Ex-Mafia Boss hält der EU die Einwanderer vom Hals

Symbolfoto: Durch Fishman64/Shutterstock
Stoppt die Mafia die Flüchtlingsströme aus Libyen? (Symbolfoto: Durch Fishman64/Shutterstock)

Während hierzulande das „schlechte Wetter“ und die „verstärkte Präsenz der libyschen Küstenwache“ für den Einbruch der Zahlen von Mittelmeer-Einwanderern verantwortlich gemacht werden, scheint der wahre Grund ein ganz anderer zu sein.

Von Marilla Slominski

Ein ehemaliger Mafia-Boss soll in Libyen mit einer bewaffneten Gruppe die afrikanischen Einwanderer daran hindern, die Boote Richtung Europa zu besteigen.

Die Truppe hat sich in Sabratha, knapp 80 km von der Hauptstadt Tripolis, niedergelassen und betreibt dort ein großes Auffanglager. Sie soll aus hunderten Zivilisten, Polizisten und Armeeangehörige bestehen und die illegalen Reisewiligen daran hindern, die Boote nach Italien zu besteigen. Die Gruppe soll mit offizieller Erlaubnis und finanzieller Unterstützung aus Tripolis handeln und für den 50prozentigen Rückgang der Mittelmeer-Reisenden im vergangenen Monat verantwortlich sein. Sabratha gilt als Sprungbrett für die Einreise nach Italien.

Quellen äußerten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die afrikanischen Reisewilligen oftmals eingesperrt und Boote, die auf dem Wasser sind, umgehend zurückgeschickt werden.

Im Juli hatte die EU zugesichert, weitere 45 Millionen Euro an Libyens Küstenwache zu zahlen. Um Italiens Migrationsmanagement zu verbessern, stellte die EU-Kommission dem Land sofort 35 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Es stellt sich die Frage, ob die EU mit Steuergeldern, indirekt ehemalige Mafia-Bosse dafür bezahlt, ihr vorläufig sogenannten Flüchtlinge vom Hals zu halten.

Das libysche Innenministerium nahm bisher keine Stellung zu den Berichten.

Rom ist unter Handlungsdruck, die Einwanderung zu verlangsamen bzw. zu stoppen, da im kommenden Frühjahr gewählt wird und die italienische Bevölkerung, immer weniger dazu mehr bereit ist, noch mehr illegale afrikanische Einwanderer  aufzunehmen (jouwatch berichtete).

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