörer notorisch duzen? – Wohl kaum.

Das mit der Ehre wegen Präsident der Türkei und so, – das kannst du knicken, Recep. Außerdem versteht der Gabriel sowieso nicht, wovon du redest.

Ansonsten hast du natürlich recht. Wenn deutsche Türken wegen ihrer zwei Staatsbürgerschaften und aufgrund deines Ratschlages die CDU, SPD, Grüne und Linke nicht wählen, dann hat sich ein türkischer Despot für die Bundesrepublik als segensreicher erwiesen, als die deutsche Despotin selbst. Das muß man erst mal hinbekommen. Respekt, Recep!

Apropos Recep, Recep: Weil ich immer an „Rezept“ denken muß, wenn ich deinen Vornamen lese: Mit diesen vermaledeiten NGOs gebe ich dir auch vollumfänglich recht. Vereine, die Absichten verfolgen, „Nicht-Regierungs-Organisationen“ zu nennen, obwohl sie von Regierungen aus den Steuergeldern der Arbeitsklaven (früher: Werktätige, Arbeitnehmer) subventioniert werden, ist ungefähr so, wie einen Apotheker mit einem Kassenrezept dafür zu bezahlen, daß er einem den Wagen wäscht. Recep, Rezept, Respekt. Da wären wir also wieder beim Thema, alter Despot.

Am besten nimmst du dir ein Beispiel an diesem Brief hier und mir – und fährst deine Rhetorik mal ein bißchen zurück. Man kann ja auch anständig miteinander reden. Siehst du ja gerade. Also entspann dich für den Rest des Tages, mach´mal einen chilligen „Tag am Strand“. Die Liegestühle: Such´dir einfach einen aus und steck dir zwei Euro ein, für den Fall, daß du alle anderen Badegäste auf ein Eis einladen möchtest. Gut fürs Image.

Bester Gruß, auch an die verehrte Frau Gattin

dein Maxe Erdinger

 

 

 

 

 

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