Kommentar zu SPIEGEL und Süddeutscher Zeitung

Lügenpresse (Foto: Collage)

Wenn man sich den morgigen SPIEGEL-Titel anschaut, über den Akif Pirincci hier so schön ablästert oder in der Süddeutschen lesen muß, wie „ein Lieferwagen …“ – böser, böser Lieferwagen – „… 14 Menschen auf der Flaniermeile tötete. Eine Rekonstruktion des Anschlags“, dann überkommt meineneinen ein heiliger Zorn. Ich überlege mir: So blöd kann doch schon niemand sein, der still, leise und unauffällig seiner Arbeit als Straßenkehrer nachgeht? Das hat doch mit fehlender Intelligenz nichts zu tun? Das muß doch etwas anderes sein? Was ist denn wirklich die treibende Kraft hinter solchen Meldungen in den Mainstream-Medien? Warum tun diese Schrifttums-Kanaillen das?

von Max Erdinger

Geplanter SPIEGEL-Titel 21.08.17
Der böse Lieferwagen der SZ (Screenshot Twitter)

Es tut mir leid: Ich komme zu keinem anderen Schluß, als daß diese Mainstream-Typen voller Verachtung stecken für alles, was Realität ist und deswegen Relevanz hätte. Ihre eigenen Leser sind Realität. Diese Leute verachten ihre Leser. Sie scheinen sich sicher zu sein, daß ihre Leser blöde genug sind, sich einen solchen Mist unwidersprochen präsentieren zu lassen und dafür auch noch Geld auszugeben. Die Auflagen ihrer jeweiligen Printausgaben befinden sich im dauernden Sinkflug. Das können diese Giftspritzen doch nicht einfach so ignorieren? Freilich schieben sie das gern auf die Digitalisierung und die Tatsache, daß viele Zeitungsabonnenten von früher heute lieber viele verschiedene Zeitungen online lesen, als sich lediglich eine bestimmte Zeitung frei Haus liefern zu lassen. Aber sie können doch nicht derartig vom Realitätsverlust befallen sein, als daß ihnen entgeht, wie beispielsweise die Printausgabe der Jungen Freiheit ständig steigt!? Die können doch nicht so vernagelt sein, anzunehmen, daß es für die Begriffe „Lügenpresse“ resp. „Lückenpresse“ nicht einen einzigen Grund gebe? Was ist das also, das diese Desinformanten antreibt bei ihren Untaten?

Es ist wohl tatsächlich so, daß die Meinungsfreiheit hierzulande mit der größten Selbstverständlichkeit auch begriffen wird als die Freiheit zur Lüge, zu Desinformation und Indoktrination. Weil ja alle Wahrheit sowieso subjektiv ist, wenn es keine objekte Wahrheit mehr gibt. Bei allem Recht auf die subjektiven Wahrheiten des jeweiligen Stuhlgangs: Das hier ist Presse! Wer solche SPIEGEL-Titel entwirft, sie genehmigt und in Umlauf bringt oder böse Killer-Lieferwagen erfindet, der folgt doch einem beruflichen „Ethos“, das gleichzusetzen wäre mit dem eines Arztes, der einem Patienten ein gesundes Auge entfernt, weil er sich das Knie verrenkt hat!? Einem solchen Arzt würde man die Approbation entziehen und ihn auf Schadensersatz verklagen, daß er für den Rest seines Lebens finanziell ruiniert wäre. Warum läßt man aber diese schreibenden Fieslinge einfach immer weiter gewähren? Kann man das wirklich noch unter „freie Meinungsäußerung“ subsumieren? Deckt das Recht auf freie Meinungsäußerung wirklich das Recht auf hemmungslose Lüge? – Das kann es einfach nicht sein.

In dem Zusammenhang komme ich dann auch zur Definition des Gewaltbegriffs – und in der Folge dann zu dem der Notwehr. Im Zusammenhang mit einem der Lieblingsthemen feministischer PropagandistInnen, der sog. „häuslichen Gewalt“, gilt uneingeschränkt, daß es neben der physischen auch die psychische Gewalt gibt. Nach Auskunft des Frauenhauses aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist ein verweigertes Kompliment bereits als psychische Gewalt zu interpretieren, die einen Umzug ins Frauenhaus rechtfertigt. Was, bitteschön, wäre ein SPIEGEL-Titel wie der von morgen – oder eine Meldung wie die in der SZ oben -, anderes, als psychische Gewalt gegen eine Leserschaft, die derb und dreist angelogen wird, obwohl sie sich von der Lektüre Erkenntnisgewinn erhofft? Und warum in aller Welt sollte man das als Leser NICHT persönlich nehmen? Meistens geben die Autoren der schlimmsten Kommentare und Reportagen ihre Namen an. Warum? Sie wollen persönlich wahrgenommen und evtl. auch persönlich haftbar gemacht werden können. Diesen Wunsch sollte man ihnen erfüllen. Es wäre ein Akt von Notwehr in einem Land, in welchem inzwischen die dreistesten Lügenbeutel aus Medien und Politik darüber befinden, was als „Hate-Speech“, als „Fake-News“ und löschwürdig in den sozialen Netzwerken zu gelten hat. Man kann sich das nicht mehr bieten lassen. Es führt zu nichts Positivem.

Das Mindeste, was man als Medienkonsument in diesem Land tun müsste, wäre meiner Meinung nach, die Verantwortlichen in den Redaktionen direkt anzuschreiben und ihnen ins Gesicht zu sagen, was man von ihnen ganz persönlich hält, anstatt sich auf das Kommentieren zu beschränken. Zumal bekanntlich die Kommentarfunktion immer öfter schon prophylaktisch abgeschaltet wird, wenn den Schreibgriffeln klar ist, wie der Grundtenor der zu erwartenden Kommentare sein wird und wie eindeutig das in der Luft zerrissen werden wird, worauf sie sich beziehen. Es wird höchste Zeit, den Meinungsproduzenten dieses Landes klarzumachen, daß man ihre Absonderungen persönlich nimmt, sie als einen Angriff auf die eigene Integrität versteht – und daß man nicht gewillt ist, ihnen noch länger das Verschanzen hinter ihrem „Recht auf freie Meinungsäußerung“ zu gestatten. Eine ganze Reihe von Mainstream-Schmieranten benimmt sich inzwischen wie verzogene Kindergarten-Gören, die andere Kinder terrorisieren und sich jedesmal hinter der staatlichen Kindergärtnerin verstecken, wenn die Drangsalierten zur Gegenwehr aufstehen. Diese Schmieranten sind ein einziger zynischer Anschlag auf Wahrheitsliebe, Intelligenz und Integrität. Der Krug geht so lange zum Brunnen bis der Henkel bricht.

 

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