Anschläge in Spanien: Das islamische Terrornest von Ripoll

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In Ripoll gibt es ein islamisches Terrornest (Foto: Wikipedia)

In den katalanischen Vorpyrenäen, an der Grenze zu Frankreich liegt der kleine verschlafene Ort spanische Ripoll.

Die Stadt ist nun ins Zentrum der Terrorermittlungen zu den islamischen Attentaten in Barcelona und Cambrils gerückt.

Von Marilla Slominski

Ripoll hat eine überschaubare Einwohnerzahl von 11.000. Etwa 1000 von ihnen gehören der nordafrikanische Gemeinschaft an – ein Großteil von ihnen kommt aus Marokko. Und von hier stammen 11 der korangläubigen Mörder.

Imam Abdelbaki Es Satty, der als Kopf der Gruppe gilt, predigte in einer Moschee im Süden der Stadt, nur 15 Minuten von dem Apartement entfernt, in dem der mutmaßliche Fahrer des Van Younes Abouyaacoub lebte.

Der wahrscheinlich getötete Imam Es Satty, DNA-Spuren werden immer noch ausgewertet, soll Beziehungen zu Al-Qaida und zu den islamischen Attentätern von Madrid 2004 gehabt haben.

Laut Maria Alba Martinez, deren Familie ein Café in Ripoll betreibt, seien die Muslime radikaler geworden, seit Satty in der Moschee predigte. Auffällig sei gewesen, dass sich immer mehr junge Frauen verschleierten.

Im nahen Umkreis der Moschee, befindet sich die Wohnung von Moussa Oukabir und Mohamed Hychami, die nach ihrer blutigen Messerattacke in Cambrils von einem Polizisten erschossen wurden (jouwatch berichtete).

Außer ihnen starben Omar Hychami und Mohamed Houli Chemlal, beide aus Ripoll, und Said Aallaa, der aus Ribes de Freser kommt, einem Ort nahe Ripoli.
Im Norden der Stadt wurden Salah El Karib, Mohamad Aallaa und ein dritter Verdächtiger, dessen Namen bisher noch nicht bekannt ist, verhaftet.

Driss Oubakir, Bruder von Moussa, ebenfalls verhaftet in Ripoll. Ihm soll der Pass gestohlen worden sein, mit Hilfe dessen der Van gemietet wurde. Imam Satty soll bei der Explosion eines Hauses in Alcanar, einen Tag vor den islamischen Anschlägen, ums Leben gekommen sein.

Laut Polizei diente das Haus als Bombenwerkstatt für ein großes geplantes Attentat. Wie die spanische Tageszeitung El Español berichtet, horteten sie hier explosives Material und waren im Besitz von drei Vans, mit denen sie mehrere große Attacken ausführen wollten. Als vorrangiges Ziel gilt die neo-gothische katholische Basilika Sagrada Familia von Antoni Gaudí in Barcelona, die täglich unzählige Touristen anzieht.

Youssef Aallaa soll zusammen mit Satty erschossen worden sein. Der dritte mutmaßliche Bombenbauer Mohamed Houli Chemlal wurde bei der Explosion aus den Trümmern geborgen und befindet sich nun in Haft.

Nach jahrelangem friedlichen Nebeneinander geben sich nun die Einwohner von Ripoll angesichts der Mörderbande, die unter ihnen lebte, entsetzt. Wieder einmal vermag sich keiner die Wandlung der so „netten, unauffälligen“ Nachbarn zu Schlächtern im Namen Allahs zu erklären.

„’Der weiße Van, den diese Hurensöhne benutzt haben, hat hier in dieser Straße in der Nacht vor der Attacke geparkt“, erklärt Juan (45) gegenüber MailOnline. „Es war der Van, der in der Fußgängerzone Las Ramblas benutzt wurde. Ich habe ihn im Fernsehen wiedererkannt. Ich habe gesehen, wie die Täter vorher Aufkleber von ihm entfernt haben“, so Juan weiter.

Der auf Fotos unschuldig dreinblickende Moussa Oukabir, soll vor der Attacke noch auf 10-tägiger „Abschiedstour“ im Heimatland seiner Eltern, Marokko, gewesen sein. Schon vor zwei Jahren, im zarten Alter von 15, hatte er auf seinem Facebook-Profil verkündet, er wolle „die Ungläubigen töten“.

Die respektable spanischen Zeitung La Razon, zitiert eine anti-Terrorquelle: „ Eine nicht näher bestimmte Anzahl von Förderern, hält sich nun in den Ländern Frankreich, Belgien und Deutschland auf, auch die  Anwesenheit von weiteren Unterstützern in Spanien, ist nicht ausgeschlossen.“