Australien will wegen „systematischer Geldwäsche“ gesetzlich gegen Bitcoin vorgehen

Bitcoin (Bild: BTC Keychain; Bitcoin GreenFlare_IMG_8289; CC BY 2.0; siehe Link)
Bitcoin (Bild: BTC Keychain; Bitcoin GreenFlare_IMG_8289; CC BY 2.0; siehe Link)

Nachdem Bitcoin von staatlichen Stellen bislang eine recht lange Leine gelassen wurde und sogar in China gehandelt werden darf will nun Australien als erstes Land regulatorisch gegen Kryptowährungen vorgehen, da der Gebrauch der anonymen Digitalwährung angeblich zu „systemischen Verstößen gegen Geldwäschegesetze“ führt, wie ZeroHedge berichtet.

Von Ingmar Blessing

Nachdem die Finanzaufsicht von Australien der Commonwealth Bank, dem größten Geldhaus des Landes, systematische Vergehen gegen Geldwäschevorschriften vorwarf und umfassende Ermittlungen gegen den ganzen Sektor einleitete, scheinen die Regulierer nun nicht darauf aus zu sein Strafen auszusprechen, sondern konzentrieren sich vielmehr darauf, den bislang nur rudimentär regulierten Bitcoinmarkt umfassenden Kontrollen zu unterwerfen.

Ziel ist es, dass Transaktionen in Bitcoin besser erfasst werden, damit diese nicht mehr so anonym ablaufen können wie bislang, damit Geldwäscheaktivitäten in der Währung unmöglich werden. Bitcoin ist zwar ein beliebtes Zahlungsmittel im Dark Net für illegale Produkte und Dienstleistungen, allerdings deuten die vorhandenen Zahlen darauf hin, dass die Kryptowährung noch immer nur eine Außenseiterrolle spielt bei Transaktionen für illegale Geschäfte. Bargeld selbst hat ebenfalls nur einen geringen Anteil daran, da bei illegalen Geschäften meistens Waren oder Dienstleistungen getauscht werden.

Das aber hält die Behörde nicht davon ab, sich im aktuellen Fall nicht auf die Banken zu konzentrieren, sondern auf den Bitcoin Markt. Laut Bitcoin.com hat die australische Regierung bereits eine Gesetzesvorlage eingebracht, mit der digitale Währungen reguliert werden sollen, um damit „die Maßnahmen gegen Geldwäsche und die Antiterrorgesetze zu verstärken“ und die Zugriffsrechte der australischen Finanzaufsicht auszubauen.

Man kann davon ausgehen, dass das Gesetz bereits vor den Ermittlungen bereit stand und diese nun lediglich als Kulisse dienen, um die neuen Regulierungen durchzusetzen. Australien ist seit einiger Zeit eines der Testländer für Währungsexperimente. Bargeld etwa wird sukzessive abgeschafft und soll bald nur noch elektronisch zur Verfügung stehen, wobei mit der 100 Dollar Note der größte Geldschein bereits aus dem Verkehr gezogen wurde. Auch in anderen Ländern gibt es Maßnahmen zur Abschaffung von Bargeld. Vor allem Indien und Schweden sind hier mit vorne dabei. Nach Plänen des IWF soll bald schon die ganze Welt bargeldfrei werden, um das Geldangebot umfassend und direkt kontrollieren zu können. Mit dem Vorgehen gegen Kryptowährungen soll sichergestellt werden, dass dem digitalen Zentralbankgeld keine Konkurrenz gegenübersteht, welche die Wirkung von zukünftigen Zentralbankmaßnahmen konterkarieren könnten. Man kann daher davon ausgehen, dass noch weitere Länder gesetzlich gegen Bitcoin und andere zentralbankfreie Kryptowährungen vorgehen werden, was diesen einen Teil ihrer Attraktivität nehmen könnte.

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