Generalverdacht? Generalverdacht!

Foto: Durch Alf Ribeiro/Shutterstock
Nur unter einem Generalverdacht sind wirklich alle Autofahrer gleich (Foto: Durch Alf Ribeiro/Shutterstock)

Im Volksmund heißt es ja „Nicht jeder Moslem ist ein Terrorist, aber die meisten Terroristen sind Muslime“.

Wer die Horrormeldungen der letzten Wochen verfolgt hat, kommt ebenfalls zu diesem Ergebnis, dennoch sollten wir die Muslime nicht unter Generalverdacht stellen.

Von Thomas Böhm

Der Generalverdacht gilt schließlich nur für andere Bevölkerungsgruppen. Gerade eben erreicht uns zu diesem Thema eine Meldung aus Großbritannien:

Die britische Regierung bereitet im Angesicht steigender islamischer Attentate verschärfte Kontrollen für alle vor, die ein Auto mieten wollen.

Man prüfe den Austausch von Daten, damit Autovermietungen ihre Kunden besser überprüfen können. Man arbeite mit Polizei und Autovermietungen an einem neuen Konzept, heißt es aus Regierungskreisen, um islamischen Attentätern den Zugang zu Mietautos zu erschweren.

Da werden doch irgendwie alle friedlich gestimmten Autofahrer, die einen Wagen mieten wollen, unter Generalverdacht gestellt, müssen sie die folgenschweren Konsequenzen tragen, nur weil irgendwelche Gotteskrieger Mietwagen gerne als Waffe benutzen.

Übrigens nicht das erste Mal, dass Autorfahrer unter Generalverdacht gestellt werden. Insbesondere die selbst ernannten Verkehrsexperten bei den Grünen sind bekannt dafür, dass sie alle Autofahrer über einen Kamm scheren – nämlich dann, wenn sie überall Tempo 30-Zonen einführen, nur weil der eine oder andere Autofahrer den Fuß nicht vom Gas nehmen will.

Auch hier könnte man den Volksmund zu Rate ziehen:

Nicht jeder Autofahrer ist ein Raser, aber fast alle Raser sind Autofahrer (die anderen sind dann die Fahrradkuriere)

Auch die deutschen Fußballfans sind des Öfteren Opfer dieser Verallgemeinerung. Wegen der Derby-Randale einiger KSC-Fans, musste zum Beispiel der Karlsruher SC sein Heimspiel gegen Dynamo Dresden ohne seine Fans bestreiten. Das DFB-Sportgericht bestrafte die als Absteiger feststehenden Badener für die schwerwiegenden Vorkommnissen im Spiel beim VfB Stuttgart. Wahrlich kein Einzelfall.

Man nennt das auch und man nannte das früher ganz besonders gerne, wenn es um Deutsche geht, auch Kollektivschuld. Und die Kollektivschuld ist das Ergebnis eines Generalverdachtes.

Man sollte also dringend mal die Gleichstellungsbeauftragten ansprechen, ob sie hier nicht einen Ausgleich schaffen könnten. Denn entweder kann jede Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht gestellt werden, oder keine, denn nur unter einem Generalverdacht sind wirklich alle Menschen gleich.

Oder gibt es für Muslime mal wieder eine Ausnahmeregelung?

Anzeige